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Materialforscher diskutieren Zukunftstrends in Saarbrücken

18.06.2009
Wenn deutsche Unternehmen im Ausland Erfolg haben, hängt dies wesentlich mit neuen Materialien zusammen, die hierzulande in den Laboren der Firmen, Universitäten und Forschungsinstitute entwickelt werden.

Laut einer Studie der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) beruhen 70 Prozent der deutschen Exportleistung auf Innovationen mit neuen Werkstoffen. Wie die Forschungserkenntnisse der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik schnell in neue Produkte umgesetzt werden können, diskutieren Wissenschaftler bei der DGM-Jahrestagung 2009, die vom 22. bis 24. Juni in Saarbrücken stattfindet.

Einen Blick in die Zukunft wagen die Forscher beim DGM-Forum am 23. Juni. Dabei stellen sie Trends in Materialwissenschaft und Werkstofftechnik vor.

In der Automobilindustrie, der Elektronik oder im Maschinenbau kommt es immer häufiger darauf an, mehrere Eigenschaften eines Werkstoffs maßgeschneidert für die jeweilige Anwendung zu gestalten. Für manche Einsätze soll das Material fester werden und gleichzeitig höhere Temperaturen ertragen, beispielsweise in einem Triebwerk. In anderen Fällen muss es besondere Reibungs- oder Hafteigenschaften haben. Und manchmal sollen die Materialien den Strom besser leiten, dürfen aber gleichzeitig nicht so viel Wärme transportieren. Die Materialwissenschaftler haben vielfältige Verfahren entwickelt, die es erlauben, gezielt solche Eigenschaften zu messen und zu verändern. Sie haben außerdem Methoden erarbeitet, wie man die innere Struktur der Materialien sichtbar machen kann, und das nicht nur bis in den Nanobereich, sondern sogar auf atomarer Ebene.

Beispiele für die unterschiedlichen Verfahren, die an den elf Lehrstühlen der Fachrichtung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik der Saar-Uni erforscht werden, stellt Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe der Saar-Uni und lokaler Organisator der diesjährigen DGM-Tagung, am 23. Juni um 14 Uhr vor. Anschließend erläutert Professor Christian Boller die Forschungsprojekte des Saarbrücker Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren. Was völlig neue, zum Beispiel bioinspirierte Materialien in der Materialforschung leisten können, ist Thema von Professor Eduard Arzt, dem Leiter des Leibniz-Instituts für Neue Materialien, das sich ebenfalls auf dem Campus der Saar-Uni befindet.

In einem historischen Rückblick wird sich Dr. Günther Luxbacher von der Technischen Universität Berlin mit der Werkstoffschau von 1927 beschäftigen, bei der zum ersten Mal in Deutschland neue Materialien auf einer Messe präsentiert und von vielen Tausend Besuchern bestaunt wurden. Wie sich heute die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik im Spannungsfeld der engen Beziehungen zu den Naturwissenschaften einerseits und als Brücke zu den Ingenieurwissenschaften andererseits positioniert, ist Thema des Vortrages von Christina Berger, Professorin an der TU Berlin und Leiterin des Themennetzwerks "Werkstoffe" der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Den Blick in die Zukunft der Materialforschung wagt dann die Professorin Marion Weissenberger-Eibl von der Universität Kassel und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe. Weitere Diskussionsthemen werden die bilaterale Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung am Beispiel von Indien sein sowie die Nachwuchsakademie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die es jungen Wissenschaftlern ermöglicht, an den Elite-Instituten der Materialwissenschaft im Ausland zu forschen. Im Rahmen des Wissenschaftssommers in Saarbrücken wird außerdem die Ausstellung "Forschungsexpedition im Land der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" im Foyer der Aula der Universität des Saarlandes gezeigt.

Fragen beantwortet:

Prof. Dr. Frank Mücklich
muecke@matsci.uni-sb.de
0681/302-70500

Friederike Meyer zu Tittingdorf | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgm.de/dgmtag/

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