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Nachts Tempo 30 für die Gesundheit

25.04.2012
Jenaer Akustik-Tag und „Tag gegen Lärm“ sensibilisieren für „Emission: Impossible!“

Gut besucht ging heute Nachmittag der diesjährige 9. Jenaer Akustik-Tag an der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena zu Ende. Verbunden mit ihm war der „Tag gegen Lärm“, eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik (DEGA), die bereits seit 1998 stattfindet und sich an den „International Noise Awareness Day“ in den USA anlehnt.

Ähnliche Aktionstage gibt es u.a. auch in Österreich, Spanien und der Schweiz. Mit dem „Tag gegen Lärm“ wird die Öffentlichkeit über Lärm und seine Ursachen informiert sowie vor allem für seine gesundheitsschädigenden Auswirkungen sensibilisiert.

Der diesjährige „Tag gegen Lärm“ widmete sich speziell den Kindern in ihrer akustischen Umwelt. Lärm beeinflusst Kinder in ihrem Verhalten, reduziert ihr Lerntempo und kann nicht nur ihre Merkfähigkeit, sondern auch ihre Gesundheit beeinträchtigen. Insbesondere nächtlicher Fluglärm wird zunehmend als Problem wahrgenommen. Mit der individuellen Belästigung und gesundheitlichen Belastung der Betroffenen steigen auch die sozialen Kosten für die Behandlung der von Lärmstress verursachten Erkrankungen. Nicht zuletzt hieß das Motto des heutigen Tages deshalb „Emission: Impossible!“.

So spielte auch der Verkehrslärm auf dem Jenaer Akustik-Tag eine Rolle. Ulrich Peschel vom Bundesumweltamt Dessau legte Zahlen und Vergleiche zum Thema „Lärmbelastung durch Straßenverkehr – Wirkung und Möglichkeiten der Reduktion“ vor. Genau dies wurde in den letzten beiden Jahren auch in Jena schon kontrovers diskutiert: Bekanntlich hat die Ernst-Abbe-Fachhochschule dazu Untersuchungen durchgeführt und nachgewiesen, dass eine nächtliche Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu einer spürbaren Lärmreduktion führt. Dies bestätigte der Referent heute ebenfalls. Vor allem sollten vom nächtlichen Straßenlärm betroffene Bürger nicht in die Defensive gehen, nach dem Motto: “Ich hab‘ mich dran gewöhnt, ich hör‘ das nicht mehr…“ Der Körper hört den Lärm sehr wohl, wie Peschel unterstrich, und bezahlt langfristig mit der Gesundheit.

B. Spessert, B. Kühn, sn

Sigrid Neef | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-jena.de/

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