Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanomedizin als Chance in der modernen Medizin

21.07.2009
EuroNanoMedicine 2009 vom 28.-30. September in Bled

Die Behandlung von Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Multiple Sklerose oder Demenzerkrankungen stellt auch die moderne Medizin noch vor große Herausforderungen. Vielversprechende Lösungsansätze bietet die "Nanomedizin", also der Einsatz kleinster Partikel in der Diagnostik und Therapie.

Die neuesten Fortschritte und Resultate werden auf der EuroNanoMedicine 2009 am 28.-30. September 2009 in Bled, Slowenien, von Experten aus den Bereichen der Medizin, Nanotechnologie, Chemie, Zellbiologie und Toxikologie vorgestellt und diskutiert.

Herausragende Themen der EuroNanoMedicine 2009 sind u. a. die die Überwindung körpereigener Barrieren mit Hilfe nanoskaliger Wirkstofftransportsysteme, neue nano-basierte Diagnostika sowie Biokompabilität und Toxizität solch neuartiger Systeme. Die dreitägige Konferenz umfasst neben wissenschaftlichen Gesichtspunkten auch politische und gesellschaftliche Aspekte der Nanomedizin in Europa.

Nanomaterialien sind bisher vor allem aus der Industrie bekannt, zum Beispiel bei der Beschichtung von Oberflächen. In der Nanomedizin werden Nanopartikel unter anderem als Wirkstoffträger verwendet. Sie sollen Wirkstoffe gegen vorzeitigen Abbau auf dem Weg durch den Körper schützen oder die Aufnahme im Körper erleichtern. Durch Einführen spezieller biologischer Funktionalitäten an der Oberfläche dieser nanoskaligen Vehikel soll eine gerichtete Wirkstofffreisetzung am Zielort erreicht werden. Das kann die Wirksamkeit des Medikamentes erhöhen und Nebenwirkungen verringern.

Ausrichter der EuroNanoMedicine 2009 ist das multidisziplinäre Integrierte Projekt NanoBioPharmaceutics gemeinsam mit den Projekten NanoEar und MediTrans; alle drei Projekte werden von der Europäischen Kommission gefördert. In NanoBioPharmaceutics haben sich 25 Partner aus 12 EU-Ländern und Israel zusammengeschlossen, darunter 12 Universitäten, sechs Forschungsinstitute, vier KMUs und drei große pharmazeutische Unternehmen. Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und endet im September 2010.

Ziel des Projektes ist es, biologisch abbaubare Nanopartikel-basierte Transportsysteme zu entwickeln, mit denen Protein- oder Peptidwirkstoffe sicher über physiologische Barrieren transportiert werden und am Zielort freigesetzt werden können. So muss beispielsweise ein Alzheimer-Medikament zunächst die Blut-Hirn-Schranke passieren, die das Gehirn vor schädlichen Substanzen schützt. Auch für Diabetespatienten würde es einen großen Gewinn an Lebensqualität bedeuten, ließe sich Diabetesmedikation oral statt durch Injektionen verabreichen. Außerdem werden innerhalb von Nano-BioPharmaceutics neue Testsysteme auf Basis von Zellkulturen erforscht und mit den Ergebnissen aus Tierversuchen verglichen. Langfristiges Ziel ist dabei, Methoden zu finden, die die derzeit für die Erprobung von Medikamenten vorgeschriebenen Tierversuche einschränken und vielleicht irgendwann ersetzen können.

Gegen Ende des dritten Projektjahres ist im Rahmen von NanoBioPharmaceutics ein großes Spektrum an nanopartikulären Systemen entwickelt worden, die derzeit optimiert und auf ihre Eignung und ihren Erfolg zum Transport von Wirkstoffen bei oraler oder nasaler Aufnahme oder über die Blut-Hirn-Schranke überprüft werden.

Kontakt:
DECHEMA e.V.
Nicole Seehaas
E-mail: seehaas@dechema.de
Phone: +49 (0)69 7564 145

Dr. Kathrin Rübberdt | idw
Weitere Informationen:
http://www.dechema.de/
http://www.nanobiopharmaceutics.org/
http://www.dechema.de/euronanomedicine2009

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

nachricht Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens
19.01.2017 | Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise