Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobile Payment: Nur eingeschränkt anwendbarer Rechtsrahmen und fehlende Geschäftsmodelle

26.11.2012
Was dem Durchbruch eines marktfähigen M-Payment-Systems nach wie vor im Wege steht, wird eine der Fragen auf der kommenden 13. MCTA sein, zu der die Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile für den 28./29. Januar 2013 wieder nach Berlin einlädt.
Obwohl die Einführung kontaktloser Karten in Deutschland begonnen hat, ist der Durchbruch eines wirklich marktfähigen Mobile Payment-Systems noch immer nicht in Sicht. Dabei fehlt es an einem umfassenden Konzept zur Integration einzelner Bausteine wie Mobile Mar-keting, M-Couponing, M-Loyalty, M-Ticketing, Mobile Social Media sowie der Einbeziehung des Handels. Erst dadurch kann ein Mobile Payment-System marktdurchbruchsfähig werden. "Sollte bis Ende nächsten Jahres kein solches System entstehen, erscheint es wahrscheinlich, dass die großen US-amerikanischen Player am Zuge sein könnten", so der Augsburger Wirtschaftsinformatiker und Mobile Payment-Experte PD Dr. Key Pousttchi. Neben zahlreichen weiteren aktuellen Trends im Mobile Payment, Mobile Marketing und Mobile Social Media werden auch diese Herauforderungen Thema auf der 13. Konferenz Mobile Communications – Technologie, Märkte, Anwendungen (MCTA 2013) zu der Pousttchi und seine Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile für den 28. und 29. Ja-nuar 2013 wieder nach Berlin einladen.

Der Markt für Mobile Payment ist reif

Der Markt für Mobile Payment ist attraktiv. Gartner zum Beispiel erwartet für das Jahr 2015 ein weltweites Zahlungsvolumen von 429 Milliarden US-Dollar, das über Mobiltelefone abgewickelt wird. Dabei ist kontaktloses Bezahlen keine völlig neue Idee. Bereits 1997 wurde in Hong Kong die Octopus Card, eine auf Guthaben basierte kontaktlose Bezahlkarte, eingeführt. Zudem sind seit 2008 für kontaktlose Transaktionen geeignete Kreditkarten, wie etwa die Lufthansa Ma-sterCard, in größerer Zahl im Markt verfügbar, werden jedoch mangels Infrastruktur nahezu ausschließlich für klassische Transaktionen genutzt. In Deutschland haben die Sparkassen erst kürzlich eine der Octupus Card entsprechende Karte unter der Marke "girogo" eingeführt. Über den derzeitigen Pilotversuch mit rund 1,5 Millionen Karten hinaus soll "girogo" bis 2015 sollen alle 45 Millionen SparkassenCards mit der neuen Technologie ausgestattet werden. Von "girogo" wird insbesondere die Entwicklung der kontaktlosen Infrastruktur am Point of Sale erwartet.

Konkurrenz aus dem Ausland

US-amerikanische Unternehmen aus dem stationären Internet wie PayPal, Google, Apple, Face-book und Amazon verfolgen allesamt bereits Payment-Aktivitäten und schaffen damit erstmals einen hohen Innovationsdruck. Dabei geht es ihnen um die Erlangung der zentralen Kundenbe-ziehung. Sie versuchen immer stärker, die Nutzer in ihren geschlossenen Systemen zu halten und ihre Lebens- und Konsumgewohnheiten zu beeinflussen. M-Payment (insbesondere auf-grund der entstehenden Transaktionsdaten) stellt hierbei eine wichtige Schlüsselposition dar. So hat PayPal in Kooperation mit der Deutschen Bank und dem Technologieanbieter Itellium einen auf QR-Codes basierenden Pilotversuch am stationären Handel gestartet. Ziel ist neben dem Testen neuer Verkaufskonzepte auch die Kundenbindung und letztendlich die Akzeptanz des Kunden, ohne die sich ein M-Payment-Verfahren nicht durchsetzen kann.

Immer noch überwiegend Trials

Gründe für die zunehmenden Mobile Payment-Aktivitäten, die derzeit allerdings noch immer überwiegend auf Trial-Ebene stattfinden, sind insbesondere die steigende Verbreitung von Smartphones sowie die Akzeptanz von Mobile Commerce und die Verschmelzung von mobilen Finanzdienstleistungen mit Zusatzdiensten. "Mobile Finanzdienstleistungen verschmelzen im-mer mehr miteinander. Auf der einen Seite generieren Banken durch Mobile Banking Services einen erheblichen Mehrwert für ihre Kunden. Zum anderen nutzen Unternehmen und Mobil-funkanbieter ihre Marketingerfahrung und werten ihr Angebot mit entsprechenden Finanz-dienstleistungen auf. In Deutschland wird z.B. die DZ Bank AG nach der erfolgreichen Umsetzung von Mobile Banking sukzessive Mobile Payment Services einführen und mit mPass ist ein erfolg-reicher mPayment-Standard der Mobilfunkanbieter Vodafone, O2 und T-Mobile eingeführt", so Carsten Kress, Senior Director Sales EMEA bei Sybase 365.

Fehlende Marktmacht und Geschäftsmodelle

Trotz zahlreicher Versuche von Mobilfunkanbietern, Banken und spezialisierten M-Payment-Anbietern hat es bisher noch keinen folgerichtigen und konsequenten Ansatz gegeben. "Um heutzutage einen Marktdurchbruch zu erzielen, müssen M-Payment-Systeme neben der reinen Bezahlfunktionalität zusätzliche Bausteine wie etwa Mobile Marketing, Mobile Couponing, Mobi-le Loyalty, Mobile Ticketing und Mobile Social Media integrieren", so Yvonne Hufenbach, Pro-jektleiterin für Mobile Marketing der Forschungsgruppe wi-mobile. Hierbei müssen insbesonde-re zwei Fragen gelöst werden: Einerseits die Frage nach der Marktdurchdringung und wie es gelingt, gleichzeitig eine hohe Anzahl an Händlern und Kunden in das System zu holen, anderer-seits die Frage nach dem Wertschöpfungsnetz und dem Geschäftsmodell.

Eingeschränkt anwendbarer Rechtsrahmen

Neben diesen wirtschaftlichen Fragen stellt auch der noch fehlende Regulierungsrahmen eine Herausforderungen dar. "Der allgemein geltende rechtliche Rahmen für mobile Zahlungssyste-me ist bislang nur eingeschränkt auf die Besonderheiten des mobilen Marktes eingestellt, insbe-sondere im Vertragsrecht, im Datenschutzrecht und im Finanzaufsichtsrecht", erläutert Dr. Die-ter Neumann, Partner der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Olswang. Welche Auswirkun-gen diese Trends auf Kommunen und den öffentlichen Nahverkehr haben können, wird auch auf der TelematicsPRO Jahrestagung am 28.11.2012 in Berlin diskutiert.

Save the Date: MCTA am 28. und 29. Januar 2013 in Berlin

Aktuelle Trends im Mobile Payment, Mobile Marketing und Mobile Social Media werden auch auf der 13. Konferenz Mobile Communications – Technologie, Märkte, Anwendungen (MCTA 2013) diskutiert.
Am Workshop Day (28.01.2013) vermitteln ausgesuchte Forscher und Praktiker in Halbtages-Workshops Insights zu aktuellen Themen im Mobile. Schwerpunkte sind in diesem Jahr Mobile Security (mit Live-Demos), Multichannel-Strategien für Handelskonzerne und die Auswirkungen der Regulierung (SEPA/Interchange) auf Payment-Verfahren.

Am Conference Day (29.01.2013) erörtern Experten die mobile Zukunft. Themenschwerpunkte sind der mobile Kanal für Handel und Banken, Mobile Payment, Mobile Marketing, Mobile Social Media und Mobile Ticketing. Neben Vorträgen und Panels stehen eine Mobile Case Study Session sowie der MCTA Mobile Innovation Award auf dem Programm.

Die MCTA wird seit 2001 von der Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg in Ko-operation mit der Gesellschaft für Informatik (GI) veranstaltet und ist im Bereich mobiler Be-zahlverfahren die führende Industrieveranstaltung im deutschsprachigen Raum. Zu ihren Allein-stellungsmerkmalen zählen die spannende Mischung der Teilnehmer aus Industrie (75%) und Wissenschaft (25%), die intensive fachliche Diskussion und das hochwertige Networking. Seit 2010 wird im Rahmen der Konferenz zudem der "MCTA Mobile Innovation Award" verliehen, der Ausklang erfolgt traditionell bei "Cocktails & Jazzmusik".

_______________________________________________________
Für Fragen zur MCTA 2013:
Yvonne Hufenbach, Forschungsgruppe wi-mobile, Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon +49(0)821-598-4435, yvonne.hufenbach@wi-mobile.de

Ansprechpartner für die Presse:
PD Dr. Key Pousttchi, Forschungsgruppe wi-mobile, Universität Augsburg, 86135 Augsburg
Telefon +49(0)177-6319508, key.pousttchi@wi-mobile.de

Die Augsburger Forschungsgruppe wi-mobile im Web:
http://www.wi-mobile.de

Klaus P. Prem | idw
Weitere Informationen:
http://www.wi-mobile.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht International führende Informatiker in Paderborn
21.08.2017 | Universität Paderborn

nachricht Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik
21.08.2017 | Universität Bern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik