Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanomaterialien in Lebensmitteln - Noch viel Klärungsbedarf

12.02.2015

Zum Tagungsmotto „Überwachung und Industrie im Dialog“ hat der Regionalverband Nord der Lebensmittelchemischen Gesellschaft ein heißes und zudem brandaktuelles Thema ausgewählt: Nanomaterialien.

Denn seit dem 13. Dezember 2014 gilt nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) eine Kennzeichnungspflicht für alle Zutaten, die in Form „technisch hergestellter Nanomaterialien“ im Lebensmittel vorhanden sind.

Die Prüfung, ob dieser rechtlichen Verpflichtung nachgekommen wurde, ist aber zur Zeit noch gar nicht möglich, so Dr. Axel Preuß, Leiter des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, im Vorfeld der Regionalverbandstagung am 9. und 10. März an der Universität Oldenburg.

Preuß bezeichnet in seinem Vortrag „Law meets Science: Kennzeichnungspflicht für Nanomaterial“ die derzeitige Begriffsbestimmung für Nanomaterialien als ungeeignet. Eine Neufassung der Definition sei in Bearbeitung, aber auch aus diesem Grunde sei derzeit nicht eindeutig geklärt, wann Nanomaterialien in Lebensmitteln zu kennzeichnen sind.

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass es bisher kein Nachweisverfahren gibt, das die notwendigen Anforderungen gemäß der derzeitigen Begriffsbestimmung für kennzeichnungspflichtiges Nanomaterial erfüllt. „Die Wissenschaft ist daher gefordert, sich möglichst schnell auf eine entsprechende Analysenmethode zu einigen, die dann als Standardverfahren festgelegt werden muss“, so Preuß.

Den Stand der Analytik von Nanomaterialien beleuchtet auf der Tagung Dr. Philipp Brüning, der bei der Eurofins WEJ Contaminants GmbH die Abteilung Nanotechnologie leitet und Obmann der Arbeitsgruppe Nanomaterialien in der Lebensmittelchemischen Gesellschaft ist. Auch er weist auf den Klärungsbedarf hin, den es noch immer bei der Definition von Nanomaterialien, beim Umgang mit regulatorischen Vorgaben und bei der Beurteilung von Produkten gibt.

Verlässliche Analysenmethoden seien für eine rechtliche Beurteilung ebenso notwendig wie für die Qualitäts- und Sicherheitsprüfung, die Hersteller an ihren Produkten durchführen und belegen müssten. Routineanalysen seien aber wegen der komplexen Matrices der Lebensmittel gegenwärtig noch nicht möglich.

In der Regel müssen die Methoden an die jeweiligen Fragestellungen angepasst werden. Hierzu werden Strategien erarbeitet, die Methoden schnell zu modifizieren, und Erfahrungen mit den unterschiedlichen Techniken gesammelt. So gelangt man mehr und mehr zu fundierten Abschätzungen, ob ein Produkt wegen Nanomaterialien zu kennzeichnen ist.

Weiterführende Informationen finden sich unter https://www.gdch.de/netzwerk-strukturen/fachstrukturen/lebensmittelchemische-ges....

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 31.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie hat 27 Fachgruppen und Sektionen, darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, deren Aufgabe es ist, den Gedankenaustausch auf dem Gebiet der Lebensmittelchemie und deren Nachbardisziplinen zu fördern und fachliche Anregungen zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden u.a. Tagungen der sechs Regionalverbände durchgeführt. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft ist mit fast 2.900 Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet alljährlich den Deutschen Lebensmittelchemikertag – in diesem Jahr vom 14. bis 16. September in Karlsruhe.

Weitere Informationen:

http://www.gdch.de

Dr. Renate Hoer | GDCh

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017
24.07.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie