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Mehrsprachigkeit ist im Kommen

06.09.2010
Fremdsprache in der Wirtschaft: Auslandsgermanisten der Universität Jena richten Tagung aus

Im Zeitalter der Globalisierung agieren Unternehmen ganz selbstverständlich über Ländergrenzen hinweg. Handelsvertretungen und Produktionsstandorte etwa in den Boomregionen Asiens sind für die Global Player längst Alltag.

Doch die zunehmende Verflechtung bringt Herausforderungen ganz spezieller Art mit sich: Viele Mitarbeiter müssen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg kommunizieren können. Selbst die Weltsprache Englisch hilft da in vielen Fällen nicht weiter.

In Jena tagt vom 22.-24. September der „Erfahrungsaustauschring Fremdsprachen in der Wirtschaft“. Ziel der freiwilligen Vereinigung von Unternehmen ist es, gemeinsam nach neuen Wegen der Sprachausbildung für Mitarbeiter zu suchen. „Die zentrale Fremdsprache ist noch immer Englisch“, sagt Dr. Christina Kuhn vom Institut für Auslandsgermanistik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Kuhn, die am Lehrstuhl von Prof. Dr. Hermann Funk arbeitet, koordiniert die Vorbereitung der Tagung. Prof. Funk ist wissenschaftlicher Berater des Erfahrungsringes, er lädt zum ersten Mal nach Jena ein.

Christina Kuhn konstatiert ein wachsendes Interesse an Fremdsprachen wie Spanisch, Russisch, Deutsch als Fremdsprache und Chinesisch. Bei der Gestaltung ihres Sprachkursangebots orientieren sich die Unternehmen mittlerweile fast alle am gemeinsamen europäischen Referenzrahmen, bei dem die Sprachkompetenzen in sechs verschiedenen Niveaus erfasst werden. Je nach Anforderungsprofil ihres Arbeitsplatzes werden die Mitarbeiter geschult, bis sie die Kriterien des benötigten Sprachniveaus erfüllen. „Das Sprachtraining fördert gezielt die Kommunikation am Arbeitsplatz und schließt oft auch interkulturelle Kommunikations-Kompetenzen ein“, sagt Kuhn. Denn bei der Kommunikation über Kulturgrenzen hinweg drohen Irritationen und Informationsverluste. Christina Kuhn nennt ein Beispiel: „Ein Chinese und ein Deutscher verbinden äußerst verschiedene Vorstellungen mit dem Begriff eines Hauses.“ Sollte dann noch eine Drittsprache wie Englisch der Kommunikation dienen, können schnell Verständigungsprobleme auftreten.

In Jena werden die Sprachkurskoordinatoren über Sprachenerwerb im Zeitalter des Web 2.0 debattieren. Außerdem wird es um Diversity-Management gehen, um die Frage, wie sich heterogene Lerngruppen zum Erfolg führen lassen. Bereits 1964 gegründet, vereint der „Erfahrungsaustauschring Fremdsprachen in der Wirtschaft“ aktuell 58 Firmen, vom Großkonzern bis zum mittelständischen Betrieb. Die beteiligten Unternehmen sind im gesamten deutschsprachigen Raum beheimatet.

Kontakt:
Prof. Dr. Hermann Funk
Institut für Auslandsgermanistik/DaF/DaZ der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944368
E-Mail: hermann.funk[at]uni-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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