Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Materialien für die Fusionsforschung

03.05.2011
IPP organisiert internationale Konferenz in Rosenheim / 280 Teilnehmer aus aller Welt

Über 280 Wissenschaftler aus aller Welt werden sich vom 9. bis 13. Mai in Rosenheim über neue Ergebnisse der Materialforschung für Fusionsanlagen austauschen.

Der traditionsreiche "International Workshop on Plasma-Facing Materials and Components for Fusion Applications" (PFMC) findet alle zwei Jahre in wechselnden Gastländern statt. Er ist in diesem Jahr verbunden mit der "International Conference on Fusion Energy Materials Science". Organisator der gemeinsamen Veranstaltung ist das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching.

Ziel der Fusionsforschung ist es, ein Kraftwerk nach dem Vorbild der Sonne zu entwickeln: Es soll Energie aus der Verschmelzung leichter Atomkerne gewinnen. Dazu muss es gelingen, den Brennstoff - ein dünnes, elektrisch geladenes Wasserstoff-Gas, ein "Plasma" - in einem Magnetfeldkäfig einzuschließen und auf Zündtemperaturen über 100 Millionen Grad aufzuheizen. Obwohl der heiße Plasmaring nahezu berührungsfrei vor den Wänden des Plasmagefäßes schwebt, können dennoch Teilchen- und Wärmeströme aus dem Plasma einzelne Wandbereiche stark belasten. Die attraktiven Eigenschaften, die ein Fusionskraftwerk erwarten lässt, setzen daher neue hochleistungsfähige Materialien voraus, die schwer aktivierbar sind, hitzebeständig, wärmeleitfähig und widerstandsfähig gegen physikalische und chemische Erosion.

Um solche Materialien zu entwickeln, muss man die möglichen Wechselwirkungen zwischen Plasma und Gefäßwand ergründen - angefangen mit den Vorgängen auf atomarer Ebene im Material bis hin zum Verhalten kompletter Bauteile. Beispielsweise will man vorhersagen, welche Plasmateilchen auf die Wände aufprallen werden und welche Veränderungen sie dabei hervorrufen. Oder es geht darum, ein plasmaverträgliches aber sprödes Wandmaterial wie Wolfram durch raffinierte Faserverstärkung zu stabilisieren.

Die mit dem PFMC-Workshop gekoppelte "Internationale Konferenz für Fusionsmaterialforschung" stellt die Ergebnisse des im Herbst auslaufenden europäischen Projektes FEMaS (Fusion Energy Materials Science) vor. Diese Koordinierungsmaßnahme der Europäischen Union hat unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in den letzten drei Jahren ein starkes Netzwerk aufgebaut. Europaweit verbindet es Fusionsforscher mit Wissenschaftlern an Universitäten oder Großgeräten wie Synchrotronstrahlungs- oder Neutronenquellen. Mit ihrer Hilfe gelingt es zum Beispiel, Materialstrukturen und -schäden zerstörungsfrei aufzuklären und plastisch sichtbar zu machen. So lassen sich die belastenden Wirkungen des Plasmas grundlegend verstehen und optimierte Fusionsmaterialien entwerfen, die tolerant gegen Schädigungen sind.

Isabella Milch | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipp.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli
26.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie