Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Mobile Security oder: Wie leicht Laptop, iPhone, Blackberry & Co. ausspioniert und abgehört werden können

01.02.2010 - 02.02.2010
Angriffsszenarien auf mobile Dienste sind eines der Themen der 10. Konferenz Mobile Communications - Technologien und Anwendungen (MCTA 2010) am 1. und 2. Februar 2010 in Berlin.

Anzeige

In den letzten Monaten häufen sich Pressemeldungen über Angriffe auf das iPhone, das sich sowohl in der Geschäftswelt als auch im Privatleben zunehmender Beliebtheit erfreut.


Aber nicht nur das iPhone ist Ziel von Hackern. Mit einfacher, zum Teil sogar frei verfügbarer Software, können selbst technisch Unbedarfte auf Smartphones zugreifen und die gespeicherten Daten ausspionieren. Auch die Verschlüsselung von Mobilfunknetzen wurde bereits erfolgreich angegriffen.

Wie sicher sind mobile Endgeräte als unsere täglichen Begleiter wirklich? Das ist eine der aktuellen Fragen, mit der sich die von der Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile veranstaltete 10. Konferenz Mobile Communications - Technologien und Anwendungen am 1. und 2. Februar 2010 in berlin auseinandersetzt.

Laptop, iPhone, Blackberry & Co. sind die Kommunikationsmittel, die uns ständig überall hin begleiten. Die Funktionsvielfalt von Smartphones nimmt rasant zu, die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Ob private oder geschäftliche Kontaktdaten, Termine, vertrauliche Nachrichten, Bilder oder sogar Zugangsdaten für Konten, wir vertrauen ihnen alles an. Durch die ständige Funktionserweiterung sind Handy & Co heutzutage denselben Gefahren ausgeliefert wie Computer. Was viele nicht wahrhaben wollen: Mobile Endgeräte sind offen wie ein Scheunentor!

Handy-Spionage: Ausspionieren leicht gemacht

Viele Mobilfunknutzer wissen nicht über die Sicherheitsrisiken ihrer ständigen Begleiteter Bescheid. Während einige Nutzer diese Problematik ignorieren und sich nicht vorstellen können, wer ein Interesse an ihren Daten hat, ist sie anderen überhaupt nicht bewusst. "Die Science Fiction von James Bond & Co. ist bereits Realität. Jeder, der ein wenig technisch versiert ist, kann den Standort eines Handys ermitteln, fremde SMS lesen, das Gerät eines anderen als Gateway benutzen und sogar Gespräche belauschen", so Marco Di Filippo, Regional Director Germany der Firma Compass Security und Experte für Angriffe auf mobile Endgeräte. Sogenannte Spy-Software kann man über Onlineshops bereits für unter 100 Euro erwerben. Hiermit können u. a. SMS und E-Mails gelesen und der Standort des mobilen Endgerätes geortet werden. Die Funktionsweise eines solchen Trojaners wird Di Filippo auf der MCTA live vorstellen.

Schon 11-Jährige schreiben Trojaner für das iPhone.

Neben spezieller Spy-Software sind Mobilfunknutzer auch durch Malware gefährdet. In Australien beispielsweise wurden iPhones durch den Virus Ikee infiziert. Nach Veränderungen auf dem Gerät sucht sich der Virus neue Mobiltelefone, um diese zu infizieren. Der Virus war in diesem Fall harmlos, er ersetzt das Startwallpaper durch ein Bild Rick Astley's, eines britischen Sänger aus den 1980er Jahren. Während es sich bei dem Urheber des Ikee Virus um einen 21-jährigen Programmierer handelt, wurde ein Trojaner, der sich als iPhone Firmware getarnt hatte, durch einen elfjährigen Jungen erstellt. Ein niederländischer Programmierer verbreitete einen iPhone Virus und forderte anschließend von den Betroffenen 5 Euro für eine Anleitung zur Beseitigung des Problems.

Dass die beschriebenen Angriffe relativ harmlos aussehen, liegt in diesen Fällen lediglich daran, dass bei den Angreifern Technikbegeisterung statt krimineller Energie im Vordergrund stand. Problemlos können auf diesem Wege aber auch alle Arten sensibler Information gestohlen oder verändert werden. Durch Lücken in der iPhone Firmware ist beispielsweise ein sogenannter Jailbreak möglich, der das Dateisystem derart verändert, dass Lese- und Schreibzugriffe auf das System ermöglicht werden. Hierdurch können Hacker schädliche Malware und Spyware in das iPhone-Betriebssystem einschleusen. Ein unverändertes SSH Passwort liefert Hackern sogar Zugriff auf das komplette Dateisystem und somit auf alle persönlichen Daten des iPhone Besitzers.

