Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Ansätze zur Behandlung der Alzheimer-Demenz

05.12.2008
Wissenschaftler diskutieren Forschungserfolge während der Baltic Winter School
Die Vorgänge, die bei der Alzheimer-Demenz ablaufen, sind Wissenschaftlern weitgehend bekannt. Die Ursachen dieser häufigsten aller neurodegenerativen

Erkrankungen und die Möglichkeiten ihrer Behandlung sind allerdings noch immer Gegenstand intensiver Grundlagenforschung.

Vom 5. bis zum 7. Dezember 2008 werden während der Baltic Winter School im Ostseebad Binz neue Entwicklungen bei der Erforschung neurodegenerativer Krankheiten und Möglichkeiten ihrer Behandlung vorgestellt. Organisiert wird die Tagung durch das Forschungslabor für Neurodegenerative Erkrankungen der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock. Besonderes Augenmerk gilt der interdisziplinären Arbeit, deshalb sind auch Mathematiker und Informatiker beteiligt. Erwartet werden etwa 50 Experten aus dem In- und Ausland.

"Wir werden neue Erkenntnisse über die Entstehung und Behandlung der Alzheimer-Demenz vorstellen", kündigt Professor Dr. Dr. Jens Pahnke, Leiter des

Forschungslabors an. Bei der Alzheimer-Krankheit lagern sich nach und nach Proteine im Gehirn ab, wodurch sich die Denkleistung der Betroffenen immer weiter verschlechtert. Betroffen sind vor allem Menschen ab dem 65. Lebensjahr. Es wird geschätzt, dass im Jahre 2050 weltweit rund 106 Millionen Menschen erkrankt sein werden.

Professor Pahnke suchte mit seinem Wissenschaftlerteam nach Möglichkeiten, die abgelagerten Proteine aus dem Gehirn zu lösen und abzutransportieren. Die

Rostocker Forscher fanden heraus, dass diese Aufgabe durch zwei bestimmte Proteine übernommen werden kann.

Aktivatoren könnten den Patienten als Medikamente verabreicht werden.
Dieses bereits mehrfach erfolgreich an Mausmodellen in Rostock getestete
Verfahren kann die Menge des im Hirn abgelagerten toxischen Peptids auf 5 % der Ausgangsmenge reduzieren und damit die negativen Folgen der Erkrankung um mehrere Jahre hinauszögern. Für das Verfahren wird derzeit ein Patent angemeldet.

Zur Baltic Winter School sind neben Referenten aus verschiedenen medizinischen Bereichen und Fakultäten der Universität Rostock auch Redner aus dem Ausland eingeladen. So werden Sprecher aus den USA, vom weltweit größten Zentrum für Primatenforschung, über die Darstellung der Eiweißablagerung im Gehirn referieren. Ebenfalls erwartet werden Forscher von der Cambridge University und vom Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems bei Greifswald.

Das Forschungslabor für Neurodegenerative Krankheiten ist eine Einrichtung der Universität Rostock, angesiedelt an der Medizinischen Fakultät sowie an der Interdisziplinären Fakultät, Department "Aging Sciences and Humanities". Das Forschungslabor ist beteiligt am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)/Helmholtz- Partnerzentrum Rostock-Greifswald. In diesem Forschungsverbund ist das Rostocker Labor mit der europaweit einzigen geförderten Autopsie-Studie ab 2009 betraut, in deren Rahmen die Gehirne Dementer detailliert untersucht werden.

5. bis 7. Dezember 2008, Baltic Winter School, Jugendherberge Binz, Strandpromenade 35, 18608 Binz

Kontakt
Professor Dr. Dr. Jens Pahnke
Universität Rostock
Forschungslabor für Neurodegeneration
Zentrum für Nervenheilkunde
Gehlsheimer Straße 20
18147 Rostock
Tel. 0381 4944-700
Professor Dr. Reiner Benecke
Geschäftsführender Direktor
Zentrum für Nervenheilkunde
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Gehlsheimer Straße 20
18147 Rostock
Tel. 0381 494-9511

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.nrl.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?
16.01.2017 | Wissenschaft im Dialog gGmbH

nachricht 14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“
12.01.2017 | BusinessForum21

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie