Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ökonomen fragen: Was ist uns Klimaschutz wert?

02.11.2012
Experten diskutieren statistische Methoden in Leipzig – Ziel: Messung der Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz

An der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) treffen sich am 1. und 2. November Wirtschaftswissenschaftler aus Leipzig, Bochum, Berlin, Mannheim und Frankfurt/Oder zu einem zweitägigen Workshop. Thema sind „Empirische Methoden zur Messung der Zahlungsbereitschaft für globalen Klimaschutz“. Der Workshop wird im Rahmen des BMBF-Projektes „Gerechtigkeit und die Zahlungsbereitschaft für das globale öffentliche Gut Klimaschutz – eine empirische und theoretische Analyse (FairPayClim)“ durchgeführt.

Die Forscher treffen sich in Leipzig, um aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen und um die Vor- und Nachteile von Methoden zu diskutieren, mit denen sich die Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz messen lässt: „Das Messen der Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz geschieht mithilfe von Befragungen oder Feldexperimenten. Dabei konstruieren wir zum Beispiel Situationen, in denen die Teilnehmer Geld erhalten – und sich dann entscheiden müssen, ob sie davon etwas für den Klimaschutz wieder ausgeben wollen. Dieses Geld investieren wir dann – ganz real – zum Beispiel in den Kauf und die Stilllegung von Zertifikaten aus dem EU-CO2-Emissionshandel“, erklärt Professor Bodo Sturm, der an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften der HTWK Leipzig Volkswirtschaftslehre und Statistik lehrt und zur Zahlungsbereitschaft für den Klimawandel forscht.

Befragungen und Feldexperimente dienen dazu, Erkenntnisse über Einstellungen der Teilnehmer zu gewinnen: „Politiker eines Landes müssen sich letztlich bei Klimaschutz-Verhandlungen daran orientieren, was ihre Wähler überhaupt wollen. Wir stellen uns deshalb die Frage: Wieviel Klimaschutz zu welchem Preis wollen die Deutschen? Wieviel sind wir bereit, für den Klimaschutz wirklich zu zahlen? Denn Klimaschutz verursacht Kosten. Wir werden nur bereit sein, diese Kosten zu tragen, wenn der Nutzen durch Klimaschutz entsprechend groß ist.

Die Zahlungsbereitschaft für den Klimaschutz ist damit ein guter Indikator, mit dem man die Entscheidungsspielräume der Politik eines jeweiligen Landes messen kann“, erklärt Professor Sturm: „Schließlich stellt sich die spannende Frage, ob sich die Zahlungsbereitschaft für Klimaschutz zwischen den Staaten unterscheidet und was das für die Verhandlungen mit sehr unterschiedlichen Beteiligten auf den Klimagipfeln bedeutet. Ein wichtiges Ziel unserer Forschung ist daher – neben der Verbesserung der Erhebungsmethode – den Verhandlungspartnern relevante Handlungsempfehlungen zu geben.“

Professor Bodo Sturm selbst forscht in mehreren Projekten zum Klimaschutz und arbeitet dafür mit Partnern aus Bochum oder Mannheim (ZEW – Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) zusammen. Er betreut auch die Nachwuchsforschergruppe „RegAWa“ (Regionale Anpassung an den globalen Wandel“) von HTWK Leipzig und Universität Leipzig mit.

Bilder:
http://www.htwk-leipzig.de/fileadmin/prorektorw/downloads/Bilder_Workshop_FairPayClim.zip
Ansprechpartner:
Prof. Dr. rer. pol. Bodo Sturm
Professor für Volkswirtschaftslehre und Quantitative Methoden
Fakultät Wirtschaftswissenschaften
HTWK Leipzig
Tel. +49 341 3076-6388
E-Mail: bodo.sturm@wiwi.htwk-leipzig.de

Stephan Thomas | idw
Weitere Informationen:
http://www.htwk-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft
24.04.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg
24.04.2017 | Hochschule Mannheim - University of Applied Sciences

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung