Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Live-Übertragung aus dem Katheterlabor

12.03.2012
Hochkarätige Gefäßspezialisten informieren beim 3. Heidelberger Angiologietag am 17. März 2012 / Ärzte, Patienten und Angehörige sind herzlich eingeladen

Von Schaufensterkrankheit bis Bluthochdruck – moderne und bewährte Behandlungsverfahren bei Gefäßerkrankungen sind am Samstag, 17. März 2012, Thema beim 3. Heidelberger Angiologietag, den die Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumonologie des Universitätsklinikums Heidelberg veranstaltet.

Von 9 bis ca. 16.30 Uhr stellen internationale Experten im großen Hörsaal der Medizinischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 410, aktuelle Entwicklungen und neue Therapieverfahren der Gefäßmedizin vor. Der Angiologietag ist eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte, richtet sich aber auch an Patienten, Angehörige und die interessierte Bevölkerung. Der Eintritt ist frei.

Höhepunkte der Veranstaltung sind vier Live-Übertragungen komplexer Eingriffe aus dem Katheterlabor direkt auf die große Leinwand im Hörsaal: Die Besucher können auf dem Röntgenbild u.a. verfolgen, wie verengte Arterien im Bein mit einer Gefäßstütze aus Drahtgeflecht (Stent) geweitet und stabilisiert oder Nervenfasern in den Blutgefäßen der Nieren verödet werden, um Bluthochdruck zu senken. Experten kommentieren.

Heidelberger Gefäßzentrum ist Vorreiter bei innovativen Therapien

Ein Themenschwerpunkt ist die Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, auch Schaufensterkrankheit genannt, mittels Katheter. Vorgestellt werden u.a. mit Medikamenten beschichtete Ballons und Stents, die im Rahmen eines Kathetereingriffs eingesetzt werden. Sie tragen dazu bei, Verschlüsse in den Beinarterien dauerhaft offen zu halten. Ohne Medikamentenbeschichtung verengen sich die eröffneten Gefäße bei über einem Drittel der Patienten wieder innerhalb des ersten Jahres, durch die Medikamentenbeschichtung bleiben über 80 Prozent offen. „Wir setzen diese modernen Therapieverfahren in großem Stil seit nunmehr fast zwei Jahren ein und sehen sehr gute Ergebnisse“ sagt Privatdozent Dr. Erwin Blessing, Angiologe an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg und Organisator der Veranstaltung.

Eine erfolgreiche Therapie bei behandlungsresistentem Bluthochdruck – seit anderthalb Jahren am Universitätsklinikum im Einsatz – findet international zunehmend Beachtung: Bei der sogenannten „renalen Denervation“ veröden Mediziner über einen Katheter Nervenfasern in den Blutgefäßen der Nieren; innerhalb von wenigen Wochen sinkt der Blutdruck deutlich. Interessant ist der schonende Eingriff für die Patienten, deren Blutdruck selbst durch die Kombination von drei oder mehr Blutdruckmitteln nicht ausreichend gesenkt werden kann, und die daher ein besonders hohes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz tragen. „Heidelberg ist weltweit eines der führenden Zentren für dieses Verfahren“, so Blessing.

Bald interventionelle Therapie bei Erektiler Dysfunktion möglich?

Mit Professor Dr. Krishna Rocha-Singh vom Prairie Vascular Institute, Springfield, USA, ist einer der weltweit angesehensten Gefäßmediziner zu Gast. Er stellt u.a. ein innovatives Katheterverfahren bei erektiler Dysfunktion vor. Sind Gefäßverengungen der inneren Beckenarterien Ursache der Beschwerden, kann – ähnlich wie in der Oberschenkelarterie bei der Schaufensterkrankheit – ein mit Medikamenten beschichteter Stent eingebracht werden. Eine Pilotstudie des Prairie Institute zeigte, dass das Verfahren sicher und gut verträglich ist und bei rund zwei Drittel der Probanden eine Besserung bewirkte. In Europa gibt es diese Behandlung noch nicht. „Wir können uns allerdings vorstellen, das Verfahren bald im Rahmen einer Studie anzubieten“, so Blessing.

Die Angiologie innerhalb der Medizinischen Klinik ist Teil des zertifizierten, interdisziplinären Gefäßzentrums am Universitätsklinikum Heidelberg. Hier erarbeiten Gefäßchirurgen, Radiologen und Angiologen gemeinsam mit Neurologen, Nephrologen, Diabetologen und Ernährungsmedizinern für jeden gefäßkranken Patienten ein individuell angepasstes Behandlungskonzept, das zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck berücksichtigt.

Programm im Internet:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medizinische_klinik/Abteilung_3/pdf/2012/Flyer_3_

Heidelberger_Angiotag.pdf


Wissenschaftliche Leitung:
Priv.-Doz. Dr. Erwin Blessing
Oberarzt, Leiter Angiologie
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 86 11
E-Mail: Erwin.Blessing@med.uni-heidelberg.de
Kontakt:
Simone Laudenklos (Sekr.)
Tel.: 06221 / 56 86 76
Fax: 06221 / 56 55 15
E-Mail: Simone.Laudenklos@med.uni-heidelberg.de
Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.
Bei Rückfragen von Journalisten:
Julia Bird
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 70 71
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: julia.bird(at)med.uni-heidelberg.de

Dr. Annette Tuffs | idw
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/medizinische_klinik/Abteilung_3/pdf/2012/Flyer_3_Heidelberger_Angiotag.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Erfolgsfaktor Digitalisierung
30.05.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

nachricht Wissenschaftsforum Chemie 2017
30.05.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie