Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Geld für den Schutz der Ozonschicht

21.11.2008
Vertragsstaaten des Montrealer Protokolls beschließen Finanzhilfen und Pilotprojekte für Entwicklungsländer

Entwicklungsländer erhalten mehr Geld für den Ausstieg aus Stoffen, die die Ozonschicht gefährden. Auf der 20. Vertragsstaatenkonferenz des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht, die gestern Abend in Doha (Katar) zu Ende gegangen ist, einigten sich die 193 Vertragsparteien darauf, 400 Millionen US-Dollar für den Multilateralen Fonds (MLF) zur Verfügung zu stellen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel begrüßte den Beschluss: „Die Tatsache, dass sich die Vertragsländer in Zeiten globaler Wirtschaftskrisen zur weiteren finanziellen Unterstützung bekannt haben, signalisiert die große Bedeutung, die der Schutz der Ozonschicht und des Klimas hat. Gerade der Beschluss des Vorjahres, vorzeitig auf extrem klimaschädigende Kälte- und Treibmittel zu verzichten, kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Industrieländer ausreichende Finanzhilfe leisten.“

Auf der fünftägigen Konferenz wurde vereinbart, eine Reihe von Pilotprojekten durchzuführen, unter anderem zum künftigen Umgang mit gebrauchtem FCKW aus Altgeräten und wie ein Austreten der Gase in die Erdatmosphäre verhindert werden kann. Große Aufmerksamkeit fand ein brasilianisches Projekt zum Recycling von Kühlschränken, das gemeinsam mit deutschen Fachleuten entwickelt wurde. Es verbindet den Schutz der Ozonschicht mit Maßnahmen des Klimaschutzes und der Abfallvermeidung. Finanziert wird das Projekt aus Erlösen des Emissionshandels im Rahmen der deutschen Klimaschutzinitiative.

Die Konferenzteilnehmer in Doha befassten sich auch mit dem Problem, dass einige Stoffe, die alternativ zu den bisherigen Kälte- und Treibmitteln verwendet werden, das Klima schädigen können. So werden zunehmend fluorierte Treibhausgase als Alternative zu den Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW, HFCKW) eingesetzt. Diese so genannten F-Gase haben den Nachteil, dass sie ein hohes Treibhauspotenzial besitzen. Die Konferenzteilnehmer vereinbarten daher, im Frühjahr 2009 einen Workshop durchzuführen, um unter Teilnahme von Experten aus dem Bereich der Klimarahmenkonvention den künftigen Umgang mit F-Gasen zu diskutieren.

Bundesumweltminister Gabriel würdigte auch die Initiative des Gastgeberlandes Katar, die Konferenz „papierlos“ durchzuführen. Um den Dokumentenzugang aller Konferenzteilnehmer zu gewährleisten, stellte Katar dem UN-Umweltprogramm (UNEP) 700 Laptops zur Verfügung, die auch bei künftigen Konferenzen den Teilnehmern ausgeliehen werden sollen.

Hintergrund: Das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht wurde 1987 beschlossen und von mittlerweile 193 Ländern ratifiziert. Das Protokoll sieht den stufenweisen Ausstieg aus Substanzen vor, die die Ozonschicht schädigen und schränkt hierzu Produktion, Import und Verwendung solcher Stoffe ein. Entwicklungsländer können für ihre Ausstiegsmaßnahmen finanzielle Hilfe aus dem Multilateralen Fonds erhalten. Die Gelder werden durch einen Exekutivausschuss verwaltet, der die jeweiligen Ausstiegsprojekte beurteilt und koordiniert. Deutschland ist Mitglied dieses Ausschusses.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht 48V im Fokus!
21.05.2018 | Haus der Technik

nachricht „Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn
18.05.2018 | Universität Paderborn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics