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Medizinischer Fortschritt birgt neue Herausforderungen für die Organtransplantation

16.01.2012
Herzzentrum Leipzig richtet diesjähriges Wintermeeting der Arbeitsgruppe „thorakale Organtransplantation“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie aus

Stetige Neuerungen und fortwährende technische Entwicklungen boten in den jüngst vergangenen Jahren vielfältige Möglichkeiten in der Organtransplantation.

Doch dieser medizinische Fortschritt birgt auch neue, bisher unbekannte Herausforderungen. Dieses Thema greift die Arbeitsgruppe „thorakale Organtransplantation“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zum diesjährigen Wintermeeting auf und ist vom 19. – 20. Januar 2012 zu Gast im Herzzentrum Leipzig.

Das Warten auf ein Spenderorgan – für die Betroffenen eine ungekannte psychologische Größe und für die Ärzte eine stetige therapeutische Aufgabe. Bei gleichbleibend geringer Organspendenbereitschaft gelang es zwar durch pharmazeutische und medizintechnische Weiterentwicklungen die Behandlungspalette im Rahmen der Wartezeit auf ein Spenderorgan deutlich auszubauen. Im Rückschluss führte dies aber dazu, dass noch mehr Menschen auf eine Organtransplantation warten.

Gerade im Bereich der Herz- und Lungentransplantation verlängerte sich die Wartezeit in den letzten zehn Jahren dramatisch. Derzeit werden 90% aller Herzen und Lungen an Patienten vergeben, die monatelang (Durchschnitt 128 Tage) auf einer Spezialstation eines Transplantationszentrums auf ein neues Organ warten. Für die betroffenen Patienten steigt damit aber auch das Risiko für sekundäre Organschäden (z.B. Niereninsuffizienz) oder die Infektion mit antibiotika-resistenten Erregern.

Das Herzzentrum Leipzig ist auf die Behandlung von herz- und lungentransplantierten Patienten spezialisiert. Bereits im August 2002 wurde eine eigens auf diese Patientengruppe abgestimmte Station mit 16 Betten eröffnet. Im November 2010 erfuhr diese Station eine Erweiterung und Modernisierung mit 28 Betten in neuen Räumlichkeiten. „Betreut werden hier die Patienten in der Vor- und Nachsorge zur Herz-/Lungentransplantation; inkl. der Implantation von unterstützenden Kunstherzsystemen“, erklärt Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Mohr, Ärztlicher Direktor und Direktor der Klinik für Herzchirurgie im Herzzentrum Leipzig. So stieg die Zahl der im Herzzentrum Leipzig durchgeführten Herztransplantationen von 11 im Jahr 2009 auf jeweils 30 in den letzten beiden Jahren. Zudem erfolgen jährlich hier ca. 20 Lungentransplantationen.

Das zweitägige Wintermeeting umfasst neben wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionsrunden erstmalig auch ein Expertenforum. Dabei stehen die Fachgrößen auf dem Gebiet der Herz- und Lungentransplantation aus den größten deutschen Transplantationszentren Rede und Antwort. Somit richtet sich die Veranstaltung nicht nur an die Transplantationsmediziner sondern explizit an alle Ärzte im stationären und niedergelassenen Gebiet sowie an zukünftige Mediziner (Medizinstudenten).

„Wir werden über vielversprechende Therapieansätze ebenso wie über den Stellenwert der Organspende in der Öffentlichkeit diskutieren. Unser Ziel ist es, nicht nur den medizinischen Fortschritt darzustellen, sondern insbesondere auf die daraus resultierende Brisanz und die damit einhergehende Notwendigkeit von Aufklärungsarbeit hinzuweisen.“, so PD Dr. Markus Barten, Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie im Herzzentrum Leipzig und Organisator des Wintermeetings.

Die Veranstaltung wird durch die Sächsische Landesärztekammer CME-zerifiziert. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist auch kurzfristig über das Sekretariat der Herzchirurgie (Tel. 0341 865-1423) möglich.

Derzeit warten in Deutschland rund 12.000 schwerkranke Menschen auf ein Spenderorgan. Die Entscheidung für Organspende ist eine kleine Geste von Vielen zum Wohle für Wenige. Information über Organspende gibt des im Internet (www.dso.de, www.hltxev.de) und Organspendeausweise sind erhältlich in Krankenhäusern, beim Hausarzt oder in Apotheken.

Dr. Iris Minde | idw
Weitere Informationen:
http://www.herzzentrum-leipzig.de

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