Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was machen wir mit dem Müll? - Die Kehrseite des Konsums

06.12.2013
Was machen wir mit dem Müll? Sicher keine ganz bequeme Frage, die sich ein interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt am Center for Advanced Studies und die dazugehörige Vorlesungsreihe stellen. Im Gespräch für das LMU-Forschungsmagazin geben Umwelthistoriker Christof Mauch und Jurist Jens Kersten Auskunft.
„Man tut gut daran, die Metaphern zu entzaubern“, sagt Jens Kersten, Professor für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften an der LMU (Gespräch im Wortlaut: http://www.uni-muenchen.de/aktuelles/spotlight/2013

_meldungen/einsichten_muell_mauch.html

Ein Großteil des Mülls wird in Deutschland nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft verwertet. „Der Begriff ,Kreislauf‘ klingt ungemein beruhigend: Was Kreislauf ist, wird wieder eingespeist. Es gibt keine Verluste, alles ist Ressource. So schön funktioniert das natürlich nicht. Wir recyceln einen Großteil, aber wir verschieben auch Tonnen über Tonnen, etwa Elektroschrott, ins Ausland.“ Ganz zu schweigen von problematischen Abfällen wie Atommüll, der schon per definitionem im Kreislaufgedanken nicht erfasst ist, sagt Kersten klar.

Im CAS-Schwerpunkt „Müll in Umwelt und Gesellschaft“ forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus acht Fakultäten, darunter Geistes-, Natur- und Rechtswissenschaften, gemeinsam mit Experten aus der Praxis am Phänomen Müll. „Was Müll ist, ist eine kulturelle Konstruktion, die für jede Gesellschaft anders ausfallen kann. Er existiert nicht so unbestreitbar wie Holz oder Eisen“, sagt Christof Mauch, Sprecher des Schwerpunktes und einer der beiden Direktoren des Rachel Carson Centers für Umwelt und Gesellschaft an der LMU. „Vor 150 Jahren etwa war Benzin noch das Abfallprodukt der Paraffinproduktion, längst ist es umgekehrt, heute werden um das Rohöl für die Treibstoffproduktion Kriege geführt.“

Ziel des Schwerpunktes sei es, Müll „in seiner physischen und kulturellen Dimension, in seinem gesellschaftlichen und juristischen Kontext“ zu erfassen. „Nur so werden wir Perspektiven aufzeigen können, wie eine Welt aussehen müsste, in der es weniger Müll gibt“, sagt Mauch. Einen Versuch jedenfalls, „das Phänomen aus so vielen verschiedenen Perspektiven zu begreifen, hat es meines Wissens bislang noch nirgends gegeben.“

Im Rahmen des Schwerpunktes veranstaltet das CAS die Vortragsreihe „Was machen wir mit dem Müll?“. Am Donnerstag, 12. Dezember, diskutieren der Soziologe Reiner Keller (Universität Augsburg) sowie die Historiker Roman Köster (Universität der Bundeswehr, München) und Heike Weber (Universität Wuppertal) die Abfall-Problematik im europäischen Vergleich.

Termin:
Wer kann's am besten? – Wie westliche Industriestaaten mit Müll umgehen
Center for Advanced Studies, Seestraße 13, 80802 München
Do., 12.12.2013 um 18:15 Uhr
Um Anmeldung wird gebeten unter info@cas.lmu.de oder telefonisch +49 89 2180-72080
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jens Kersten
Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaften
Telefon: +49 (0)89 / 2180 - 2113
jens.kersten@jura.uni-muenchen.de
Prof. Dr. Christof Mauch
Rachel Carcon Center für Umwelt und Gesellschaft
Telefon: +49 (0)89 / 2180 - 72352
mauch@lmu.de

Luise Dirscherl | idw
Weitere Informationen:
http://www.lmu.de/einsichten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen
18.06.2018 | Fraunhofer MEVIS - Institut für Bildgestützte Medizin

nachricht Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?
15.06.2018 | Akademie der Wissenschaften in Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Simulierter Eingriff am virtuellen Herzen

18.06.2018 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Abwehrmechanismus gegen Sauerstoffradikale entdeckt

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umwandlung von nicht-neuronalen Zellen in Nervenzellen

18.06.2018 | Biowissenschaften Chemie

Im Fußballfieber: Rittal Cup verspricht Spannung und Spaß

18.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics