Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinische Hilfsmittel: "Keiner weiß so richtig, wer was braucht."

02.06.2010
Wittener Tagung zur Hilfsmittelversorgung am 17. September 2010 will Defizit in der Versorgungsforschung bei Hilfsmitteln angehen

Bislang beschränkte sich die Verantwortung der Pflegenden im Umgang mit Hilfsmitteln auf die sichere und sachgemäße Anwendung. Doch immer mehr wirken Pflegende auch am Versorgungsprozess selbst mit.

"Unsere Teilnehmer an der Weiterbildung zum Hilfsmittelexperten, die seit September 2009 von der Universität angeboten wird, sind an vielen Stellen in die Beratung und die Empfehlung für ein Hilfsmittel eingebunden, vor allem im Entlassungsmanagement und der Pflegeberatung bzw. -begutachtung," erklärt Otto Inhester von der Universität Witten/Herdecke. "In sozialpädiatrischen Zentren und im Rahmen der Frührehabilitation auf orthopädischen und unfallchirurgischen Abteilungen sind sie zusammen mit Ergo- und Physiotherapeuten Mitglieder von Hilfsmittelteams. Bei der Antragstellung arbeiten sie den verordnenden Ärzten zu und koordinieren den Kontakt zu Sanitätshäusern oder ambulanten Diensten."

Oft sind Pflegende zusammen mit den Betroffenen aber auch die Leidtragenden einer unzureichenden Versorgung: Hilfsmittel kommen zu spät zum Einsatz, die verordneten Mittel sind weder individuell an den Patienten noch an die häusliche Umgebung angepasst. "Das liegt vor allem daran, dass keine systematische Evaluation über den Einsatz von Hilfsmitteln betrieben wird. Für Deutschland liegen keine aussagekräftigen Studien über die Wirksamkeit und den Nutzen von Hilfsmitteln vor," erläutert Otto Inhester. Deshalb organisiert er eine Expertentagung zur Hilfsmittelversorgung

am 17. September 2010, von 10 bis ca. 18 Uhr
in der Universität Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausenstr. 50.
Sie bietet Pflegenden, Ergo- und Physiotherapeuten einen Einblick in die Problematik der Hilfsmittelversorgung. Die zahlreichen Schnittstellenprobleme und die Notwendigkeit, angesichts des rasch wachsenden Hilfsmittelmarktes für eine unabhängige, neutrale und wissenschaftlich fundierte Beratung zu sorgen, bieten den oben genannten Berufen ein neues und umfassendes Aufgabenfeld. "Beruhte bislang die Masse der Verordnungen von Hilfsmitteln auf individuellen Erfahrungen der Verordner und den Angaben von Herstellern, so werden zukünftig evidenzbasierte Entscheidungen verlangt werden!", so Otto Inhester weiter.

Die 1. Wittener Tagung zur Hilfsmittelversorgung gibt einen Einblick in den aktuellen Stand und in mögliche Themen zukünftiger Hilfsmittelforschung. Fachleute referieren z.B. die Probleme einer vorausschauenden Planung bei der Hilfsmittelversorgung bei heranwachsenden Menschen; über Wechselwirkungen zwischen Hilfsmitteln und Menschen bei lebenslanger Behinderung; über die Evaluation orthopädischer Hilfsmittel, wie Mobilitäts- und Selbständigkeitshindernisse in Altenpflegeeinrichtungen durch einen effektiven Hilfsmitteleinsatz verbessert werden können. Weitere Themen sind die Schnittstellenprobleme in der Hilfsmittelversorgung. Ein Vertreter des Bundesgesundheitsministeriums beschreibt die Erwartungen an die Hilfsmittelversorgung aus Sicht des Ministeriums. In einem abschließenden Workshop wird die Gründung einer nationalen Forschungsarbeitsgemeinschaft "Versorgungsforschung in der Hilfsmittelversorgung" vorgeschlagen. Diese soll die Interessen und Aktivitäten von Forschenden zusammenfassen, einen Austausch über Themen und Methoden moderieren, gemeinsame Vorhaben initiieren und fundierte Leitlinien für die Hilfsmittelversorgung erarbeiten.

Weitere Infos für potentielle Teilnehmer unter: http://www.hilfsmittelexperte.de/ und http://www.hilfsmitteltagung.de

Anmeldung:
Private Universität Witten - Herdecke gGmbH
Zentrum für Weiterbildung, Frau Beatrice Froß
Alfred Herrhausenstr.50
58448 Witten
fross@uni-wh.de Tele: 02302/926 - 705
Weiter Infos für Journalisten bei Otto Inhester, Kontakt über Zentrum für Weiterbildung, Büro Frau Froß.

Kay Gropp | idw
Weitere Informationen:
http://www.hilfsmittelexperte.de
http://www.hilfsmitteltagung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von Batterieforschung bis Optoelektronik
23.06.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht 10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge
22.06.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften