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Die Nährstofflast in Gewässern berechnen: Erste MONERIS-Anwendertagung

19.11.2009
Sind Flüsse oder Seen mit Nährstoffen überfrachtet, können Wasserpflanzen und Algen sich massenhaft vermehren. Die damit verbundenen intensiven Stoffumsetzungen verbrauchen Sauerstoff: Für viele Tier- und Pflanzenarten kein geeigneter Lebensraum.

Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben mit finanzieller Unterstützung des Umweltbundesamtes das Programm MONERIS entwickelt: Ein Nährstoffeintragsmodell, welches hauptsächlich die Stickstoff- und Phosphoreinträge in Oberflächengewässer berechnet. Vom 18.11.2009 bis 20.11.2009 findet die erste MONERIS-Anwendertagung im Dorinth Hotel in Adlershof in Berlin statt.

MONERIS erfasst Einträge über atmosphärische Deposition, Abschwemmung, Erosion, Drängen, Grundwasser und Punktquellen. Das Modell findet einen breiten Anwenderkreis und wurde bereits in den verschiedensten Regionen der Erde eingesetzt. Es wird derzeit bevorzugt zur Ermittlung der Nährstoffeinträge, der Retention im Oberflächengewässer sowie der Frachten von Flusseinzugsgebieten eingesetzt, um die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu unterstützen.

Es ist eine wesentliche Stärke des Programms, dass es die Wirkung von Managementmaßnahmen abbilden kann. Mit der Ausweisung von unterschiedlichen Maßnahmenpaketen für verschiedene Regionen werden regionale Aspekte sowie die Effekte der Maßnahmen auf den Nährstoffhaushalt und deren Kosteneffektivität berücksichtigt.

Am ersten Tag der 1. Moneris-Anwendertagung wurde im Rahmen von Vorträgen das Modell mit seinen Neuerungen vorgestellt, zudem werden Anwender von ihren Erfahrungen mit dem Modell berichten. Am zweiten Tag eröffnen parallele Workshops die Möglichkeit, spezielle Themen wie Datenvorhaltung, die Einbeziehung der Auswirkungen des Globalen Wandels auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie die Kostenkalkulationen für die Umsetzung von Maßnahmen zu vertiefen. Am dritten Tag schließt die Tagung mit einer Exkursion zum Experimentalgerinne "HEFE", welches Untersuchungen zu Nährstoffprozessen und zur Retention im Freilandversuch ermöglicht.

Begleitet wird die Tagung durch die Vorführung der benutzerfreundlichen Oberfläche von MONERIS sowie die Möglichkeit, Maßnahmen und Szenarien selbst zu gestalten.

Kontakt: Dr. Markus Venohr
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
E-Mail: m.venohr@igb-berlin.de
Telefon: 030/ 641 81 683

Gesine Wiemer | idw
Weitere Informationen:
http://www.igb-berlin.de
http://www.fv-berlin.de

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