Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prähistorische Elfenbein-Objekte zeigen alte Handelswege zwischen Nordafrika und der Iberischen Halbinsel

25.11.2008
Untersuchungsergebnisse des Mainzer Elfenbein-Zentrums INCENTIVS werden bei einer internationalen Tagung in Alicante vorgestellt

Das Internationale Zentrum für Elfenbeinforschung (INCENTIVS) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird die Untersuchungsergebnisse von 80 prähistorischen Elfenbeinobjekten aus Spanien, Portugal und Marokko diese Woche bei einer Tagung im spanischen Alicante vorstellen.

Die Mainzer Wissenschaftler um INCENTIVS-Gründer Dr. Arun Banerjee haben die bis zu 5000 Jahre alten Artefakte mit zerstörungsfreien Methoden auf ihre Herkunft beziehungsweise das verwendete Material untersucht. "Wir konnten dabei zeigen, dass der nordafrikanische Raum und insbesondere Marokko ein Elfenbeinlieferant für die Iberische Halbinsel war und zwischen den Gebieten sehr alte Handelsbeziehungen bestanden haben", erläutert Banerjee.

Elfenbein ist mit dem Aussterben des Mammuts am Ende der letzten Eiszeit um 8000 v. Chr. in Europa zu einem schwer zu beschaffenden Rohstoff geworden. Archäologische Funde von fertigen und halbfertigen Elfenbeinobjekten auf der Iberischen Halbinsel wurden daher als eine "Neuerung" zum Beginn der Kupferzeit, dem Chalkolithikum, betrachtet. Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten und am Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Madrid angesiedelten Projekts wurden die Funde sämtlicher Elfenbeinobjekte der Iberischen Halbinsel, die sich vom Beginn des Chalkolithikums um 3000 v. Chr. bis zum Ende der Frühen Bronzezeit um 1650 v. Chr. datieren lassen, systematisch aufgenommen. Darunter befindet sich beispielsweise ein Kamm aus einem Grab in der Siedlung von Fuente Álamo in Südostspanien. Für die naturwissenschaftliche Bestimmung hat die Arbeitsgruppe INCENTIVS in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit verschiedene ausgewählte Proben aus Spanien, Portugal und Marokko untersucht, wofür in Mainz absolut zerstörungsfreie Methoden zur Verfügung stehen. Überraschend war für die beteiligten Wissenschaftler der Befund, dass bereits seit dem Beginn des dritten Jahrtausends v. Chr. im Südosten Spaniens überwiegend Elfenbein vom asiatischen Elefanten, in Portugal jedoch vom afrikanischen Steppenelefanten Verwendung fand.

Diese und weitere Ergebnisse der Untersuchungen werden bei der Tagung vom 26. bis 27. November 2008 in Alicante vorgestellt. Die Veranstaltung wird vom Deutschen Archäologischen Institut, Abteilung Madrid organisiert und erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Museo Arqueológico von Alicante. Die internationale Tagung widmet sich prähistorischem, antikem und mittelalterlichem Elfenbein insbesondere der Iberischen Halbinsel und Marokkos.

Kontakt und Informationen:
Dr. Arun Banerjee (INCENTIVS)
Institut für Geowissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-24367
E-Mail: banerjee@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.incentivs.uni-mainz.de
http://www.uni-mainz.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

nachricht Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule
18.01.2017 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie