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Luftrettung als Alternative zur bodengebundenen Rettung

02.06.2015

Forschungsergebnisse auf der Interschutz

Eine sowohl qualitativ hochwertige als auch wirtschaftlich tragbare bodengebundene Notfallrettung wird in vielen strukturschwachen, dünn besiedelten Gebieten in den kommenden Jahrzehnten nicht mehr sicherzustellen sein.

Die Umstellung auf Luftrettung kann die notfallmedizinische Versorgung in solchen Gegenden garantieren. Das sind die Ergebnisse des dreijährigen, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes „PrimAIR – Luftrettung als innovatives Konzept zur Notfallrettung in strukturschwachen Gebieten“.

Die elf Projektpartner stellen ihre Ergebnisse am Mittwoch, 10. Juni 2015, auf der Interschutz in Hannover im Convention Center, Saal 1b, vor (10.30 bis 12.30 Uhr sowie 14.30 bis 16.30 Uhr). Themen der Projektpräsentation sind: „Fliegen statt Fahren? Rahmenbedingungen einer luftgestützten Notfallrettung“, „Simulation eines Systemwechsels“ und „Starten statt Warten:

Effekte der PrimAIR-Luftrettung“. Zudem gibt es Informationen zum Projekt am Stand des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Halle 25, Standnummer C14) und am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Halle 12, Standnummer E09). Weitere Informationen: www.projekt-primair.de.

Ausgangslage des Forschungsprojektes PrimAIR ist der bereits feststellbare und für die Zukunft prognostizierte demographische und strukturelle Wandel. Besonders ländliche Regionen müssen sich darauf einstellen, dass ihre Bevölkerungszahl sinkt, die verbleibende Bevölkerung überaltert und die finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zurückgeht.

In dünn besiedelten Regionen gibt es immer weniger Notfälle pro Schicht. Trotzdem müssen die Rettungswachen weiterhin rund um die Uhr besetzt werden, wofür immer weniger geeignetes Personal vor Ort zur Verfügung steht. Da sich Krankenhäuser zunehmend spezialisieren, dauert der Patiententransport zu geeigneten Notaufnahmeeinrichtungen in vielen Regionen sehr lange. In ländlichen, immer dünner besiedelten Regionen wird daher ein ausschließlich bodengebundener Rettungsdienst weder den Notfallpatienten gerecht, noch finanzierbar sein.

Bildmaterial zur honorarfreien Verwendung bei Copyright-Angabe stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung unter http://mediendb.fh-koeln.de/pindownload/login.do?pin=5AWJM.

„PrimAIR bedeutet eine grundlegende Systemänderung“, sagen die Projektpartner. „Statt Boden- und Luftrettung parallel zu betreiben, integrieren wir die beiden Systeme und bieten so Lösungsansätze zur Sicherstellung einer hochwertigen Notfallversorgung. Dünn besiedelte Regionen werden durch Luftrettungsmittel abgedeckt, für größere Orte wird es sinnvoll sein, weiterhin eine Versorgung durch bodengebundene Rettungsmittel zu gewährleisten.“

Leitfaden und Ergebnisband
Um die Übertragbarkeit des Konzeptes auf Regionen mit diesen Herausforderungen zu erleichtern, haben die Projektpartner einen Leitfaden für die politisch und organisatorisch Verantwortlichen für die Rettungdienste in den Bundesländern erstellt, der auf der Messe präsentiert wird. Mit Hilfe der im Leitfaden dargestellten Vorgehensweise kann überprüft werden, unter welchen Voraussetzungen die Implementierung einer primären Luftrettung in einem bestimmten Gebiet möglich ist. Zudem haben die Projektpartner auf Grundlage der demographischen und strukturellen Daten von Mecklenburg-Vorpommern zwei Szenarien für eine luftgestützte Notfallhilfe in diesem Bundesland entwickelt. Beide Publikationen können in Kürze auf www.projekt-primair.de heruntergeladen werden.

Projektpartner
Das Konsortium setzt sich zusammen aus der antwortING Beratende Ingenieure PartGmbB, dem Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI), dem Institut für Notfallmedizin der Asklepios-Gruppe (IfN), dem Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement (INM) am Klinikum der Universität München und dem Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Fachhochschule Köln (IRG). Begleitet wird das Projekt von der ADAC Luftrettung, der AOK Nordost-Die Gesundheitskasse, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Bundespolizei-Fliegergruppe, der DRF Luftrettung und dem Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales Mecklenburg-Vorpommern. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert. Projektträger ist das VDI Technologiezentrum (VDI TZ); Verbundkoordinator des Projektes ist die antwortING Beratende Ingenieure PartGmbB.

Die Fachhochschule Köln ist die größte Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Mehr als 23.000 Studierende werden von rund 420 Professorinnen und Professoren unterrichtet. Das Angebot der elf Fakultäten und des ITT umfasst mehr als 80 Studiengänge aus den Ingenieur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und den Angewandten Naturwissenschaften. Die Fachhochschule Köln ist Vollmitglied in der Vereinigung Europäischer Universitäten (EUA) und gehört dem Fachhochschulverband UAS7 an. Die EU-Kommission bestätigt der Hochschule internationale Standards in der Personalentwicklung der Forscherinnen und Forscher durch ihr Logo „HR Excellence in Research“. Die Fachhochschule Köln ist zudem eine nach den europäischen Öko-Management-Richtlinien EMAS und ISO 14001 geprüfte umweltorientierte Einrichtung und als familiengerechte Hochschule zertifiziert.

Ansprechpartner zum Projekt
antwortING Beratende Ingenieure PartGmbB
Ing. Benedikt Weber, M. Sc.
02 21 / 33 77 870
weber@antwortING.de

Kontakt für die Medien
Fachhochschule Köln
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Christian Sander
02 21 / 82 75 - 35 82
pressestelle@fh-koeln.de

www.fh-koeln.de 
www.facebook.de/fhkoeln
www.twitter.com/fhkoeln

Petra Schmidt-Bentum | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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