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Neues 3-Phasen-Modell für Muskelkranke entwickelt

10.03.2010
Einladung zum "Muskeltag Mecklenburg-Vorpommern" in Greifswald

Am Sonnabend, dem 13. März 2010, lädt der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e. V. (DGM) zusammen mit dem Neuromuskulären Zentrum M-V, der BDH Klinik Greifswald und dem Berufsbildungswerk Greifswald zum "Muskeltag 2010" in die Universitäts- und Hansestadt am Ryck ein.

Auf der Informationsveranstaltung im Berufsbildungswerk (Pappelallee 2, ab 9.00 Uhr) wird auch ein neues Modell zur übergreifenden Behandlung von schwer muskelkranken Menschen öffentlich vorgestellt. Zu dem Patientenforum, auf dem über moderne Behandlungsmethoden bei neuromuskulären Erkrankungen informiert werden soll, wird der Staatssekretär aus dem Landesgesundheitsministerium, Nikolaus Voss, erwartet. Interessierte Patienten, Angehörige und die Vertreter der Medien sind recht herzlich eingeladen.

ALS, LEMS, PROMM oder Kennedy - hinter diesen Bezeichnungen stehen Muskelerkrankungen, die nach der Diagnose nicht selten das Leben der Betroffenen auf den Kopf stellen. Es gibt über 800 verschiedene neuromuskuläre Erkrankungen, die im Volksmund eher unter dem Begriff Muskelschwund bekannt sind. Muskelerkrankungen können durch Entzündungen oder Stoffwechselstörungen ausgelöst werden. Genetische Veränderungen am Muskel, Tumorerkrankungen oder Erkrankungen des Gehirns können ebenfalls zu Muskelerkrankungen führen. Für die Patienten ist der Austausch in Selbsthilfegruppen oder die Unterstützung durch die Gesellschaft für Muskelkranke oftmals von großer Bedeutung, um den Alltag mit der neuen Herausforderung und entsprechenden Hilfsmitteln in den Griff zu bekommen. Einer der bekanntesten Menschen mit einer Muskelerkrankung ist der britische Astrophysiker Stephen William Hawking (68), bei dem 1963 eine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert wurde.

Im Jahr 1965 wurde die DGM (http://dgm.org/) auf Initiative von Eltern und Ärzten gegründet, um die Erforschung und Bekämpfung der Muskelerkrankungen voranzubringen. Im Laufe der Jahre hat sich der Selbsthilfegedanke für Familien mit Muskelkranken immer stärker herausgestellt.

In Vorträgen werden am Muskeltag unter anderem typische Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Kindern und Erwachsenen aufgezeigt, Formen der genetischen Diagnostik dargestellt, über moderne Verfahren bei ALS informiert und die Untersuchungsmethode der Muskelbiopsie, einer Gewebeentnahme, erläutert (s. Programm unter http://dgm.org/landesverbaende/files/muskeltag_mp.pdf). Der Ärztliche Direktor und Chefarzt der BDH-Klinik Greifswald, Prof. Thomas Platz, wird ein neues Therapiekonzept für Muskelkranke bekannt machen, das an das erfolgreiche 3-Phasen-Modell bei Menschen mit schweren Kopfverletzungen anknüpft. Dieser Ansatz verfolgt eine interdisziplinäre medizinische Behandlung und Rehabilitation in enger Kooperation mit dem Muskelzentrum Vorpommern am Uniklinikum, der BDH-Klinik als Neurologisches Rehabilitationszentrum und dem Berufsbildungswerk in Greifswald. Das Modell soll vor allem muskelkranken Jugendlichen und Erwachsenen helfen, wieder einen Platz im Berufsleben zu finden.

Muskeltag M-V mit Foto- und Hilfsmittelausstellung
Kontakt DGM M-V: Helmut Mädel, Tel. 03834-447 207, E-Mail helmut.maedel@dgm.org
Ansprechpartner Universitätsklinikum Greifswald
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Stellv. Direktor: Prof. Dr. med. Heinz Lauffer
Leiter Abt. Neuropädiatrie/Stoffwechselerkrankungen
Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-63 35/7
E lauffer@uni-greifswald.de
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Prof. Dr. med. Ulf Schminke
Sprecher Muskelzentrum Vorpommern
Sauerbruchstraße, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-68 19
E Ulf.Schminke@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-greifswald.de

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