Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ordnung im Chaos: Kommunikation und Kooperation im Superorganismus 'Ameisenstaat'

26.06.2014

Im Rahmen der ‚Bayreuth Biology Lectures‘ hält Prof. Dr. Bert Hölldobler den Vortrag "Ordnung im Chaos: Kommunikation und Kooperation im Superorganismus 'Ameisenstaat'".

Der Vortrag ist öffentlich und kostenfrei und wird auf Deutsch gehalten. Gäste sind herzlich willkommen! Termin: Mittwoch, 2. Juli 2014, Zeit: 17 Uhr s.t., Ort: Campus der Universität Bayreuth, Gebäude NW I, Hörsaal H 15, Universitätsstraße 30, D-95447 Bayreuth.


Anoplolepis gracilipes mit Trophobionten

Foto © Heike Feldhaar zur Veröffentlichung freigegeben.


Polyrhachis bihamata

Foto © Heike Feldhaar zur Veröffentlichung freigegeben.

Prof. Hölldobler ist Verhaltensforscher, Soziobiologe und Evolutionsökologe und hat seit seiner Emeritierung an der Universität Würzburg an der Arizona State University (USA) eine Forschungsprofessur inne. Der Wissenschaftler ist mit zahlreichen namhaften Preisen ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Pulitzer-Preis, dem Leibniz- sowie dem Körber-Preis.

Ein Blick in das vermeintlich chaotische Durcheinander eines Waldameisennestes zeigt uns, dass die soziale Organisation dieser Insekten ein vortreffliches Beispiel für Ordnung im Chaos in der belebten Natur ist. Hätten wir die Möglichkeit, ähnlich wie auf ein Ameisennest, einen Blick auf die milliardenfachen Interaktionen von Neuronen in unserem Gehirn zu werfen, sie schienen uns auch wie ein völlig chaotisches Durcheinander.

Und doch resultieren aus diesem vermeintlichen Chaos emergente Leistungen von höchster Kreativität. Das verbindet die Hirnforschung mit der experimentellen Soziobiologie: Beide Wissenschaften suchen Ordnung im Chaos, beide erforschen die Mechanismen, die die Organisation im scheinbaren Chaos bewirken.

Tatsächlich wird bisweilen der Insektenstaat mit dem Gehirn verglichen. Insektensozietäten können Eigenschaften eines Problem lösenden Systems aufweisen, die weit die Fähigkeiten der einzelnen Individuen einer Sozietät übertreffen, obgleich diese Eigenschaften auf den kommunikativen Interaktionen dieser Individuen beruhen. Deshalb wurde wiederholt die Kommunikation unter den Mitgliedern eines Insektenstaates mit der Kommunikation zwischen Neuronen eines Gehirns verglichen.

Soziale Organisationen, d.h. Arbeitsteilung, Integration der hunderttausenden von Individuen und die daraus entstehenden Gemeinschaftsleistungen sind nur möglich mit Hilfe leistungsfähiger Kommunikationssysteme.

Primitive, d.h. evolutionär weniger weit entwickelte, hierarchisch organisierte Insektensozietäten sind bei weitem nicht so effizient wie die hochentwickelten Insektenstaaten, deren Arbeitsteilung auf einem Netzwerk von egalitären Arbeitsabläufen beruht.

Diese Ameisenkolonien sind beispielhaft für effizientes Kooperieren in Clustern. In der Tat: Im Cluster werden Einzelne stark!

Für weitere Informationen steht gern zur Verfügung:

Prof. Dr. Heike Feldhaar
Tierökologie I
Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften
Universität Bayreuth
Universitätsstraße 30
D-95447 Bayreuth
E-Mail feldhaar@uni-bayreuth.de
Telefon (+49) 0921 / 55-2645
http://www.bayceer.uni-bayreuth.de/toek1

Brigitte Kohlberg | Universität Bayreuth

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit
24.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von der Genexpression zur Mikrostruktur des Gehirns

24.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Bestrahlungserfolg bei Hirntumoren lässt sich mit kombinierter PET/MRT vorhersagen

24.04.2018 | Medizintechnik

RWI/ISL-Containerumschlag-Index auf hohem Niveau deutlich rückläufig

24.04.2018 | Wirtschaft Finanzen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics