Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mathematik und Informatik - Schlüsseldisziplinen auch für die Entwicklungsländer?

20.08.2014

Ob im Regenwald oder auf den überfüllten Straßen Bangladeschs: Mathematik und Informatik kennen weder Grenzen noch soziale Hürden.

Auch in aufstrebenden Wirtschaftsregionen und in Entwicklungsländern sind beide Disziplinen beliebte und hochangesehene Studienfächer. Doch was tun, wenn man diese Fächer gerne studieren und Wissenschaftler werden will, und nicht aus Europa, den USA oder einer anderen reichen Wirtschaftsnation kommt? Dass gerade die Informatik und die Mathematik beachtliche Bedeutung für entlegene Regionen haben können, wird Ende September in Heidelberg vorgestellt.

Das „Hot Topic“ des 2. Heidelberg Laureate Forum (21.-26.09.2014) thematisiert „Potential und Rolle der Mathematik und der Informatik in den Entwicklungsländern/Aufstrebenden Wirtschaftsregionen“. Die Talkrunde findet am 23. September ab 14 Uhr in der Neuen Universität, Heidelberg, statt. Mitdiskutieren werden dabei viele Preisträger der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Informatik und der Mathematik: 26 Laureaten - Träger von Fields-Medaillen, Abel-Preisen, Turing Awards und Nevanlinna-Preisen - haben ihr Kommen zum 2. HLF zugesichert und mit diesen „Quasi-Nobelpreisträgern“ auch 200 Nachwuchsforscher aus 60 Nationen.

Ob die jüngeren Referenten des „Hot Topic“ demnächst ebenfalls eine Wissenschaftstrophäe erhalten werden, bleibt abzuwarten: Der Mathematiker Adamou Ibrahim hat in seinem Heimatland Niger eine feste Stelle als Professor bekommen, nachdem er im vergangenen Jahr beim 1. HLF als Nachwuchswissenschaftler dabei war; die Anzahl der Universitäten in Niger ist erst im Jahr 2011 auf vier gestiegen - davor gab es nur eine. Mohammad Kaykobad, Informatiker aus Bangladesch, berichtet von Mathe-Olympiaden, die er seit mehreren Jahrzehnten sehr erfolgreich durchführt: Aus allen Gesellschaftsschichten Bangladeschs drängen sich Teilnehmer zu den Wettbewerben.

Ein Umstand, der in westlichen Regionen Neid aufkommen lässt. Wie ein Wissenschafts-Politkrimi in Ecuador der Mathematik auf die Sprünge half und dabei den Koka-Anbau minimierte, das werden Peter Benner vom Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme und sein ehemaliger ecuadorianischer Doktorand Hermann Mena berichten. Mena entspringt dem ecuadorianischen Indianerstamm der Otavalos. Und wie leidenschaftlich Informatik und Mathematik in Kambodscha betrieben wird, ist Thema des Wissenschaftlers Phanpheakdey Nguon. Er referiert über sein Vorhaben, ein Forschungszentrum für Wissenschaftliches Rechnen in Phom Penh zu errichten. 

Nach den fünf Impulsvorträgen aus Indien, Bangladesch, Ecuador, Kambodscha und Niger freut sich die Veranstalterin, die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation (HLFF), auf eine lebhafte Diskussion. Mit dabei sind auch die amtierende Präsidentin der International Mathematical Union (IMU), Ingrid Daubechies, und Vinton Cerf, ehemaliger Präsident der Association for Computing Machinery (ACM).

Journalisten sind ausdrücklich zum „Hot Topic“ des HLF eingeladen. Anmeldungen bitte per Email an: media@heidelberg-laureate-forum.org

Hintergrund zu dem „Hot Topic at the HLF“
Das Wissenschaftssystem und die wirtschaftliche Situation eines Landes sind eng miteinander verknüpft: Reiche Länder weisen differenzierte Bildungssysteme und eine bunte Forschungslandschaft auf. Arme Länder sind hingegen durch eine schwache wissenschaftliche Infrastruktur gekennzeichnet, und viele Wissenschaftler, die diesen Nationen entstammen, forschen und lehren in der westlichen Welt. Gleichzeitig werden Studierende aus den ärmeren Regionen von reicheren Wissenschaftssystemen angeworben und ausgebildet. Wenn sie nach ihrer wissenschaftlichen Qualifizierung zurück zu Familie und Freunden in die Heimat wollen, so sehen die Rahmenbedingungen für sie schlecht aus. Wer Wissenschaftler bleiben möchte, ist häufig gezwungen, in die Wissenszentren Amerikas und Europas zu gehen. Welchen Einfluss kann eine gezielte Ausgestaltung der Forschung und Lehre in der Mathematik und Informatik auf diese Situation nehmen?

Der „Hot Topic“-Nachmittag des Heidelberg Laureate Forum knüpft an die MENAO-Konferenz der International Mathematical Union (IMU) an, die sich diesem Thema Anfang August in Seoul widmete. Die IMU, Partnerin der HLFF, engagiert sich seit 1971 für die Förderung der Mathematik und der Mathematiker in Entwicklungsländern und berät internationale Einrichtungen, Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen.
Ort und Zeit:

Das HLF findet vom 21. bis zum 26. September in der Neuen Universität, Heidelberg statt. Am 23. September wird ab 14 Uhr der „Hot Topic“-Nachmittag „The Role and the Potential of Mathematics and Computer Science in Developing Nations/Emerging Economies“ in der Neuen Aula der Neuen Universität, Universitätsplatz, 69117 Heidelberg, veranstaltet.

Hintergrund
Die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation veranstaltet jährlich das Heidelberg Laureate Forum (HLF). Das HLF ist eine Netzwerkveranstaltung für Mathematiker und Informatiker aus aller Welt. Initiiert wurde das Heidelberg Laureate Forum (HLF) von der Klaus Tschira Stiftung (KTS), die Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik fördert, und dem Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS). Die Organisation erfolgt durch die Stiftung Heidelberg Laureate Forum Foundation in Zusammenarbeit mit KTS und HITS sowie der Association for Computing Machinery (ACM), der International Mathematical Union (IMU) und der Norwegian Academy of Science and Letters (DNVA). Das 2. Heidelberg Laureate Forum findet vom 21. bis zum 26. September 2014 statt.

An die Redaktionen:
Bitte verstehen Sie voranstehende Meldung zugleich als Einladung zur Veranstaltung und als Einladung, über sie zu berichten. Um Anmeldung wird gebeten: https://application.heidelberg-laureate-forum.org

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Andreas Reuter
Scientific Chairperson
andreas.reuter@heidelberg-laureate-forum.org
Telefon: +49-6221-533 200

Presseanfragen/Journalistenkontakt:
Sabine Kluge
Communications
media@heidelberg-laureate-forum.org
Telefon: +49-6221-533 385

Weitere Informationen:

http://media@heidelberg-laureate-forum.org
https://application.heidelberg-laureate-forum.org
Facebook: www.facebook.com/HeidelbergLaureateForum
Twitter: www.twitter.com/HLForum
YouTube: www.youtube.com/LaureateForum
Science Blog: www.scilogs.com/hlf

Sabine Kluge | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Entwicklungsländer HITS HLF IMU Informatik Mathematik Topic

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

UTSA study describes new minimally invasive device to treat cancer and other illnesses

02.12.2016 | Medical Engineering

Plasma-zapping process could yield trans fat-free soybean oil product

02.12.2016 | Agricultural and Forestry Science

What do Netflix, Google and planetary systems have in common?

02.12.2016 | Physics and Astronomy