Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Logistik 4.0 zur vernetzten Industrie

21.03.2014

Die vierte industrielle Revolution steht an: Experten informierten beim Pressegespräch über den aktuellen Stand der Logistik 4.0

Die steigende Komplexität von Logistiksystemen führt zu einem wachsenden Grad an Vernetzung. Bereits jetzt setzen Unternehmen weltweit vernetzte Systeme ein, um beispielsweise Lieferungen verfolgen zu können. Ohne die anspruchsvollen Leistungen der Logistik ist die anstehende vierte  industrielle Revolution in der Wertschöpfungskette der Industrie nicht möglich.

„Der Begriff Industrie 4.0 ist aus Diskussionen in Wissenschaft und Praxis nicht mehr wegzudenken“, erklärte Kongressleiter Prof. Willibald A. Günthner. Die Vision der „Smart Factory“ sei zunehmend mit konkreten Inhalten gefüllt.

Dies spiegle sich nicht zuletzt in den Absatzprognosen des Markts für Industrieautomatisierung wider. Digital vernetzte „Social Machines“, wie Bearbeitungszentren oder Montagelinien, bilden laut Günthner den Kern der „Smart Factory“. Sie steuern und optimieren den Produktionsprozess selbstständig.

Dazu sei eine enge Vernetzung mit dem Logistik- und Materialflusssystem Voraussetzung. So entstehe das Produktions- und Logistiknetzwerk der „Smart Factory“, dessen Rückgrat die Logistik bilde.

„Um dieser Rolle gerecht zu werden, muss sich die Logistik unter Integration der Ansätze von Industrie 4.0 zum Cyber-Physical-Logistics-System weiterentwickeln“, so Günthner. Die Basis hierfür werde durch die Entwicklung dezentraler Steuerungskonzepte und damit der Abkehr von heutigen, hierarchisch aufgebauten Systemen gelegt. Auf diesem Entwicklungspfad sei die Logistik bereits weit vorangeschritten. Nicht nur in der Wissenschaft fänden sich heute schon Anwendungsbeispiele zur Umsetzung in der Praxis.

„Trotz des guten Entwicklungsstands der Logistik sind auf dem Weg zur Vision der ‚Smart Factory‘ noch einige Hürden zu nehmen“, erläuterte Günthner. Dies beträfe sowohl wissenschaftliche wie auch praktische Überlegungen und dürfte allen Beteiligten noch ein großes Maß an Engagement und Innovationskraft abverlangen. 

Mathias Thomas, Geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Thomas + Partner sowie gaxsys schloss sich der Diskussion an: „Ich bin ehrlich gesagt etwas verwundert, dass wir das Thema ‚Industrie 4.0‘ im Bereich der Logistik gerade wie eine neue Offenbarung zelebrieren.“ Das liege vermutlich auch daran, dass neue Wortschöpfungen, speziell in Verbindung mit angeschlossenen Release-Nummern, in Thomas ein befremdliches Gefühl auslösten.

Denn meistens würden nur dann neue Begriffe erfunden, wenn die Erfinder nicht genau wissen was sie da eigentlich tun oder tun wollen. Der Fokus der aktuellen Industrie 4.0-Bemühungen liege laut Thomas auf der Produktions-Automatisierung. Allgemein sprächen alle von der vierten industriellen Revolution, die uns nach der Automatisierung, der gezielten Prozessteuerung hin zur Massenfertigung und der Digitalisierung Anfang des 21. Jahrhunderts, jetzt in völlig neue vernetzte Sphären katapultiere.

Aber das Industrie 4.0-Phänomen ziehe viel größere Kreise. „Was glauben die Leute, was wir in der Logistik die letzten 15 Jahre gemacht haben?“, fragte Thomas. In der Intralogistik, speziell in der Produktionslogistik, sei das Erfassen von Daten über Durchlauf, Zustände der Anlange, freie Kapazitäten der Fördertechnik und letztlich die automatisierte Steuerung seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der Expertise bei Dr. Thomas + Partner.

Der Unterschied zu früher sei, dass die Server heute mit dem Internet verbunden sind und sich der CEO den Status jeder Maschine und den Standort jedes Mitarbeiters in Echtzeit anschauen könne. Thomas betonte, dass bei der Industrie 4.0-Initiative klar unterschieden werden müsse zwischen der Forschung und dem, was heute am Markt tatsächlich umgesetzt wird.

„Wir in der Industrie müssen dem Kunden am Ende des Tages wettbewerbsfähige Angebote unterbreiten und nebenbei echten Mehrwert für dessen Geschäftsentwicklung generieren. Aus der Vergangenheit haben wir gelernt, dass eine Adaption von der universitären Forschung in die Industrie oftmals nicht so einfach ist, wie uns das die Theorie glauben lassen möchte.“ 

Weitere Teilnehmer des Pressegesprächs waren Ralf Kolshorn, Leiter Parts Management von MAN Truck & Bus und Dr. Thomas Böger, Vorstand Kontraktlogistik/SCM von Schenker Deutschland, die aus Sicht der Automobilindustrie berichteten. 

Über die VDI Wissensforum GmbH

Die VDI Wissensforum GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist seit mehr als 50 Jahren einer der führenden Weiterbildungsspezialisten für Ingenieure sowie für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Die mehr als 1.300 Veranstaltungen im Jahr decken alle relevanten Branchen ab. Das Angebot reicht von Seminaren und Technikforen über modulare Lehrgänge mit abschließender Zertifizierung bis zu Fachtagungen und Kongressen. Dabei gewähren permanente Marktrecherche, ein großes Expertennetzwerk und das ausgeprägte Know-how des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) die hohe Qualität der Veranstaltungen.

Jennifer Rittermeier | VDI Wissensforum GmbH
Weitere Informationen:
http://www.vdi-wissensforum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie