Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mitteldeutsches Technologentreffen

24.11.2009
Pharmazeutische Technologen treffen sich in Leipzig, um den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse zwischen den pharmazeutischen Technologen im mitteldeutschen Raum und den Technologietransfer mit der Wirtschaft zu fördern.

Dazu werden ausgewählte Forschungsthemen der einzelnen Arbeitsgruppen in Vorträgen vorgestellt. Die Veranstaltung findet wechseln an den verschiedenen Standorten in Mitteldeutschland statt.

am 25.11.09
Institut für Pharmazie
Abteilung Pharmazeutische Pharmakologie
Oststrasse 25, Eingang E
"Das breite Spektrum der Themen, die auf dem Mitteldeutschen Technologentreffen behandelt werden, zeigt die Vielseitigkeit, aber auch die Gemeinsamkeiten und den Anwendungsbezug der mitteldeutschen pharmazeutischen Technologen", sagt die Organisatorin der Veranstaltung, Prof. Dr. Michaela Schulz-Siegmund, die die Abteilung Pharmazeutische Technologie am Institut für Pharmazie der Universität Leipzig leitet.

"Der Plenarvortrag wird von Prof. Dagmar Fischer gehalten, die erst im letzten Jahr ihre Professur in Jena angetreten hat. Sie berichtet über ihre Arbeiten zur Gentransfektion und zum Gene-Silencing mit Hilfe von kationischen Polymeren. Dieses Thema ist im Bereich der biotechnologischen Arbeiten angesiedelt und ermöglicht direkte Kooperationen."

Den Blick über den Tellerrand gestattet der Vortrag von Ronny Rüger von der Friedrich Schiller-Universität Jena, der sich mit der Suche nach dem Ursprung des Lebens beschäftigt. Erfreulich ist auch die aktive Beteiligung von Firmen aus dem mitteldeutschen Raum. So spricht Katrin Rosstäuscher von Jenapharm zur Prozesskontrolle bei der Herstellung von Granulaten.

Auf großes Interesse stoßen Beiträge von den Universitäten Leipzig und Halle, die sich mit der Geweberegeneration von Knochen und der Verbesserung der Biokompatibilität von Implantaten auseinandersetzen. Alexander Lochmann von der Martin-Luther-Universität Halle untersucht die kontrollierte Freisetzung von Keyplayerproteinen für die Regeneration von Knochengewebe, konkret des sogenannten Bone Morphogenic Protein 2. Dieses Protein muss kontrolliert freigesetzt werden, um Knochenbildung am Defekt zu stimulieren, jedoch an nicht erwünschten Stellen zu verhindern.

Kristina Ambrosch von der Universität Leipzig trägt Ergebnisse vor, die sich um die Herstellung von injizierbaren Mikroscaffolds drehen. Diese kleinen Zellträger adressieren das Problem der gleichmäßigen Nährstoffversorgung der Zellen auf dreidimensionalen Gerüsten und ermöglichen eine minimalinvasive Anwendung über Injektion. Und Markus Manhardt, ebenfalls Universität Leipzig, zeigt erste Ergebnisse aus seinen Arbeiten zur Verbesserung der Biokompatibilität von Glukose-Sensoren nach einer Implantation. Fernziel ist es, Glukosekonzentrationen über Monate im Gewebe messen zu können, um das schmerzhafte und ständige Fingerstechen bei Diabetikern zu vermeiden.

Weiterhin gibt es Vorträge zu Themen aus dem Gebiet der Gewebe, z.B. die physikochemische Charakterisierung von Biomaterialien im Kontakt zum Körper bzw. zu den Mechanismen Wirkstoffpenetration durch die Haut, deren Strukturen im Wechselspiel mit Wirkstoffen analysiert werden.

Hintergrund:

Das Fachgebiet pharmazeutische Technologie beschäftigt sich mit der Formulierung von Arzneimitteln. Klassische Fragestellungen sind die zeitliche Kontrolle der Wirkstofffreigabe aus einem Arzneimittel oder wie ein wirksamer, aber fast nicht in Wasser löslicher Wirkstoff so verarbeitet werden kann, dass er doch gelöst vorliegt und vom Körper aufgenommen werden kann. Dabei spielen physikochemische Wechselwirkungen zwischen einem Wirkstoff und dem Arzneimittel eine wesentlich Rolle.

Die Professur für Pharmazeutische Technologie in Leipzig forscht auf dem Gebiet der Geweberegeneration von Knochen und an Fragen der Verbesserung der Biokompatibilität von Implantaten. Dazu werden bioabbaubare Materialien entwickelt und zu schwammartigen Zellträgern, sogenannten Scaffolds verarbeitet. Diese Scaffolds bilden das Gerüst für den Gewebeaufbau, das sich während der Geweberegeneration zu physiologischen Bestandteilen abbaut, so dass im regenerierten Gewebe keine Fremdmaterialien mehr enthalten sind. Auf diese Scaffolds werden adulte Stammzellen gesät, die das Gewebe bilden. Um Wirkstoffe für die Zellen auf den Gerüsten verfügbar zu machen, entwickeln die Leipziger Systeme, die eine zeitlich kontrollierte Freisetzung von Wirkstoffen über Tage bis Wochen ermöglichen und die Zellen mit wichtigen Stimuli für die Regeneration versorgen. Dazu werden die letztgenannten Vorträge mehr sagen.

Weitere Informationen:

Prof. Michaela Schulz-Siegmund
Pharmazeutische Technologie
Institut für Pharmazie
Tel: +49 341 97-36601
Fax: +49 341 97-36609
e-mail: schulz@rz.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-leipzig.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017
16.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen
15.08.2017 | Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut (HKI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie