Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wann sind Operationen notwendig, wann reichen konservative Methoden?

24.09.2013
Arthrose, Osteoporose und Rückenschmerz – an jeder dieser Erkrankungen leiden Millionen von Menschen in Deutschland.

Für die auch als orthopädische Volkskrankheiten bezeichneten Leiden stehen gute operative Therapien zur Verfügung. Orthopäden raten jedoch dazu, zunächst konservative Behandlungsmethoden anzuwenden.

Welche nicht-operativen Therapiemöglichkeiten es für Arthrose, Osteoporose und Rückenschmerz gibt und wann welche Operationen notwendig werden, erörtern Experten auf den Pressekonferenzen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der vom 22.-25. Oktober 2013 in Berlin stattfindet.

Fast jeder zehnte 45-Jährige leidet unter Arthrose. Osteoporose trifft rund 6,5 Millionen Menschen und von Rückenschmerzen ist fast jeder betroffen. Meist treibt erst der Schmerz diese Patienten in die Praxis eines Orthopäden und Unfallchirurgen.

„Vordringlicher Wunsch der Betroffenen ist dann zunächst eine effiziente Schmerztherapie“, erläutert Professor Dr. med. Bernd Kladny, Kongresspräsident des DKOU 2013 „Für Schmerzen bei Erkrankungen des Bewegungssystems und bei Verletzungen ist der Orthopäde und Unfallchirurg ausgewiesener Experte und kompetenter Ansprechpartner.“ Ihm stehe eine Vielzahl medikamentöser und nicht-medikamentöser Verfahren zur Verfügung.

Um eine individuelle effektive Therapie zu planen, muss jedoch zunächst diagnostiziert werden, welche strukturellen Veränderungen im Bewegungssystem für das Beschwerdebild verantwortlich sind. Nur so seien auch Folgeerkrankungen vermeidbar. Beispielsweise könne die Hälfte aller osteoporotisch bedingten Knochenbrüche durch eine adäquate Behandlung vermieden werden. „In Deutschland erhalten jedoch nur etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten bei Osteoporose eine leitliniengerechte Therapie“, so Kladny, Chefarzt der Abteilung Orthopädie und Traumatologie an der Fachklinik Herzogenaurach.

Fester Bestandteil der Therapie von orthopädischen Volkskrankheiten ist in jedem Fall die regelmäßige Bewegung. Sie darf nicht auf die angeleitete Bewegungstherapie beschränkt bleiben, auch im Alltag sollten die Patienten körperlich aktiv sein. Denn Bewegung dient gleichzeitig der Prävention weiterer Schäden. Besonders deutlich wird dies bei der Osteoporose: „Kontinuierliche körperliche Belastung sorgt dafür, dass Knochenmasse aufgebaut wird und die Knochendichte zunimmt", erläutert Professor Dr. med. Andreas Roth, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Osteologie, Spezielle Orthopädische Chirurgie und Chirotherapie am Waldkrankenhaus Eisenberg. Immobilisation dagegen führe zu einem Verlust an Knochenmasse.

Zu einer effektiven Osteoporose-Prävention gehören daher die Schulung der Koordination, das Training der Muskelkraft und die Vermeidung von Stürzen. Außerdem sollten sich gefährdete Personen kalziumreich ernähren, auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D achten und Untergewicht vermeiden. Neben schmerzlindernden Mitteln stehen für die Therapie und Prävention der Osteoporose auch zahlreiche Medikamente zur Verfügung, die den Knochenaufbau unterstützen. „Mit einer Kombination all dieser konservativen Maßnahmen lässt sich eine Osteoporose in den meisten Fällen wirksam behandeln", betont Roth. Selbst wenn bereits eine Fraktur aufgrund von Osteoporose aufgetreten sei, müsse gerade im Bereich der Wirbelsäule nicht zwangsläufig operiert werden. In jedem Fall bedarf es aber schmerzlindernder Maßnahmen, damit der Patient rasch wieder mobil werde.

Auch zur Behandlung von Gelenkverschleiß und Rückenschmerzen gibt es vielfältige Optionen der nicht-operativen Behandlung. Für Kladny und Roth ist der Griff zum Skalpell daher erst die zweite Wahl. Mit Ausnahme von Notfallsituationen sollte eine Operation erst erfolgen, wenn die konservative Behandlung erfolglos bleibt. Eine zunehmende Verunsicherung der Patienten bei den zahlreichen Berichten über die Operationshäufigkeit in Deutschland dürfe aber nicht dazu führen, dass notwendige hilfreiche Operationen unterlassen werden. „Es bedarf eines gut abgestimmten Ablaufs in der Behandlung, in dem nicht-operative und operative Behandlungen ihren berechtigten Platz haben. Es geht nicht um entweder oder, sondern um sowohl als auch“, so Kladny.

Über geeignete Therapien bei Rückenschmerz, Arthrose und Osteoporose berichten die Experten auf den Pressekonferenzen des DKOU am 22. Und 24. Oktober 2013 in Berlin.

Terminhinweise:

DKOU 2013
Termin: 22. bis 25. Oktober 2013
Ort: Messegelände Süd, Berlin
Kongress-Pressekonferenz des DKOU 2013
„Bewegt zum Erfolg: Initiativen für eine mobile Gesellschaft“
Termin: Dienstag, den 22. Oktober 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Pressezentrum, Raum 411, Messe Süd Berlin
Eines der Themen:
Arthrose, Osteoporose und Rückenschmerz. Wie sich Volkskrankheiten erfolgreich konservativ behandeln lassen
Professor Dr. med. Bernd Kladny
Kongresspräsident DKOU 2013; Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Chefarzt Fachklinik Herzogenaurach, Abteilung Orthopädie und Traumatologie, Herzogenaurach
Kongress-Pressekonferenz des DKOU 2013
„Fit bis ins hohe Alter: Wie können Senioren Verletzungen und Erkrankungen vorbeugen?“
Termin: Donnerstag, den 24. Oktober 2013, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Pressezentrum, Raum 411, Messe Süd Berlin
Eines der Themen:
Osteoporose – wenn der Knochen „morsch“ wird. Wie man vorbeugen kann und welche neuen Therapien helfen
Professor Dr. med. Andreas Roth
Departmentleiter Knie; Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Osteologie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Chirotherapie am Waldkrankenhaus Eisenberg, Thüringen
12. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung
Termin: 22. bis 25. Oktober 2013
Ort: Messegelände Süd, Berlin
Pressekontakt:
Pressestelle DKOU 2013
Anne-Katrin Döbler, Christina Seddig, Kathrin Gießelmann
Postfach 20 11 30; 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-442; Fax: 0711 8931-167
E-Mail: seddig@medizinkommunikation.org

Elke Leopold | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkou.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten