Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patienten treffen Wissenschaftler: Kongress über Myotone Dystrophie

03.09.2009
Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Grauer Star, Diabetes: Wer an Myotoner Dystrophie leidet, kann von vielen Symptomen getroffen werden. Um diese Krankheit geht es vom 9. bis 12. September bei einem internationalen Kongress an der Universität Würzburg. Besonderheit: Ein Kongresstag ist für die Anliegen der Patienten reserviert.

Vor 100 Jahren hat der Leipziger Arzt Hans Steinert die Myotone Dystrophie erstmals beschrieben, noch heute wird sie von Wissenschaftlern in aller Welt erforscht - denn die Behandlung dieser Erbkrankheit ist nach wie vor verbesserungsbedürftig.

Krankheit hat viele Symptome

Bei den Erkrankten liegt ein bestimmter DNA-Abschnitt hundert- bis tausendmal häufiger vor als normal. "Es handelt sich um eine Multisystemkrankheit", sagt Professor Tiemo Grimm vom Institut für Humangenetik der Universität Würzburg. Das heißt: Bei den Betroffenen stellen sich vielerlei Symptome ein.

Mit der Muskelspannung haben alle Patienten Probleme. Wie sich das äußert? Wenn sie beispielsweise die Hand zur Faust ballen, bekommen sie die Finger nur langsam und mit Mühe wieder in die Ausgangsposition. Fast alle erleiden zusätzlich den Grauen Star, oft schon im Alter von erst 40 Jahren. Häufig kommen noch Herzrhythmusstörungen und Diabetes dazu.

Behandlung und Häufigkeit der Myotonen Dystrophie

"Therapiert werden derzeit lediglich die Symptome", so Professor Grimm: Der Graue Star wird operiert, der Diabetes wie üblich behandelt. Gegen die Muskelprobleme könne die Medizin bislang nichts ausrichten.

In Mitteleuropa trifft die Myotone Dystrophie pro Jahr einen von circa 15.000 Einwohnern. Damit gilt sie noch als seltene Krankheit. Tiemo Grimm allerdings hat häufig mit ihr zu tun: Am Würzburger Institut für Humangenetik wurden in den vergangenen zwei Jahren rund 100 Fälle diagnostiziert.

Kongress: Freier Eintritt für Studierende

Den Kongress in Würzburg leitet Tiemo Grimm gemeinsam mit Benedikt Schoser (München) und Ralf Krahe (Houston). Erwartet werden an die 300 Experten aus aller Welt. Die Wissenschaftler treffen sich vom 9. bis 12. September in der Universität am Sanderring. Für Studierende ist der Eintritt frei, wenn sie den Studentenausweis vorzeigen.

Info-Tag für Patienten und Angehörige

Freien Eintritt zum Kongress haben Patienten und ihre Angehörigen am Samstag, 12. September. "Wir haben Betroffene aus aller Welt eingeladen, um ihnen die neuesten Forschungsergebnisse über ihre Krankheit zu berichten", erklärt Grimm.

Die Vorträge seien an diesem Tag allgemein verständlich gehalten und werden simultan ins Deutsche übersetzt - denn die Kongresssprache ist natürlich Englisch. Das Interesse der Patienten an diesem Angebot ist offenbar groß, denn laut Grimm haben sich aus Deutschland und anderen Ländern bereits über 220 Patienten angemeldet.

Achtung Journalisten und Redaktionen:
Einladung zum Pressegespräch
Zum Auftakt des Kongresses laden die Veranstalter zu einem Pressegespräch ein am
Mittwoch, 9. September, um 11:00 Uhr
in Raum 206, Neue Universität, Sanderring 2, 97070 Würzburg.
Ihre Gesprächspartner:
ein Patient mit Myotoner Dystrophie; außerdem Professor Tiemo Grimm (Uni Würzburg), Privatdozent Benedikt Schoser (München), Professor Ralf Krahe (Houston), Horst Ganter (Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke), Angelika Eiler (Muskelzentrum Würzburg).

Ansprechpartner für Journalisten ist Prof. Dr. Tiemo Grimm, Institut für Humangenetik der Universität Würzburg, T (0931) 31-84076, tgrimm@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.idmc-7.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften