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Magnetfelder und Strom stimulieren das Gehirn: Internationale Expertentagung und Workshop in Göttingen

29.09.2008
Zum dritten Mal: Internationale Konferenz zur transkraniellen Magnet- und Gleichstromstimulation vom 01. bis 04. Oktober 2008 in Göttingen. BMBF fördert deutsch-israelischen Workshop zur Hirnstimulation am 05. Oktober 2008.

Transkranielle Magnet- und Gleichstromstimulation - beide Verfahren spielen eine immer wichtigere Rolle in der experimentellen Behandlung von Depression, chronischem Schmerz oder nach einem Schlaganfall.

Neue Entwicklungen zu den Grundlagen der Verfahren sowie zu den klinischen Anwendungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt der Dritten Internationalen Konferenz zur transkraniellen Magnet- und Gleichstromstimulation. Zu dem international bedeutenden, wissenschaftlichen Austausch treffen sich die weltweit herausragenden Forscher auf diesem Gebiet in Göttingen. Mit etwa 90 Vorträgen und 250 Posterbeiträgen wird das gesamte Spektrum des Themas vorgestellt. Die Tagung findet von Mittwoch, 01. Oktober 2008, bis Samstag, 04. Oktober 2008, in Göttingen im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität (ZHG) statt. Die Wissenschaftliche Leitung der Tagung hat Prof. Dr. Walter Paulus, Direktor der Abteilung Klinische Neurophysiologie an der Universitätsmedizin Göttingen. Die Organisatoren erwarten rund 500 Teilnehmer.

Im Anschluss an die Konferenz findet am Sonntag, dem 05. Oktober 2008, ein Workshop zum Thema "Hirmstimulation" statt. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Deutsch-Israelischen Jahres der Wissenschaft und Technologie 2008 geförderten Workshops ist es, den Stand der Forschung in deutschen und israelischen Laboren darzustellen und mögliche Synergien im Hinblick auf zukünftige gemeinsame Projekte und Fördermöglichkeiten zu entwickeln. Teilnehmen werden namhafte Wissenschaftler aus deutschen und israelischen Forschungslaboren.

"Third International Conference
on Transcranial Magnetic and Direct Current Stimulation”
Mittwoch, 01. Oktober 2008, Beginn: 18:00 Uhr
bis Samstag, 04. Oktober 2008, Ende: 18:00 Uhr
Hörsaal 011, Zentrales Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben 5, 37075 Göttingen

Tagungssprache ist Englisch. Es findet keine Übersetzung statt.

Deutsch-Israelischer Workshop
"Hirnstimulation - von den Grundlagen zur klinischen Anwendung"
Sonntag, 05. Oktober 2008, 09:00 bis 14:00 Uhr
Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) oder "Hirnpolarisation" ist als Methode zur umschriebenen Erregbarkeitssteigerung oder Hemmung des menschlichen Gehirns seit 2000 fest etabliert. Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) wurde bereits 1985 in England eingeführt. Sie benutzt hochintense Magnetfelder, um schmerzfrei Elektrizität durch den intakten Schädel zu applizieren und ultrakurze Stromflüsse im Gehirngewebe auszulösen. Wenn man diese repetitiv appliziert (rTMS), lassen sich plastische Erregungssteigerungen oder Hemmungen umschriebener Hirnareale erzielen.In den letzen fünf Jahren haben assoziierte Messverfahren, wie funktionelle Kernspintomographie, Kernspinspektroskopie oder Positronenemissionstomographie, zum besseren Verständnis der Methoden geführt: Betroffene Hirnareale können so besser geortet, beteiligte so genannte Transmitter und biochemische Veränderungen genauer bestimmt werden.

Die klinische Anwendung der rTMS konzentrierte sich ursprünglich auf den Ersatz der Elektrokrampftherapie in der Behandlung schwer depressiver Patienten. Hierzu hatte eine Vielzahl von Pilotstudien teilweise widersprüchliche Ergebnisse gebracht. Eine erste größere multizentrische Studie an 301 Patienten im Jahr 2007 kam zu dem Ergebnis, dass mit einer vierwöchigen Stimulation mit 3000 TMS Impulsen pro Tag eine signifikante Besserung der Depression im Vergleich zur Scheinstimulation eintritt. Diese Studie wird Gegenstand der Diskussion während der Göttinger Konferenz sein.

Vergleichsweise fortgeschritten ist die Anwendungsmöglichkeit in der Behandlung chronischer Schmerz-Patienten oder Schlaganfallpatienten in der motorischen Rehabilitation. Beim chronischen Schmerz vermögen sowohl rTMS wie auch tDCS nach etwas zweiwöchigem Einsatz Besserungen zu erzielen. Es ist derzeit Gegenstand aktueller Studien in vielen Arbeitsgruppen und auch zentrales Thema der Konferenz, diese Technik weiter zu optimieren, die Dauer der Therapieerfolge weiter zu verlängern und Einsatzmöglichkeiten bei weiteren psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen zu diskutieren.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Prof. Dr. Prof. Walter Paulus
Direktor Abteilung Klinische Neurophysiologie
Robert-Koch-Straße 40,37075 Göttingen
Telefon 0551-39-6650, Fax 0551-39-8126
E-Mail w.paulus@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Uni Göttingen
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de
http://www.tms08.uni-goettingen.de

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