Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Materialien für vorgeschädigte Knochen

03.11.2011
Tagung zur Biomaterialforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Die moderne Medizin verfügt über sehr gute Operationsmethoden zur Versorgung von Knochenbrüchen und zum Einsetzen von Implantaten. Ist das Knochengewebe jedoch durch Osteoporose oder Tumorerkrankungen des Knochens geschädigt, führt das bei Operationen zu Schwierigkeiten beim Verankern von Prothesen oder Schrauben.

Die Entwicklung neuer Materialien zum Ersatz von vorgeschädigtem Knochengewebe ist ein Schwerpunkt der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomaterialien (DGBM) vom 10. bis 12. November 2011 im Universitätshauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). An neuen Lösungen für dieses Problem arbeitet das Team des Sonderforschungsbereiches zum Thema „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“ unter Federführung der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie der JLU, dessen bisherigen Ergebnissen im Rahmen der Tagung ein eigener Vortragsblock mit insgesamt 13 Beiträgen gewidmet ist.

Die Medizin steht hier vor großen Herausforderungen, aber auch vor beachtlichen Entwicklungen und Innovationen. In der letzten Dekade ist es zu einem rasant wachsenden Verständnis der Prozesse innerhalb der Zellen und der molekularbiologischen Mechanismen gekommen, die für die Selbstheilung von Knochengewebe verantwortlich sind. Die Wissenschaft befindet sich in der Mitte einer Explosion des Wissens über zelluläre und molekularbiologische Prozesse, die es erlauben, diese Selbstheilungskräfte gezielt zu nutzen und die eine erhebliche Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten – unter dem Schlagwort der regenerativen Medizin – bedeuten.

Die Entwicklungen in der regenerativen Medizin haben schon jetzt Einzug in den klinischen Alltag in Unfallchirurgie, Orthopädie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie genommen. Hierzu zählen unter anderem der Ersatz von Knorpel- und Hautgewebe, die durch sogenanntes „Tissue engineering“ – eine Kombination von innovativen Materialien und Zellkulturen – verfügbar wurden. Darüber hinaus stehen für den Ersatz von körpereigenen Knochen unterschiedliche künstlich hergestellte Knochenersatzmaterialien zur Verfügung, die sich durch eine hohe Verträglichkeit auszeichnen und das körpereigene Knochenwachstum unterstützen.

Trotz all dieser ermutigenden klinischen Erfolge hat die regenerative Medizin zukünftig noch viele grundlegende Probleme zu lösen. Dabei beeinflussen neue Forschungsergebnisse immer wieder die Erarbeitung wichtiger Projekte, beispielsweise zur Reparatur defekter Gewebebereiche wie beim oben genannten Sonderforschungsbereich. Im Rahmen des Kongresses werden in Übersichtsvorträgen von im In- und Ausland bekannten Forschern experimentelle und klinische Ergebnisse hierzu vorgestellt.

Die Jahrestagung der DGBM bringt die Entwickler innovativer Materialien aus den Bereichen Materialforschung, Biowerkstoffforschung sowie Grenz- und Oberflächenforschung mit deren Anwendern aus der Medizin, insbesondere Unfallchirurgen, Orthopäden, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen und Zahnmedizinern, zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch zusammen. Die circa 350 Tagungsteilnehmer werden sich mit der Frage beschäftigen, welche Materialien möglichst ohne Komplikationen wie Infektionen oder Abstoßungsreaktionen zum Ersatz von menschlichem Gewebe eingesetzt werden können. Das Ersetzen von Körperteilen, die ihre Funktionsfähigkeit durch Abnutzungserscheinungen, Unfälle, Infektionen oder Tumorerkrankungen eingebüßt haben, ist bei der Behandlung verschiedenster Erkrankungen von essentieller Bedeutung – denkt man nur an das Einsetzen von deutschlandweit über 213.000 künstlichen Hüft- und 158.000 Kniegelenken pro Jahr.

Pressevertreter sind herzlich zur Teilnahme an der Tagung eingeladen und haben die Möglichkeit, den Tagungspräsidenten Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Reinhard Schnettler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Gießen-Marburg, zu den Tagungsthemen zu interviewen.

Kontakt:
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Ulrike Kaiser
Carl-Pulfrich-Str. 1, 07745 Jena
Tel. 03641 31 16 281
ulrike.kaiser@conventus.de

Charlotte Brückner-Ihl | idw
Weitere Informationen:
http://www.conventus.de/dgbm2011

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften