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Neunte SOEP-Nutzerkonferenz: Rekord-Vielfalt

29.06.2010
Am Mittwoch, dem 30. Juni startet in Berlin die neunte internationale SOEP User Conference. Zwei Tage lang werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt einander 75 Vorträge und „Poster“ präsentieren, die mithilfe der Forschungs-Infrastruktur des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) erstellt wurden. Fast 150 Papiere wurden diesmal zu der Konferenz eingereicht – soviel wie noch nie zuvor. „Das große Echo bestätigt uns in unserer Arbeit“, sagt SOEP-Leiter Prof. Dr. Gert G. Wagner.

Die SOEP User Conference findet auch dieses Jahr wieder im Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialwissenschaften (WZB) statt. Insgesamt 60 Forschungsergebnisse werden während der Konferenz in Vorträgen vorgestellt, dazu kommen 15 Ergebnisse, die in den sogenannten „Poster Sessions“ präsentiert werden. Besonders auffällig in diesem Jahr ist die große Multidisziplinarität der präsentierten Ergebnisse: Nicht nur Soziologen und Ökonomen – also die „klassische“ Klientel des SOEP – werden auf der Konferenz sprechen, sondern auch Psychologen, Politologen, Statistiker und Geographen. „Das SOEP ist mehr denn je eine multidiszplinäre Forschungs-Infrastruktur“, sagen die wissenschaftlichen Organisatoren im DIW Berlin, Dr. Ingrid Tucci und Dr. Thomas Siedler. „Das Konferenzprogramm zeigt deutlich, dass es mittlerweile nicht nur in der Volkswirtschaftslehre und Soziologie großen Bedarf für unsere Daten gibt.“

Unter den Fragen, die auf der Konferenz behandelt werden sind zum Beispiel Themen wie Gesundheit („The economic consequences of getting ill in the United States and Germany“), Migration („Are immigration influenced by news from their home country?“) oder Lebenszufriedenheit („Well-Being and the Social Context of Promotions“). Die meisten Vorträge sind eher der Grundlagenforschung zuzuordnen. „Die klassische Politikberatung tritt für die SOEP-Nutzer mehr und mehr in den Hintergrund.“ erklärt Gert G. Wagner.

Ein Höhepunkt der Konferenz wird der Vortrag am 1. Juli sein: Die renommierte Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln von der Goethe-Universität aus Frankfurt am Main spricht zum Thema: “Learning about Economic Behavior from German Reunification: Savings and Preferences”. Zum Schluss der Konferenz werden die Preise der „Vereinigung der Freunde des DIW Berlin“ für die besten Poster und Präsentationen verliehen. Gleichzeitig wird auch der Träger des alle zwei Jahre vergebenen Felix-Büchel-Awards für die herausragende Nutzung von SOEP-Daten bekanntgegeben und geehrt.

Hintergrund: Das SOEP

Das Sozio-Oekonomische Panel (SOEP) ist eine seit 1984 laufende Langzeiterhebung von mehr als 10.000 privaten Haushalten in Deutschland. Das am DIW Berlin angesiedelte SOEP gibt Auskunft über Faktoren wie Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit und zu Persönlichkeitsmermalen wie etwa der Risikoneigung von Befragten. Im Auftrag des SOEP werden jedes Jahr in Deutschland etwa 20.000 Personen in rund 10.000 Haushalten von TNS Infratest Sozialforschung (München) befragt. Weil jedes Jahr dieselben Personen befragt werden, können langfristige soziale und gesellschaftliche Trends besonders gut verfolgt werden. Das SOEP wurde erst kürzlich vom Wissenschaftsrat als eine der wichtigsten Forschungsinfrastrukturen im Bereich der Sozial-, Wirtschafts- und Verhaltenswissenschaften gewürdigt. Seit 1984 sind bereits mehr als 6.000 Veröffentlichungen auf der Basis von SOEP-Daten erschienen. Die Größe der SOEP-Stichprobe soll in Zukunft noch erheblich erweitert werden: Mittelfristig soll die Zahl der befragten Haushalte auf 25.000 steigen.

Renate Bogdanovic | idw
Weitere Informationen:
http://www.diw.de/soep2010

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