Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2015: Heilt der Knochen? Frag das Implantat.

15.10.2015

Dank „intelligenter“ Knochenimplantate bleibt womöglich bald manchen Patienten mit Knochenbrüchen eine zusätzliche Operation erspart. Die mit einer Mikroelektronik ausgestatteten Systeme ermöglichen es dem Arzt, den Heilungsverlauf telemedizinisch zu überwachen. Auf diese Weise lassen sich Komplikationen vermeiden beziehungsweise frühzeitig erkennen. Erfolgreich getestet wurden diese Implantate bereits bei Patienten mit einer Pseudarthrose, also nicht heilenden Frakturen. Dieses ist eines der Themen der diesjährigen MEDICA EDUCATION CONFERENCE in Düsseldorf (16. bis 19. November).

Von einer Pseudathrose sprechen Experten, wenn eine Fraktur nach sechs bis acht Monaten noch nicht knöchern verheilt ist. Exakte Zahlen gibt es nicht, Schätzungen gehen davon aus, dass es bei etwa ein bis zwei Prozent aller Knochenbrüche zu dieser Komplikation kommt. Betroffen sind oft lange Röhrenknochen wie Unter- oder Oberschenkel, Oberarm und Elle.

Die Ursachen für eine Pseudarthrose sind vielfältig: Erkrankungen wie Diabetes oder eine arterielle Verschlusskrankheit können dahinterstecken, Durchblutungsstörungen, Weichteile können sich in den Frakturspalt geschoben haben, das betroffene Körperteil wurde eventuell nicht ausreichend ruhig gelagert oder zu früh belastet.

„Für Ärzte gibt es bisher nur wenige Möglichkeiten, den Verlauf einer Frakturheilung zu kontrollieren: klinische Erfahrungswerte und Röntgenuntersuchungen“, erläutert Professor Dr. med. Klaus Seide, Oberarzt und Leiter Wissenschaft und Forschung am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Hamburg.

Die Medizintechnik bietet nun Alternativen – zumindest bei Knochenbrüchen, die in einer Operation mit Schrauben, Nägeln, Platten oder Drähten fixiert wurden. Chirurgen setzen „intelligente“ Implantate ein, die mit einer modernen Mikroelektronik ausgestattet sind. Sie ist in der Lage, telemetrisch die Belastung der Platte zu messen. „So lässt sich der Verlauf der Knochenheilung überwachen und eine Überbelastung frühzeitig erkennen“, sagt Professor Seide, Referent der MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2015.

Die Implantate mit Messsystem wurden am Unfallkrankenhaus Hamburg bereits bei 65 Patienten mit Pseudarthrose erfolgreich eingesetzt, bei denen zum Teil der Knochenbruch auch nach mehreren medizinischen Versuchen nicht hatte geheilt werden können. „Besonders bei komplizierten Verläufen ist das System hilfreich. Weitere operative Eingriffe könnten in vielen Fällen vermieden werden“, erklärt der Facharzt. Mittelfristig ist auch routinemäßig ein Einsatz bei frischen Knochenbrüchen vorstellbar.

„Die mikroelektronische Technik hat mehrere Vorteile“, ergänzt Seide. „Es werden weniger Röntgenuntersuchungen nötig sein, das erspart den Patienten schädliche Strahlen. Zudem ermöglicht sie eine sichere und schnellere Knochenheilung gerade bei schwierigen Fällen.“

Im Symposium Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik in Orthopädie und Unfallchirurgie am Montag, den 16. November 2015, diskutieren Experten zusammen mit den Teilnehmern die Einsatzmöglichkeiten und den Entwicklungsstand von Microsystemen bei Knochenbrüchen und Rückenmarksverletzungen. Die interdisziplinäre Fortbildungsveranstaltung MEDICA EDUCATION CONFERENCE findet parallel zur Weltmesse für Medizintechnik, der MEDICA, erstmals mit einer geänderten Laufzeit von Montag bis Donnerstag statt.


Kontakt für Journalisten:
Pressekontakt für Rückfragen:
Pressestelle DGIM/MEDICA EDUCATION CONFERENCE
Anne-Katrin Döbler/Stephanie Priester
Postfach 30 1 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-605
Telefax: 0711 8931-167
E-Mail: priester@medizinkommunikation.org

Messe Düsseldorf GmbH
Pressereferat MEDICA 2015
Martin-Ulf Koch/ Larissa Browa
Tel. +49(0)211-4560-444/-549
E-Mail: KochM@messe-duesseldorf.de

Anna Julia Voormann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0
23.04.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?
23.04.2018 | Technische Universität Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics