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Was macht das Gehirn, wenn es nichts macht?

28.08.2012
Neue Untersuchungsmethode wird auf Kongress in Magdeburg diskutiert

Nehmen Koma-Patienten ihre Umwelt wahr? Wie intakt ist das Gehirn nach einer schweren Kopfverletzung? Wie arbeitet das Gehirn bei dementen, schizophrenen oder depressiven Patienten?

Fragen, die mit den bisherigen Untersuchungsmöglichkeiten nur bedingt beantwortet werden konnten.

Mit den herkömmlichen bildgebenden Verfahren, wie der Kernspintomografie werden weltweit in großer Zahl Bilder von allen Aktivitätszuständen des Gehirns aufgenommen: Sprachverarbeitung, Erinnern, sexuelle Erregung sind durch charakteristische Aktivierungsmuster schnell erkennbar. Doch all diese Verfahren verlangen die Kooperation des Patienten, da sie aufgabenbasiert sind.

Doch was ist, wenn der Betroffene keine Aufgaben mehr lösen oder die Anweisungen nicht mehr deuten kann? An diesem Punkt greift ein neues Verfahren, die sogenannte Resting State-Methode (fMRT), das erst vor wenigen Jahren entwickelt worden ist. Bei der Resting State Methode handelt es sich um eine spezielle Art der funktionellen Bildgebung, die den Ruhezustand des Gehirns abbilden kann. Das heißt, der Patient hat entweder die Augen geschlossen oder schaut auf einen vorher festgelegten Punkt.

So ist es möglich das Gehirn beim „Nichtstun“ zu beobachten und Netzwerke zu identifizieren, die bei Aktivitäten des Probanden nicht sichtbar sein würden. So kann beispielsweise dargestellt werden, wie unterschiedlich das Gehirn bei gesunden im Gegensatz zu beispielsweise depressiven oder schizophrenen Patienten arbeitet. Um diese und weitere Ergebnisse zu diskutieren und neue Forschungsansätze auf den Weg zu bringen, treffen sich in der kommenden Woche 350 Hirnforscher aus aller Welt zu einem der wichtigsten Kongresse auf diesem Gebiet in Magdeburg. Wir würden uns freuen, Sie zur Berichterstattung zur

3rd Biennial Conference on Resting State
vom 5.-7. September 2012
jeweils von 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr
im Maritim Hotel
Otto-von-Guericke-Str. 87
39104 Magdeburg
begrüßen zu können.
Die Initiative zu der Kongress-Reihe ging von Dr. Martin Walter, Otto von Guericke Universität und Leibniz Institut Magdeburg, und seinem amerikanischen Kollegen Bharat Biswal aus. Sie hoben vor vier Jahren die Biennial Resting State Konferenz aus der Taufe, welche alle zwei Jahre Experten aus den Gebieten der Magnetresonanz-Physik, Neurophysiologie, der Psychologie und der Neuromedizin an einen Tisch bringt. Rund 120 Hirnforscher waren 2008 der ersten Einladung gefolgt. Nachdem auch das letzte Meeting in Milwaukee 2010 ein großer Erfolg war, kehrt der Kongress nun wieder nach Magdeburg zurück.
Hintergrund
Das Leibniz-Institut für Neurobiologie Das LIN zählt zu den international führenden Hirnforschungszentren. Seine Mission besteht im Studium der Mechanismen von Lernen und Gedächtnis sowie deren krankhafter Störungen auf allen Ebenen der Hirnorganisation. Das 2011 neu bezogene Gebäude beherbergt sechs Abteilungen, vier Forschergruppen und sechs technologisch ausgerichtete Speziallabors. Klassische Forschungsfelder sind die Verarbeitung von akustischen Informationen und Sprache, die Langzeit-Veränderung stimulierter Nervenzellen durch neuronale Erregungsmuster sowie die Mechanismen der Bildung und Aktivierung von Synapsen.

Das detaillierte Programm finden Sie im Internet unter: http://www.restingstate.com/

Anika Zachert | Leibniz-Institut für Neurobiolog
Weitere Informationen:
http://www.restingstate.com/
http://www.lin-magdeburg.de

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