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Polen, der unerforschte Nachbar?

16.02.2009
Die Erste Tagung Deutsche Polenforschung - Kongress, Fachtagung, Kontaktbörse und Ideengeber zugleich - bietet vom 26.-28. Februar 2009 erstmals die Gelegenheit, den Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Deutschlands größtem östlichen Nachbarland in den unterschiedlichen Disziplinen zu bilanzieren.

Polen ist auch 20 Jahre nach der politischen Wende im östlichen Europa ein wenig bekannter Nachbar. Steht es damit in der deutschen Wissenschaftslandschaft eigentlich anders als in der breiten Öffentlichkeit?

Die Erste Tagung Deutsche Polenforschung - Kongress, Fachtagung, Kontaktbörse und Ideengeber zugleich - bietet vom 26.-28. Februar 2009 erstmals die Gelegenheit, den Stand der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Deutschlands größtem östlichen Nachbarland in den unterschiedlichen Disziplinen zu bilanzieren. Deshalb steht neben dem Rahmenthema "Migrationen und Transfers" eine Podiumsdiskussion auf dem Programm, bei der es explizit um die Frage geht: Wo steht die deutsche Polenforschung heute und wo will sie hin?

Grußworte zur Tagungseröffnung sprechen unter anderem der hessische Ministerpräsident Roland Koch, die rheinland-pfälzische Staatsministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen, der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung in Berlin, Andreas Storm, und Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin des Deutschen Polen-Instituts. Die Veranstalter erwarten mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Polen hat in Deutschland zwar Tradition, ist aber wenig koordiniert. Viele Forschungseinrichtungen sind in den vergangenen beiden Jahrzehnten, also gerade nach dem Umbruch in Ostmitteleuropa geschlossen worden, kaum eine ist neu entstanden. Ganz im Gegensatz beispielsweise zur Frankreichforschung sind die Polenspezialisten in Deutschland weitgehend auf sich alleine gestellt. Die Initiative des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt, das die Tagung in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dem Gießener Zentrum Östliches Europa, dem Herder-Institut Marburg und der Stiftung deutsch-polnische Zusammenarbeit organisiert, zielt aber nicht ausschließlich darauf ab, die wissenschaftliche Beschäftigung mit Polen interdisziplinär zu vernetzen, sondern möchte auch eine breitere Öffentlichkeit auf das Vorhandensein von Polenforschung in Deutschland aufmerksam machen.

Das Rahmenthema der Ersten Tagung Deutsche Polenforschung ist von großer Aktualität, denn die Geschichte und Gegenwart Polens wie auch die deutsch-polnischen Beziehungen sind bis heute geprägt von unterschiedlichen Formen von Wanderung: Es wandern sowohl Menschen als auch Ideen, Waren und Kulturen. Unter den Begriffen "Migration" und "Transfer" behandeln 40 Referentinnen und Referenten - Slawisten, Historiker, Geographen, Soziologen, Politik-, Musik- und Kunstwissenschaftler - in sieben Sektionen verschiedene Aspekte des Themas. Professor Dr. Alfred Gall vom Institut für Slavistik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz leitet beispielsweise die Sektion 1 unter dem Titel "Migration postkolonial". In diesem Rahmen hält er einen Vortrag zu "Internationalität und Globalisierung: Strategien der Selbstverortung in der polnischen Literatur".

Interessiertes Publikum ist herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.polenforschung.de
http://www.deutsches-polen-institut.de
http://www.slavistik.uni-mainz.de

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