Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MARIE 2010: Eizellen reifen auch im Reagenzglas

12.03.2010
Zum 13. Mal lädt die Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie am 20. März 2010 zur MARIE ein. Der Name steht als Abkürzung für die "Magdeburger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, Interdisziplinäre Andrologie und Endokrinologie". In diesem Jahr wird neben anderen Themen auch eine neue Technologie in der künstlichen Befruchtung vorgestellt: Die In-vitro-Maturation (IVM).

Es verdanken bereits weltweit viele Kinder ihre Entstehung im Reagenzglas und die künstliche Befruchtung ist längst Teil unserer Gesellschaft geworden. "Allerdings sind noch nicht alle Probleme um die künstliche Befruchtung gelöst", betont Prof. Dr. Jürgen Kleinstein, Direktor der Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin Magdeburg.

"Bei nicht wenigen Frauen reifen nicht genügend Eizellen heran oder die Reifung im Eierstock dauert zu lange, viele Frauen erleiden das Gegenteil, sie produzieren viel zu viel Eizellen und erleiden dadurch ein Überstimulationssyndrom mit Zysten in den Eierstöcken, eine Zunahme des Bauchumfanges und Kreislaufinstabilität."

Von dieser Problematik seien besonders junge schlanke Frauen mit der Diagnose "Polyzystisches Ovar-Syndrom" betroffen, berichtet der Reproduktionsmediziner. Für diese Frauen wurde eine neue Technologie in der künstlichen Befruchtung etabliert. Sie nennt sich IVM (In-vitro-Maturation), weil die Endstrecke der Eizellreifung nicht in den Eierstöcken abläuft, sondern im Reagenzglas. Diese Eizellen erreichen den notwendigen Reifegrad viel früher, sie eignen sich genauso gut für die Befruchtung wie herkömmlich - meistens zwei Wochen - gereifte Eizellen und zeigen eine gute Embryonalentwicklung vor der Einführung in die Gebärmutter.

Prof. Kleinstein bestätigt: "Für die betroffenen Frauen sind die körperlichen Belastungen viel geringer als bei der konventionellen künstlichen Befruchtung, so dass diese neue Technik eine hohe Nachfrage in der Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie Magdeburg ausgelöst hat." Der Klinikdirektor ist überzeugt, dass sich die IVM in der Zukunft durchsetzen wird und vielen Patienten helfen kann.

Diese neue Technik wird am 20. März 2010 anlässlich der 13. Magdeburger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, Interdisziplinäre Andrologie, Endokrinologie (MARIE) vorgestellt. Weitere Themen der Tagung betreffen das notwendige Wissen labormedizinischer Daten, über die der Frauenarzt verfügen sollte sowie die Behandlung des alle Altersklassen von Frauen betreffenden Komplexes Blutungsstörungen. Eine Standortbestimmung für den Einsatz der Hormonersatztherapie und der Pille wird ebenfalls kompetent vorgetragen.

Ohne Zweifel hat sich das Berufsbild des Frauenarztes bzw. der Frauenärztin in den letzten Jahren verändert. Die Auswirkungen von Ärztemangel und der "Feminisierung des Faches" werden bei dem Treffen wissenschaftlich, aber auch mit einem Augenzwinkern abgehandelt.

Tagungsleiter, Prof. Dr. Jürgen Kleinstein, erwartet rund 150 Ärzte aus Niederlassung und Klinik zu der mittlerweile traditionellen Tagung alljährlich im Frühjahr. Die "13. Magdeburger Arbeitstagung Reproduktionsmedizin, Interdisziplinäre Andrologie und Endokrinologie" (MARIE) findet am Sonnabend, 20. März 2010, ab 9.00 im Herrenkrug-Hotel, Herrenkrugstraße statt.

Veranstalter:
Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie Magdeburg
Prof. Dr. Jürgen Kleinstein
Tel. 0391/ 67 17390
juergen.kleinstein@med.ovgu.de

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.uni-magdeburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt
23.01.2017 | Haus der Wissenschaft Braunschweig GmbH

nachricht Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen
20.01.2017 | Ernst-Abbe-Hochschule Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie