Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Netzwerk untersucht Zusammenhang zwischen HIV und Tuberkulose

25.11.2013
Weltweit sind 34 Millionen Menschen mit HIV infiziert, davon allein 22 Millionen in Afrika. In Deutschland leben derzeit rund 78.000 Infizierte – täglich kommen acht hinzu.

Was bislang wenig bekannt ist: Es sterben immer mehr HIV-infizierte Menschen an Tuberkulose. Auf diese Tatsache möchten saarländische Wissenschaftler mit der Initiative „AITS-AIDS/TB Saar“ aufmerksam machen.

Ziel ist es, Zusammenhänge besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Am 27. November stellen die Initiatoren das Projekt im Rahmen eines Symposiums am Uniklinikum in Homburg vor. Die Europäische Union und die saarländische Staatskanzlei unterstützen das Vorhaben finanziell.

Kommt ein HIV-Infizierter mit Tuberkulose-Bakterien in Kontakt, erkrankt er sehr viel häufiger an Tuberkulose als ein Mensch ohne HIV. Der Grund: Das Virus schwächt das Immunsystem des Körpers. Im Gegenzug beschleunigt die Tuberkulose wiederum das Fortschreiten der HIV-Infektion.

Die Situation verschärft sich noch dadurch, dass sich in den letzten Jahren resistente und besonders gefährliche Tuberkulose-Keime entwickelt haben. Die Ursache sind frühzeitig abgebrochene Therapien. Die multiresistente (MDR-) und die extrem resistente (XDR-) Tuberkulose können mit den üblichen Medikamenten nicht mehr wirksam bekämpft werden.

Die fast schon besiegte Lungenkrankheit breitet sich schnell von Osteuropa Richtung Westen aus und wird damit zur ernstzunehmenden Bedrohung: Deutschland hat schon jetzt die höchste Quote an MDR-Tuberkulose in ganz Westeuropa. Wirksame Medikamente oder Impfstoffe fehlen bisher, denn die Forschung auf diesem Gebiet wurde lang vernachlässigt.

Saarländische Wissenschaftler wollen jetzt die HIV/Tuberkulose-Wechselwirkungen interdisziplinär erforschen, um die multiresistenten Tuberkulose-Bakterien einzudämmen. Sie haben sich in der Initiative „AITS-AIDS/TB Saar“ zusammengeschlossen, um so auch auf das Thema verstärkt aufmerksam zu machen.

„Ziel des Projektes ist es, Fachwissen in nationalen und internationalen Forschungsverbünden zu vernetzen“, so Martina Sester, Professorin an der Universität des Saarlandes und eine der Initiatoren. „Dank dieses Wissenstransfers können wir neue Erkenntnisse gewinnen und mögliche Therapiekonzepte entwickeln – ein entscheidender Schritt im Kampf gegen die tödliche Koinfektion von AIDS und Tuberkulose.“

Im Rahmen eines Symposiums am 27. November 2013 von 13.30 bis 16 Uhr am Universitätsklinikums des Saarlandes (Campus Homburg, Gebäude 60, Hörsaal) stellen sich die Koordinatoren des Netzwerks vor und laden zum fachlichen Austausch ein. Zudem werden der Präsident der Universität des Saarlandes, Professor Volker Linneweber, die Beauftragte der saarländischen Ministerpräsidentin für Hochschulen, Wissenschaft und Technologie, Susanne Reichrath, Claudia Kücherer vom Robert Koch-Institut sowie Professor Christoph Lange vom Forschungszentrum Borstel, Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften, zur Veranstaltung als Redner erwartet.

Die Initiative ins Leben gerufen haben Forscher der Universität des Saarlandes und des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT). Sie werden unterstützt von der European Research and Project Office GmbH (Eurice). „AITS-AIDS/TB Saar“ wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“ und der Staatskanzlei des Saarlandes gefördert.

Weiterführende Informationen zu AITS:
http://aits-project.eu/
Das Programm des Symposiums:
http://aits-project.eu/fileadmin/aits/downloads/Programm-Lageplan_Symposium.pdf
Fragen beantwortet:
Prof. Martina Sester
Transplantations- und Infektionsimmunologie
Tel. 06841/16-23557
E-Mail: Martina.Sester(at)uniklinikum-saarland.de

Melanie Löw | Universität des Saarlandes
Weitere Informationen:
http://aits-project.eu/
http://aits-project.eu/fileadmin/aits/downloads/Programm-Lageplan_Symposium.pdf

Weitere Berichte zu: HIV Initiator Medikament Saar Tuberkulose Tuberkulose-Bakterien

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW
08.12.2016 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht NRW Nano-Konferenz in Münster
07.12.2016 | Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Bindegewebe unter Strom

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Eine Extra-Sekunde zum neuen Jahr

08.12.2016 | Physik Astronomie

Wenn der Fluss krank ist – Fachseminar zu Gewässerökologie und Gewässerschutz

08.12.2016 | Seminare Workshops