Lauschangriff via Bluetooth

Nicht nur das mobile Endgerät selbst kann den Angriffen von Hackern ausgeliefert sein, sondern auch das mobile Zubehör. So können Mobilfunknutzer trotz ausgeschalteten Handys über ihr Bluetooth-Headset ausspioniert werden. Hierzu benötigt man lediglich einen Bluetooth-fähigen Laptop, die entsprechende Software und die Mac-Adresse des Gerätes. Sobald man mit dem Bluetooth-Headset verbunden ist, kann ein Gespräch über das Mikrofon mitgehört werden, ohne dass das Telefon genutzt wird. Ursache für diese Schwachstelle ist eine mangelhafte Implementierung der Bluetooth-Sicherheitsmerkmale - wie häufig bei Zubehör: So kann der Nutzer etwa selbst keine PIN in sein Headset eingeben, sondern es werden werksseitig Standardwerte vorgegeben und in die Betriebsanleitung gedruckt - keine Hürde für einen Angreifer, der nun ein Pairing mit jedem beliebigen anderen Gerät vornehmen und den Nutzer damit abhören kann.

GSM-Hacken für Anfänger

Seit langem sind Angriffe auf 2G-Netze nach dem GSM-Standard bekannt, sie galten bislang aber als sehr aufwändig. Doch wie unlängst auf dem 26. Chaos Communication Congress in Berlin gezeigt wurde, ist mit heutiger Rechentechnik der alte GSM-Verschlüsselungsalgorithmus A5/1 keine große Hürde mehr, er kann durch eine Brute-Force-Attacke, also quasi durch Ausprobieren, gebrochen werden. Mittels einer neuen Open-Source Software geht dies inzwischen schnell und einfach. Darüber hinaus ist auch das Abhören der Mobilfunkkommunikation mit einem selbstgebauten IMSI-Catcher möglich.

MCTA-Workshop am 1. Februar

Im Rahmen des Workshops "Mobile Security - Angriffsszenarien auf mobile Dienste: Wie (un-) sicher sind Laptop, iPhone, Blackberry & Co.?" wird Marco Di Filippo live verschiedene Angriffsszenarien auf diverse Endgeräte wie Laptop und iPhone aufzeigen. Das Spektrum reicht dabei von der Manipulation von Headerinformationen (Caller-ID-Spoofing) über das Abhören von Gesprächen und den Angriff auf das SIM Application Toolkit bis hin zu Schwachstellen bei Bluetooth und GNU Radio 4. Der Workshop soll die Gefahren aufzeigen und sowohl Nutzern als auch Administratoren in Firmen zeigen, wie man sich dagegen schützen kann.

Anmeldung unter http://www.mcta.de. Anmeldeschluss ist der 20. Januar 2010.


Weitere Informationen zur Konferenz:

Cornelia Noglinski
Tagungssekretariat MCTA 2010
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon +49 (821) 598 4449, cornelia.noglinski@wi-mobile.de

Pressekontakt:

Dr. Key Pousttchi
Forschungsgruppe wi-mobile
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering
Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon +49 (177) 6319508, presse@wi-mobile.de

Über die Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile:

Die Forschungsgruppe wi-mobile ist mit Anwendungen der Mobilfunk- und weiterer drahtloser Kommunikationstechnologie befasst. Gegründet 2001 am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg (Prof. Turowski), integriert sie als Forschungsgruppe modernen Typs in einem Drei-Säulen-Modell Forschung auf internationalem Niveau, Beratungsprojekte für nationale und internationale Unternehmen sowie Lehrveranstaltungen für Studenten und Industrieteilnehmer. Besondere thematische Schwerpunkte bilden Mobile Payment/Mobile Banking, Mobile Marketing, mobile Geschäftsprozesse und die Weiterentwicklung von Mobilfunkmärkten und Geschäftsmodellen.

Klaus P. Prem | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.mcta.de
www.wi-mobile.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Universität Vechta

nachricht Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | HSBA Hamburg School of Business Administration

Alle Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp