Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie privat und vertraulich kann eine Gewebespende in einer Biobank bleiben?

13.07.2009
Ethische und rechtliche Fragen zur Forschung mit Biobanken: Das EU-Projekt Tiss.EU erwartet zu seiner zweiten internationalen Tagung vom 16. bis 18. Juli 2009 in Göttingen rund 50 Experten aus ganz Europa.

Fragen von Privatheit, Vertraulichkeit und die Bedeutung des Persönlichkeitsrechts bei der Forschung mit Biobanken und menschlichen Geweben stehen im Mittelpunkt einer zweiten internationalen Tagung, mit der das von der EU geförderte Forschungsprojekt Tiss.EU seine Zusammenarbeit mit internationalen Experten der Gewebeforschung fortsetzt.

Das Projekt wird von dem Medizinethiker Privatdozent Dr. Christian Lenk aus der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin (Direktorin: Prof. Dr. Claudia Wiesemann) der Universitätsmedizin Göttingen wissenschaftlich geleitet. Ziel der Konferenz ist es, ein Experten-Netzwerk aufzubauen. Mit den geladenen Experten wird darüber diskutiert, welche Herausforderungen sich mit der Gewebeforschung für die Privatheit und den Persönlichkeitsschutz der Gewebespender ergeben. Die Organisatoren erwarten rund 50 Experten und Wissenschaftler aus ganz Europa. Die Tagung findet von Donnerstag, den 16. Juli 2009, bis Samstag, den 18. Juli 2009, in Göttingen statt.

2. Internationale Konferenz des Tiss.EU-Projekts
"Privatheit, Vertraulichkeit und Persönlichkeitsrechte bei der Forschung mit Biobanken und menschlichem Gewebe"
Donnerstag, 16. Juli 2009, bis Samstag, 18. Juli 2009
Seminarraum der SUB
Platz der Göttinger Sieben 1, 37073 Göttingen
Auf so genannten "Biobanken" liegen große Hoffnungen der Forschung: Die dort gespeicherten menschlichen Gewebeproben und Zellen versprechen neue Erkenntnisse für die Erforschung genetisch bedingter Erkrankungen. Dazu werden von den Forschern bei den Spendern nicht nur Gewebeproben entnommen. Für den Aufbau von Biobanken sammeln sie systematisch auch zusätzliche Informationen über deren Krankheitsgeschichte oder Lebensgewohnheiten. Zunehmend werden aber auch genetische Daten erhoben. Der Erkenntnisgewinn solcher Biobanken verspricht dabei umso größer zu sein, je mehr Datensammlungen miteinander vernetzt und auch international zusammengeführt werden können.

Mit Blick auf die Spender stellen sich dabei folgende Fragen: Inwieweit kann diese Art der Forschung die Vertraulichkeit ihrer Daten und den Schutz ihrer Privatsphäre garantieren? Wer hat rechtmäßigen Zugang zu diesen Proben- und Datenbanken? Wie kann es angesichts der Möglichkeit individualisierter genetischer Profile überhaupt gewährleistet werden, dass nicht Dritte, zum Beispiel Versicherungen oder staatliche Behörden, Zugriff auf persönliche Daten nehmen? Die Tagung widmet sich diesen Fragen. Internationale Experten werden vor dem Hintergrund verschiedener nationaler Rechtstraditionen praktische Lösungsansätze für den Schutz der in Biobanken gesammelten persönlichen Daten vorstellen.

Die Konferenz leistet damit einen themenspezifischen Beitrag zum Ziel des Tiss.EU-Projektes: In einem Zeitraum von drei Jahren will das Projekt die Möglichkeiten zu einer europaweiten Harmonisierung der ethischen und rechtlichen Standards für die Gewebeforschung erschließen. Neben der Privatheit medizinischer Daten und des Eigentumsrechts sind dabei auch Fragen im Zusammenhang mit der Gewinnung, Lagerung und Nutzung menschlicher Zellen und Gewebe berührt. Diese Themen greift das Projekt in regelmäßig stattfindenden Expertenworkshops schrittweise auf.

Weitere Informationen zum Tiss.EU Projekt sowie Hinweise zu Tagungsprogramm und Anmeldung können der Projekt-Homepage (www.tisseu.org) entnommen werden.

Interessierte Journalisten werden um eine Anmeldung gebeten.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Tiss.EU project management
Dr. Katharina Beier
Telefon 0551 / 39-4184, Fax: 0551 / 39-9554,
kbeier@gwdg.de
Humboldtallee 36, D-37073 Goettingen

Stefan Weller | idw
Weitere Informationen:
http://www.tisseu.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Das Immunsystem in Extremsituationen
19.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm
19.10.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise