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Ocean Sampling Day – auf den Spuren der Mikroorganismen

13.06.2014

Der Ozean ist der Ursprung allen Lebens auf der Erde.

In nur einem Tropfen Meerwasser befinden sich über eine Millionen Kleinstlebewesen, sogenannte Mikroorganismen. Sie sind die älteste Lebensform auf unserem Planeten und haben die menschliche Existenz überhaupt ermöglicht. Dennoch ist unser Wissen über Mikroorganismen bisher noch begrenzt.


Vorbereitungen für den Ocean Sampling Day im Labor

Copyright: Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner

Das von der EU geförderte Projekt Micro B3 (Marine Mikrobielle Biodiversität, Bioinformatik, Biotechnologie) will das jetzt ändern.

Unter Leitung von Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Professor für Bioinformatik an der Jacobs University, erforscht eine Gruppe internationaler Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen die für den Menschen unsichtbaren Kleinstlebewesen und ihre Bedeutung für das Ökosystem Meer.

Am 21. Juni 2014 hat das Projektteam eine weltweite Aktion geplant, den Ocean Sampling Day, bei dem auch Bürgerinnen und Bürger mitmachen können.

Über 160 wissenschaftliche Einrichtungen beteiligen sich am Ocean Sampling Day. Nach standardisierten Protokollen entnehmen sie Wasserproben aus dem Meer, um so eine riesige Momentaufnahme der Ozeane zu bekommen. Ziel ist es, die Vielfalt und die Funktion der darin enthaltenen Mikroorganismen zu analysieren und miteinander zu vergleichen.

„Das Engagement von Partnern aus Europa, Nordamerika, Afrika, Australien, Asien und der Antarktis übertrifft unsere kühnsten Träume. Die Ergebnisse, die uns der Ocean Sampling Day bringen wird, öffnen ein neues Kapitel in der Erforschung der Meere“, so Frank Oliver Glöckner.

„Denkt man nur 10 Jahre zurück, stehen uns heute ungeahnte Möglichkeiten offen, um beispielsweise Wasserproben zu analysieren, das Erbgut von Mikroorganismen abzubilden und daraus Rückschlüsse über die Rolle der Ozeane in Zeiten des Klimawandels zu ziehen“, schildert Glöckner die Hintergründe des Projektes.

Seit zweieinhalb Jahren arbeitet der Bioinformatiker und Meeresforscher mit seinem Team auf die Aktion am 21. Juni 2014 hin. Um vergleichbare Daten zu erhalten, wurde jeder Arbeitsschritt rund um Probeentnahme und Metadatenerhebung vordefiniert. Die Ergebnisse stehen nach ihrer Auswertung sowohl der Wissenschaft als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. „Der Ocean Sampling Day ist eine einzigartige Aktion für die Meeresforschung.

Die gemeinsame und standardisierte Arbeitsweise sowie der länderübergreifende Zugang zu den Daten wird unser Wissen über die Ozeane erheblich vergrößern“, so Glöckner weiter. Unterstützung für den Ocean Sampling Day kommt auch von Prof. Dr. Matthias Ullrich, Professor für Mikrobiologie an der Jacobs University. Zusammen mit Forschern und Studierenden aus Großbritannien, Belgien und Island werden er und seinen Studentinnen und Studenten Proben vor der Küste von Akureyri in Island sammeln.

Am Ocean Sampling Day sollen jedoch nicht nur Wissenschaftler teilnehmen. Auch Bürgerinnen und Bürger können für einen Tag auf den Spuren der Mikroorganismen wandeln. Das OSD-Citizen-Science-Projekt (Bürger schaffen Wissen) ruft alle Interessierten dazu auf, wichtige Umweltparameter zu erfassen.

Die Übertragung der Daten wie Ort, Luft- und Wassertemperatur, Windgeschwindigkeit, Salzgehalt oder pH-Wert an die Forscher von Micro B3 erfolgt unkompliziert über eine Smartphone App, die kostenlos für Android und iPhone zur Verfügung steht. Alle Informationen zum Ocean Sampling Day und Anleitungen dafür, was man benötigt, um am 21. Juni unter die Meereswissenschaftler zu gehen, gibt es auf den Homepages http://www.oceansamplingday.org und http://www.my-osd.org.

Micro B3 (Marine Mikrobielle Biodiversität, Bioinformatik, Biotechnologie) ist ein Projekt, welches sich das Ziel gesetzt hat, Daten der Meeresforschung für jedermann bereit zu stellen und rechtliche Rahmenbedingungen für deren Nutzung zu entwickeln. Unter der Leitung von Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, Professor für Bioinformatik an der Jacobs University und dem Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie, forschen 32 Partner aus Wissenschaft und Industrie in neun interdisziplinären Expertenteams aus den Bereichen Bioinformatik, Informatik, Biologie, Ökologie, Ozeanografie, Bioprospektion, Biotechnologie, Ethik und Recht. Unterstützt wird Micro B3 für eine Laufzeit von vier Jahren von der Europäischen Union. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Homepage http://www.microb3.eu.

Kristina Logemann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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