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Netzexperten diskutieren Rolle der Sternpunktbehandlung im Störungsfall und beim Netzausbau

12.08.2016

- Energietechnische Gesellschaft im VDE richtet Dreiländertagung STE 2017 aus
- Call for Papers läuft noch bis zum 4. Oktober 2016

Störungen wie Kurzschlüsse in elektrischen Netzen haben ihren Ursprung meistens im Durchbruch oder der Überbrückung der Isolierung eines Leiters gegen Erde. Welche Rolle dabei die sogenannte Sternpunktbehandlung spielt, steht im Mittelpunkt einer Tagung der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE|ETG).

Am 21. und 22. Februar 2017 veranstaltet die VDE|ETG gemeinsam mit der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE|ITG) und den Energietechnischen Gesellschaften des österreichischen Verbandes OVE und des Schweizer Verbandes electrosuisse in Aschaffenburg die Tagung „STE 2017 – Sternpunktbehandlung in Netzen bis 110 kV“. Ziel der Tagung ist es, die Rolle der Sternpunktbehandlung beim Aus- und Umbau der Netze oder bei Betriebsstörungen mehr in den Fokus zu rücken.

Wenn von der Behandlung von Sternpunktbehandlung in Netzen gesprochen wird, geht es meistens um die Behandlung der Transformatorsternpunkte. Diese können isoliert betrieben oder über eine Kompensationsspule, niederohmig oder auch starr, d.h. quasi ohne Widerstand geerdet sein.

Die Wahl der Sternpunktbehandlung ist abhängig von der Netzgröße und Spannungsebene. Sie hat Einfluss auf Investitionskosten und Versorgungssicherheit, aber auch auf die Funktionsweise im Fehlerfall. So soll eine niederohmige Sternpunkterdung im Fehlerfall dafür sorgen, dass ein ausreichend großer Fehlerstrom fließt, damit die Schutzgeräte den Fehler auch sicher erkennen und abschalten können. Gleichzeitig soll der Strom bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten, damit keine Schäden an Betriebsmitteln auftreten.

Auf der Tagungsagenda stehen auch die Herausforderungen, die sich durch den wachsenden Anteil von Erdkabeln beim Ausbau der 110 kV-Netze ergeben. Seit 2011 sind Netzbetreiber gesetzlich dazu verpflichtet, neue Hochspannungsleitungen als Erdkabel auszuführen, so lange ihre Kosten die von Freileitungen nicht um den Faktor 2,75 überschreiten (§ 43h EnWG).

110 kV-Netze sind derzeit fast ausschließlich Freileitungsnetze, die gesetzliche Regelung ändert dies perspektivisch. Viele der bestehenden Freileitungsnetze können jedoch nicht unbegrenzt mit Kabeln ausgebaut werden, da im Fehlerfall die Grenzwerte des Erdschlussreststroms überschritten werden könnten. Hierzu stellen die Experten Lösungen vor.

Die Veranstaltung richtet sich an Führungskräfte und Experten aus Netzbetrieb, -planung, -services, Schutz- und Leittechnik sowie Hersteller, Planungs- und Ingenieurbüros sowie Vertreter aus Universitäten und Hochschulen. Noch bis zum 4. Oktober können Interessierte Beiträge zu folgenden Themen einreichen:

1. Auswirkung zunehmender Verkabelung
2. Anforderungen an Erdungssysteme
3. Neuentwicklungen bei Betriebsmitteln
4. Innovative Verfahren zur Sternpunktbehandlung
5. Erfahrungen aus dem Netzbetrieb
6. Erdschlussversuche
7. Fallbeispiele, Trends

Weitere Informationen zur Tagung und zum CfP stehen unter www.vde.com/ste2017 zur Verfügung.

Weitere Informationen:

http://www.vde.com
http://www.vde.com/ste2017

Melanie Unseld | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

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