Anzeige
Heute geben Experten betroffenen Patienten durch aufwändige implantatgetragene Rekonstruktionen ihr Gesicht zurück – ein Thema auf dem 25. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, der vom 24.-26. 11. in Dresden stattfindet.
Patienten mit Tumoren im Kiefer-Gesichtsbereich, leiden nicht nur an einer zumeist bösartigen, lebensbedrohlichen Erkrankung. Hinzu kommen erhebliche biopsychosoziale Einschränkungen: Ihr Gesicht kann äußerlich deutlich verändert, sogar entstellt sein. Essen und Sprechen machen Probleme. Ist nach der Operation eine Bestrahlung erforderlich, verursacht diese Mundtrockenheit – dann schmerzt jede Berührung im Mund. Im Laufe der Erkrankung verlieren die Patienten viele oder sogar sämtliche Zähne. Im Schnitt dauert es 3,5 Jahre, bis sie wieder Zähne besitzen.
»Die intraorale Rehabilitation dieser Patienten kann nur multidisziplinär gelingen«, erklärt Priv. Doz. Dr. Eva Engel von der Poliklinik für Prothetik der Universität Tübingen. »Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen zusammen mit dem prothetischen Behandlungsteam aus Zahnarzt, Zahntechniker und zahnärztlicher Assistenz können nur gemeinsam die vielfältigen, oft sehr individuellen Probleme lösen.« Dabei gelinge, so Engel, in diesen schwierigen Situationen nicht immer ein vollkommen zufriedenstellendes kaufunktionelles Ergebnis, doch ließe sich die Lebensqualität durch die Eingliederung von Zahnersatz immer verbessern.
Auf dem 25. Kongress der DGI demonstriert Eva Engel an Hand von einer Auswertung der Therapieergebnisse von 75 prothetisch versorgten Tumorpatienten, wie komplex die prothetische Rehabilitation bei diesen Patienten sein kann. Zwei Drittel der Patienten hatten Mundhöhlenkrebs, ein Drittel andere Tumoren. Die Experten hatten die Patienten mit 90 Prothesen versorgt, getragen von ca. 340 Implantaten. Rund zehn Prozent des Zahnersatzes ging innerhalb von fünf Jahren verloren. »Hier spielen verschiedene Gründe eine Rolle«, sagt Engel. Der Verlust von Implantaten, die teilweise auch aufgrund erneuten Tumorwachstums entfernt werden mussten, ist ein Grund. Ein anderer ist der Verlust von Zähnen, die als Pfeilerzähne in die prothetische Konstruktion mit einbezogen waren, was eine Erneuerung des Zahnersatzes notwendig machte. Insgesamt waren bei den untersuchten Patienten binnen fünf Jahren 20 Prozent der Implantate verloren gegangen. Das Risiko, ein Implantat zu verlieren, erhöhte sich um den Faktor 3,5, wenn ein Patient bestrahlt worden war.
Die Auswertung lieferte noch ein überraschendes Resultat: »Die Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Patienten war mit 100 Prozent nach fünf Jahren etwa doppelt so hoch wie sie üblicherweise für Patienten mit einem Mundhöhlenkrebs angegeben wird«, berichtet Engel. Dies sei jedoch wahrscheinlich eher auf die Patientenselektion als auf den Zahnersatz zurückzuführen.
Über die DGI. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich e.V. (DGI) ist mit über 7500 Mitgliedern – Zahnärzten, Oralchirurgen, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Zahntechnikern – die größte Fachgesellschaft im Bereich der Implantologie in Europa. Ihr Markenzeichen ist die enge Kooperation von Praktikern und Hochschullehrern. Deren gemeinsames Ziel ist die schnelle Umsetzung gesicherten Wissens und neuer Erkenntnisse in die Praxis durch ein differenziertes Fortbildungsangebot auf dem Gebiet der Implantologie – zum Nutzen von Patientinnen und Patienten. Mehr Informationen: http://www.dgi-ev.de.
Pressestelle Deutsche Gesellschaft für Implantologie e.V.
Während der Tagung:
Maritim Hotel & Internationales Congress Center Dresden
Raum K 8 · Konferenzebene
Ostra-Ufer 2 · Devrientstraße 10 · 01067 Dresden
Tel.: +49 (0)351 2161704 und -2161705
Mobil: 0151 12043311 · ritzert@proscience-com.de
Nach der Tagung:
Barbara Ritzert · ProScience Communications GmbH
Andechser Weg 17 · 82343 Pöcking
Tel.: +49 (0)8157 93970 · ritzert@proscience-com.de
Barbara Ritzert | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.dgi-ev.de
www.proscience-com.de
Weitere Berichte zu: DGI > Implantat > Implantologie > Kieferchirurgie > Mundchirurgie > Mundhöhlenkrebs > Zahnersatz
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Universität Vechta
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | HSBA Hamburg School of Business Administration
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten