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Marine Geowissenschaftler aus zehn Nationen treffen sich in Kiel

25.08.2009
Planungsgruppe des Integrated Ocean Drilling Programm berät über zukünftige Projekte

Erdbeben, Vulkanismus, Plattentektonik - der Planet, auf dem wir leben, ist äußerst aktiv und ein extrem komplexes System. Um mehr über die Dynamik der Erdkruste unter den Ozeanen und ihre Funktionsweise herauszufinden, haben sich 2003 über 20 Nationen unter Führung der USA, Japans und eines europäischen Konsortiums zum Integrated Ocean Drilling Program (IODP) zusammengeschlossen.

Mit Hilfe von tiefen Bohrungen in die ozeanische Erdkruste wollen die Wissenschaftler einige grundlegende Geheimnisse der Erde entschlüsseln. Vierzig führende Geowissenschaftler des IODP treffen sich vom 25. bis 27. August in Kiel, um über die genauen Forschungsvorhaben der Jahre 2010 und 2011 zu beraten.

"Eine Menge Arbeit und intensive Diskussionen kommen in diesen drei Tagen auf uns zu", sagt Prof. Jan Behrmann, Geologe am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und Mitglied des "Science Planning Committee" (SPC) im IODP, "es gilt, aus über einhundert Projekten die etwa sechs oder sieben auszuwählen, die in den kommenden zwei Jahren realisiert werden können und sollen."

Ganz oben auf der Agenda stehen momentan drei Gruppen von Projekten der Grundlagenforschung, die sich mit der Entschlüsselung der globalen Klimaentwicklung in der geologischen Vergangenheit, mit der Existenz von Leben in der ozeanischen Erdkruste (deep biosphere) und der Entstehung schwerer Erdbeben an Rändern von Erdplatten befassen. Das IODP setzt mit einem jährlichen Budget von knapp einhundert Millionen US-Dollar (ca. 70 Millionen Euro) im Moment gleichzeitig zwei Bohrschiffe ein: die japanische CHIKYU vor Japan, sowie die amerikanische JOIDES RESOLUTION in der Beringsee. Dazu kommt momentan die Operation der am Meeresgrund verankerten Bohrplattform KAYD vor der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Das IFM-GEOMAR hat eine langjährige Tradition der aktiven Mitarbeit im IODP. Immer wieder wurden Wissenschaftler aus Kiel zu "co-chief scientists" berufen. Derzeit bereiten sich zwei IFM-GEOMAR-Wissenschaftler, Dr. Steffen Kutterolf und Dr. Yujin Kitamura, darauf vor, ihre Schreibtische in Kiel mit Laborplätzen an Bord der CHIKYU zu tauschen.

Sieben Wochen lang werden sie vor Japan als "shipboard scientists" unterwegs sein. Ziel ihrer Arbeiten ist ein besseres Verständnis der Wechselbeziehung zwischen Deformation, Erdbeben und Vulkanismus im Nankai-Trog, wo die Philippinische Platte sich mit etwa vier Zentimetern im Jahr unter den südwestlichen Teil von Japan schiebt.

Jan Steffen | idw
Weitere Informationen:
http://www.iodp.org
http://www.ifm-geomar.de

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