Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017

In mikroelektronischen Bauelementen werden immer mehr Einzelchips, Sensoren, Dioden und weitere Bauelemente auf kleinstem Raum kombiniert, um höhere Leistungen möglich zu machen. Parallel müssen die Methoden der Mikrodiagnostik permanent weiterentwickelt werden: So ist sichergestellt, dass bei wachsender Komplexität und Miniaturisierung der Bauteile die nötige Zuverlässigkeit gewahrt bleibt. Rund 150 internationale Experten präsentieren am 26. und 27. April in einem Workshop am Fraunhofer-Center für angewandte Mikrodiagnostik CAM in Halle (Saale) neue Ergebnisse dazu. Im Rahmen des Workshops erfolgt zudem der Startschuss für den Erweiterungsbau des Fraunhofer CAM.

»Je kleiner ein Chip ist, desto leistungsfähiger ist er. Deshalb sind in modernen Chips auf wenigen Quadratmillimetern bereits viele Millionen bis zu einigen Milliarden von Einzeltransistoren untergebracht. Sie werden auch nicht mehr nur auf einer Ebene, sondern in dreidimensionalen Architekturen mit gestapelten Chips aufgebaut. Das bedeutet eine enorme Herausforderung für die Mikrodiagnostik«, sagt Frank Altmann, Leiter der Halbleiterdiagnostik-Gruppe des Fraunhofer CAM und Organisator des Workshops.


Hochintegriertes Mikroelektronik-Bauelement, aufgebaut aus vier übereinander gestapelten und vertikal miteinander verbundenen Speicherchips und einem Controller-Chip.

Fraunhofer IMWS

Denn in solch komplexen Strukturen einen möglichen Fehler zu finden, beispielsweise einen Kontaktabriss oder einen einzelnen defekten Transistor, erfordert hochauflösende Diagnostik-Methoden und genaue Kenntnis der Bauteile sowie der eingesetzten Materialien.

Im Rahmen des Workshops, der zum sechsten Mal in Halle stattfindet, präsentieren internationale Spitzenforscher und Experten aus der Industrie neue Lösungsansätze für diese Fragen. Der Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf der Weiterentwicklung von Diagnostikmethoden und -geräten. Begleitet wird der CAM-Workshop von einer Ausstellung, in der Hersteller von Analysegeräten ihre neusten Produkte vorstellen.

Ingrid de Wolf vom Interuniversity Microelectronics Centre (IMEC) in Leuven, Belgien, wird zur Eröffnung der Tagung einen Überblick zu 3D-Aufbau- und Verbindungstechniken geben. In einer weiteren Keynote geht Jörg Krinke von der Robert Bosch GmbH auf Herausforderungen bei Multi-Chip-Modulen ein. Im Rahmen des Workshops werden zudem erstmals Ergebnisse aus dem laufenden Forschungsvorhaben »Smart Analysis Methods for 3D Integration in Advanced Microsystems and Corresponding Materials (SAM3)« vorgestellt.

In diesem Projekt arbeitet das Fraunhofer CAM mit zehn Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Frankreich und Deutschland an neuen Methoden für die Fehleranalyse für hochintegrierte »System-in-Package«-Komponenten. Die Arbeiten des Fraunhofer CAM werden dabei durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

»Ich freue mich sehr, dass wir erneut zahlreiche Vertreter führender Industrieunternehmen und renommierter Forschungseinrichtungen nach Halle holen konnten. Wir möchten die Gelegenheit auch nutzen, mit ihnen unser 25. Jubiläum zu feiern sowie einen Überblick über die künftigen Schwerpunkte des Fraunhofer CAM zu geben«, sagt Prof. Matthias Petzold, Leiter des Fraunhofer CAM Seit 1992 ist die Fraunhofer-Gesellschaft in Halle aktiv; die Forschungsarbeiten zur Zuverlässigkeit von Mikroelektronik bilden einen zentralen Kern des heutigen Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS, zu dem das Fraunhofer CAM gehört.

Für die Zukunft wird die Forschungseinrichtung noch besser aufgestellt sein: Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, übergibt in seiner Botschaft symbolisch den Grundstein für den Erweiterungsbau des Fraunhofer CAM. Auf einer Gesamtfläche von 770 Quadratmetern entstehen neue Labors, Büros und Seminarräume, dafür werden 9 Millionen Euro investiert.

Die Hälfte des Investitionsbetrags stammt aus Mitteln des Europäischen Struktur- und Investitionsfonds (EFRE), darüber hinaus werden Bundes- und Landesmittel in Höhe von je 25 Prozent aufgebracht. »Durch die Erweiterung schaffen wir ideale Möglichkeiten für die Entwicklung von Hightech-Produkten aus Sachsen-Anhalt. Zum Beispiel beim Einsatz von Mikroelektronik für das autonome Fahren kann das Fraunhofer CAM damit seine exzellente Position ausbauen und gemeinsam mit Unternehmen der Region wichtige Impulse setzen«, betont Ude. Die Bauarbeiten sollen Ende 2018 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen:

http://www.imws.fraunhofer.de/de/kontakt/presse/pressemitteilungen/Mikroelektron...

Clemens Homann | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS
Weitere Informationen:
http://www.imws.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt
20.09.2017 | Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH

nachricht Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle
20.09.2017 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Granulare Materie blitzschnell im Bild

21.09.2017 | Verfahrenstechnologie

Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Überleben auf der Schneeball-Erde

21.09.2017 | Biowissenschaften Chemie