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Von der modernen Tumortherapie bis zur Gehör- und Stimm-Rehabilitation

02.09.2010
Rund 300 HNO-Ärzte aus ganz Mitteldeutschland tagen am Freitag und Sonnabend in Dresdner Dreikönigskirche

Die Vereinigung Mitteldeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte veranstaltet am 3. und 4. September ihre 19. Jahrestagung in der Dresdner Dreikönigskirche. Während der Kongress in den ersten Nachwendejahren noch unter dem Zeichen stand, Ost- und Westdeutschland auch auf fachärztlicher Ebene zusammenzuführen, ist die Veranstaltung heute eine Plattform zur Diskussion wichtiger klinischer und berufspolitischer Fragen.

Im Mittelpunkt der Dresdner Jahrestagung stehen aktuelle Entwicklungen in der endoskopischen Diagnostik und Therapie, die Rehabilitation von Hören und Stimme, die multimodale Tumortherapie sowie Störungen des Riech- und Schmecksinns. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Wissensaustausch zwischen den niedergelassenen HNO-Ärzten und ihren Kollegen in den Krankenhäusern. In der Vereinigung Mitteldeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte haben sich Fachärzte aus Bayern, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen zusammengeschlossen.

Um diesen Kongress zum zweiten Mal nach 1998 in die sächsische Landeshauptstadt zu holen, haben sich Prof. Thomas Zahnert, Direktor der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und Prof. Eckart Klemm, bis März dieses Jahres Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, zusammengetan. Beide Experten stehen selbst für eigene Themenschwerpunkte der Veranstaltung: Im Rahmen eines Rundtischgesprächs diskutiert Prof. Zahnert mit sechs Experten über die Versorgung von Patienten mit unterschiedlichsten Hörsystemen – vom herkömmlichen über das Innenohr-Hörgerät bis hin zum Cochlea-Implantat (CI). Prof. Klemm und sein Nachfolger Prof. Pabst sind an mehreren Vorträgen beteiligt. Im Blickfeld steht die HNO-Endoskopie mit besonderem Schwerpunkt der Trachealchirurgie und die Rehabilitation der Stimme nach Tumorchirurgie. Auch aus dem Universitätsklinikum sprechen weitere Experten – unter anderem Prof. Michael Baumann. Der Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie berichtet über die Optionen einer multimodalen Therapie von Kopf-Hals-Tumoren. Bei diesen Krebserkrankungen erhöhen sich die Heilungs-Chancen, wenn die unterschiedlichen Therapieverfahren im Rahmen der Behandlung eng aufeinander abgestimmt sind. Für die Kopf-Hals-Tumore sind dies in erster Linie die Operation und die Strahlentherapie, aber auch Chemotherapie und immunologische Verfahren.

Implantierte Hörsysteme statt pfeifender Hörgeräte
In einem Rundtischgespräch diskutieren Experten unter anderem aus Berlin, Freiburg und Fulda die Frage „wer profitiert von welchem Hörsystem?“ Hintergrund dafür ist die Entwicklung neuer Hörgeräte, mit denen heute Patienten wesentlich besser geholfen werden kann als noch vor wenigen Jahren. Beispielsweise Menschen mit altersbedingt auftretender hochgradiger Schwerhörigkeit, bei der ein herkömmliches Hörgerät nicht mehr hilft. Wird ein solches Gerät bis an seine Leistungsgrenzen aufgedreht, kommt es zu Übersteuerungen, die sich mit einem typischen Pfeifen bemerkbar machen. „Vielen dieser Patienten können wir heute mit einem implantierbaren Hörsystem helfen, das das Innenohr elektrisch wie akustisch stimuliert“, erklärt Prof. Zahnert. Auch Cochlea-Implantate, die direkt an den Hörnerv anregen, lassen sich heute bei älteren Menschen Erfolg versprechend einsetzen, so der Direktor der HNO-Klinik des Uniklinikums: „Es zählt das biologische Alter.“ Mit einem solchen Implantat verhalf seine Klinik auch über 80-Jährigen zu neuem Hörvermögen. Möglich machen dies vor allem die neuesten Gerätegenerationen: „Cochlea-Implantate sind so gut geworden, dass sie die Wahrnehmungsmuster des Hörnervs so ähnlich sind, dass man mit den Geräten nicht mehr so intensiv neu hören lernen muss wie früher“, erklärt Prof. Zahnert. Damit kommen die CI auch bei Patienten zum Einsatz, die etwa nach einem Tinnitus einseitig ertaubt sind. Wesentlicher Vorteil des Implantats: Der störende Ton, den viele Tinnitus-Patienten im Ohr haben, lässt sich mit dem CI unterdrücken – Konditionierung der Hörbahn nennen die HNO-Experten diese Therapiestrategie.
Kontakte
Universitätsklinikum Carl Gustav
Pressesprecher
Holger Ostermeyer
Telefon 0351 458 41 62
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
Öffentlichkeitsarbeit
Sabine Hunger
Telefon 0351 480 31 04
E-Mail: Hunger-Sa@khdf.de

Holger Ostermeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.khdf.de
http://www.uniklinikum-dresden.de

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