Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Nachbarn des Tumors angreifen

04.06.2012
Die Forscher des UniversitätsTumorCentrums am Universitätsklinikum Jena (UKJ) sind am 8. und 9. Juni Gastgeber für das internationale Fachsymposium „Tumor-Microenvironment – Bedeutung für Tumorbiologie und Klinik“.
Mehr als 70 Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Schweden werden hier ihre Forschungsergebnisse zu Zellprozessen in der unmittelbaren Tumorumgebung diskutieren. Für Versorgung und Ausbreitung ist der Tumor auf den Stoff- und Signalaustausch mit seinen Nachbarzellen angewiesen – die genaue Kenntnis dieser Mechanismen eröffnet neue Möglichkeiten für die Krebsdiagnostik und –therapie.

Mit der zunehmenden Fülle neuer zellbiologischer und molekularer Daten in der Tumorforschung ist die Sicht auf die Entstehung und das Fortschreiten einer Krebserkrankung einem grundlegendem Wandel unterworfen. „Betrachtete man vor Jahren einen Tumor noch als eine rein autonome Wucherung, so wird heute zunehmend deutlich, dass es sich hierbei um einen geradezu komplexen ‚Organismus’ handelt“, so Prof. Dr. Kerstin Junker, Leiterin des Forschungslabors der Klinik für Urologie am UKJ und eine der Organisatoren. „Die Krebszellen gehen vielfältige Wechselbeziehungen mit den gesunden Zellen der nächsten Umgebung ein.“

Diese Wechselbeziehungen halten zum Beispiel die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Tumors aufrecht, sie ermöglichen durch Änderungen im umliegenden Bindegewebe die Wanderung der Krebszellen und sie regulieren die Abwehrreaktion des Immunsystems. Auf diese Weise haben die Bindegewebszellen, Entzündungszellen, Gefäßzellen und Stammzellen der Tumormikroumgebung einen entscheidenden Einfluss auf die Tumorentwicklung sowie die Effektivität traditioneller und moderner molekularer Tumortherapien. Die genaue Kenntnis dieser Wechselwirkungsmechanismen eröffnet neue Ansätze für die Tumordiagnostik und zielgerichtete Therapien.

Als Beispiel dafür nennt Prof. Dr. Regine Heller ein Schwerpunktthema des Symposiums: „Ab einer bestimmten Größe benötigt der Tumor ein eigenes Blutgefäßsystem, das aus den Gefäßen der Umgebung aufgebaut wird. Für verschiedene Krebsarten sind schon Medikamente zugelassen, die diese Gefäßbildung angreifen um den Tumor auszuhungern. Wir werden weitere Ansätze diskutieren“, so die Medizinerin vom Institut für Molekulare Zellbiologie des UKJ. Weitere Themen sind die Wechselwirkung von Karzinomzellen mit den Bindegewebszellen in der Tumormikroumgebung bei Haut-, Brust-, Prostata-, Pankreas-, Kolon- sowie im Blasenkrebs und die Entwicklung und Optimierung von aussagekräftigen Zellkulturmodellen zur Untersuchung des Einflusses von Zellen der Tumormikroumgebung auf das Tumorwachstum.

Bereits zum dritten Mal ist es den Organisatoren gelungen, ein hochkarätiges Vortrags- und Posterprogramm zusammenzustellen, das sowohl die tumorbiologischen Grundlagen als auch deren klinische Anwendungen umfasst. „Damit wollen wir auch ein Forum schaffen für die weitere Vernetzung der interdisziplinären Forschung auf diesem Gebiet - bis hin zur Anregung von Kooperationsprojekten“, betont Prof. Dr. Alexander Berndt vom Institut für Pathologie.

Terminhinweis:
3. Symposium „Tumor-Microenvironment – Bedeutung für Tumorbiologie und Klinik“
8. und 9. Juni 2012, Rosensäle, Fürstengraben 27, 07743 Jena

Programm:
http://www.uniklinikum-jena.de/MedWeb_media/Veranstaltungen/2012/Programm_
Tumormicroenvironment_2012_03.pdf

Kontakt:
Prof. Dr. Kerstin Junker
Klinik für Urologie, Tel.: 03641/9 35199, E-Mail: Kerstin.Junker[at]med.uni-jena.de
Prof. Dr. Regine Heller
Institut für Molekulare Zellbiologie, Tel. 03641/9 395633, E-Mail: Regine.Heller[at]med.uni-jena.de
Prof. Dr. Alexander Berndt
Institut für Pathologie, Tel. 03641/933624, E-Mail: Alexander.Berndt[at]med.uni-jena.de

Dr. Uta von der Gönna | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Internationale Konferenz zur Digitalisierung
19.04.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht 124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus
19.04.2018 | Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics