Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues zur Tuberkulose in Deutschland - Welttuberkulosetag 2014 im RKI

17.03.2014

Die Zahl der Tuberkulosen sinkt kaum noch, bei multiresistenten Erkrankungen steigen die Fallzahlen sogar geringfügig. Das zeigt der aktuelle jährliche Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose für 2012, mit dem das Robert Koch-Institut die Situation in Deutschland umfassend darstellt.

„Die gemeinsamen Anstrengungen in der frühen Erkennung und Prävention von der Tuberkulose müssen daher intensiviert werden“, sagt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März. „Der öffentliche Gesundheitsdienst braucht für die erforderlichen Maßnahmen auch ausreichende Ressourcen“, unterstreicht Burger.

Für das Jahr 2012 wurden dem Robert Koch-Institut insgesamt 4.220 Tuberkulosen übermittelt (4.317 im Jahr 2011). Damit sinken die Fallzahlen bereits das vierte Jahr in Folge kaum noch. Zuvor waren die Erkrankungszahlen jedes Jahr deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2012 starben 146 Patienten an der Tuberkulose (144 im Jahr 2011).

Die Zahl der Tuberkulosen bei Kindern, die seit 2009 kontinuierlich angestiegen waren, blieb 2012 mit 178 Fällen unverändert gegenüber 2011. Aufgrund ihrer besonderen Empfänglichkeit und der Gefahr besonders schwerer Verläufe, sowie auch als Indikator für bestehende Infektionsketten bedarf diese Gruppe aber weiterhin einer ganz besonderen Aufmerksamkeit.

Der Anteil von Erkrankungen durch multiresistente Stämme liegt 2012 bei 2,3 % (65 Fälle) und ist damit höher als im Mittel der 5 Jahre zuvor (2007-2011: 1,9%) Bei Multiresistenz sind mindestens die wichtigsten zwei Standardmedikamente Isoniazid und Rifampicin unwirksam.

In Ballungszentren und Großstädten liegt die Inzidenz (Zahl der gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner) deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 5,2. Zwei aktuelle Veröffentlichungen in der Zeitschrift Eurosurveillance, an denen Wissenschaftler des RKI mitgearbeitet haben, zeigen die Bedeutung dieses Problems im europäischen Kontext.

Das Epidemiologische Bulletin vom 17. März 2014 greift dieses Thema mit einem Beitrag zu den besonderen Herausforderungen für Ballungszentren am Beispiel München auf. Hier wird deutlich, welche umfassende soziale, administrative und sprachvermittelnde Unterstützung Gesundheitsämter zunehmend leisten müssen, um eine adäquate medizinische Versorgung von tuberkulosekranken und -gefährdeten Menschen zu ermöglichen.

Das Motto der Weltgesundheitsorganisation für den Welttuberkulosetag 2014, ins Deutsche frei übertragen „Tuberkulose erkennen, verhindern, heilen: alle erreichen“, ist somit auch für Deutschland von Belang.

Tuberkulose bleibt eine medizinische, sozialmedizinische und gesellschaftliche Herausforderung insbesondere für die Gesundheitsämter und die behandelnden Ärzte.

Ein Forum für den Austausch, den Blick auf bereits Erreichtes und bestehende und zukünftige Herausforderungen in Deutschland ermöglicht eine vom Bundesministerium für Gesundheit finanziell unterstützte Tagung zum Welttuberkulosetag „Neues zur Tuberkulose in Deutschland“ im Robert Koch-Institut am 17. März 2014.

Für die Tagung, die zum ersten Mal stattfindet, haben sich etwa 200 Teilnehmer insbesondere aus Gesundheitsämtern, Praxen, Kliniken und Laboratorien angemeldet. Dies zeigt den großen Informationsbedarf zum Thema und unterstreicht die hohe Bedeutung, die Tuberkulose nach wie vor für die Gesundheit der Bevölkerung hat.

Weitere Informationen: www.rki.de/tuberkulose
 

Herausgeber:
Robert Koch-Institut
Nordufer 20
D-13353 Berlin
www.rki.de

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Pressestelle:
Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
Günther Dettweiler
(stellv. Pressesprecher)
Heidi Golisch
Judith Petschelt

Kontakt
Tel.: 030-18754-2239, -2562 und -2286
Fax: 030-18754 2265
E-Mail: presse@rki.de
Twitter: @rki_de

Susanne Glasmacher | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics