Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Macht Einsamkeit krank?

11.11.2013
Wie Sozialverhalten Gesundheit und Fortpflanzung beeinflusst

Die vielfältigen Beziehungen zwischen Sozialverhalten und Gesundheit werden vom 3. bis 6. Dezember auf den 9. Göttinger Freilandtagen beleuchtet.


Eine Gruppe von Kattas (Lemur catta) genießt die soziale Nähe in der Gruppe. Margit Hampe

Bei Menschen, Primaten und anderen Tieren existieren zahlreiche bekannte Beziehungen zwischen sozialen Faktoren auf der einen Seite und Gesundheit und Fortpflanzungserfolg auf der anderen.

Wie sozialer Stress, Freundschaften und das Sozialsystem die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern und deren Übertragung beeinflussen, wird auf den Göttinger Freilandtagen von internationalen Experten auf Basis ihrer Untersuchungen an Menschen, Primaten und anderen Tieren diskutiert werden.

Verbindungen zwischen verschiedenen Aspekten des Sozialsystems und der biologischen Fitness sind von mehreren Arten bekannt. Zum Beispiel leben sozial gut eingebundene Individuen bei Pavianen und Menschen gleichermaßen länger, während sozial gestresste oder isolierte Individuen Fitnesseinbußen hinnehmen müssen. Allerdings ist noch kaum erforscht, welche Mechanismen dazu führen, dass das Sozialleben sich in der Gesundheit niederschlägt. Auf den IX. Göttinger Freilandtagen werden vom 3. bis 6. Dezember aktuelle Studien aus diesem spannenden Forschungsfeld mit Menschen, frei lebenden Primaten, anderen Säugetieren und sozialen Insekten vorgestellt werden.

Klinische Studien haben gezeigt, dass die Gesundheit eine wichtige Rolle beim Zusammenspiel von Sozialsystemen und körperlicher Fitness spielt. Allerdings ist noch nicht hinreichend geklärt, welchen Einfluss soziale Faktoren in diesem Kontext konkret haben. Untersucht wird aktuell, wie soziale Rollen die Krankheitsanfälligkeit beeinflussen und wie sozialer Stress auf diese Zusammenhänge einwirkt. Außerdem gibt es bislang nur wenige Daten darüber, wie die unterschiedlichen, sozialen Faktoren eine Übertragung und Ausbreitung von Krankheitserregern in frei lebenden Populationen begünstigen.

Die Vielzahl unterschiedlicher Sozialsysteme im Tierreich stellt eine ausgezeichnete Grundlage für vergleichende Ansätze dar. So können die Effekte verschiedener sozialer Variablen, wie Gruppengröße, Dominanzrang, soziale Unterstützung oder Paarungsstrategien, auf Indikatoren für die Gesundheit eines Tieres oder Menschen, wie Stresshormone, Parasitenbelastung oder die Aufrechterhaltung des physiologischen Gleichgewichts innerhalb des Körpers, untersucht werden. Ein weiterer, ökologisch relevanter Aspekt der Interaktion zwischen Sozialsystemen und Gesundheit, der auf den Göttinger Freilandtagen beleuchtet werden wird, ist die Übertragung von infektiösen Pathogenen innerhalb und zwischen sozialen Einheiten.

Die Göttinger Freilandtage sind ein internationaler Kongress, bei dem alle zwei Jahre eine aktuelle Frage aus dem Bereich der Evolution und des Verhaltens von Primaten diskutiert wird. Weltweit führende Experten der Primaten- und Verhaltensbiologie beleuchten dabei das aktuelle Thema aus verschiedensten Blickwinkeln. Die Freilandtage werden von Peter Kappeler, Leiter der Abteilung Verhaltensökologie und Soziobiologie am Deutschen Primatenzentrum und Professor am Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen, organisiert.

Ziel der IX. Göttinger Freilandtage ist es, internationale Experten, die an unterschiedlichsten Modellorganismen über die Zusammenhänge zwischen Sozialsystemen und Fitness forschen, zusammenzubringen. Aus dieser vergleichenden Perspektive sollen allgemeine Zusammenhänge und wichtige Fragestellungen für zukünftige Forschungen erarbeitet werden.

Hinweise für Redaktionen
Journalisten sind herzlich eingeladen, die Veranstaltung zu besuchen. Am Donnerstag, dem 5. Dezember, besteht um 15:30 Uhr Gelegenheit, gezielt mit einzelnen Referenten zu sprechen. In Einzelfällen sind auch andere Termine möglich. Bitte melden Sie sich in der Stabsstelle Kommunikation (0551 3851-359 bzw. aslizewski@dpz.eu) an, damit wir die gewünschten Referenten koordinieren können.

Die 8. Göttinger Freilandtage finden vom 3. bis 6. Dezember im Hörsaal des MPI für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, in Göttingen statt. Das Programm finden Sie hier: Freilandtage 2013

Kontakt
Prof. Dr. Peter Kappeler
Tel: +49 551 3851-376
E-Mail: pkappel@gwdg.de
Astrid Slizewski (Stabsstelle Kommunikation)
Tel: +49 551 3851-359
E-Mail: aslizewski@dpz.eu
Druckfähige Bilder erhalten Sie in der Bilddatenbank unserer Website. Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.

Die Deutsches Primatenzentrum GmbH (DPZ) - Leibniz-Institut für Primatenforschung betreibt biologische und biomedizinische Forschung über und mit Primaten auf den Gebieten der Infektionsforschung, der Neurowissenschaften und der Primatenbiologie. Das DPZ unterhält außerdem vier Freilandstationen in den Tropen und ist Referenz- und Servicezentrum für alle Belange der Primatenforschung. Das DPZ ist eine der 86 Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft.

Astrid Slizewski | idw
Weitere Informationen:
http://www.dpz.eu
http://www.soziobio.uni-goettingen.de/Kongresse/Freilandtage/gft2013/gft2013.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle
28.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit