Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensmittelchemiker zu Obst und Gemüse: Schonende Verfahren schützen wertvolle Inhaltsstoffe

20.09.2010
Wie sich der Verbraucher gern ernähren möchte und wie er sich dann letztlich beim Konsum verhält, scheinen zwei Paar Stiefel zu sein. Das lässt sich schon allein bei Lebensmitteln pflanzlicher Herkunft zeigen. Frische, natürliche und minimal verarbeitete Produkte sollten im Sinne einer gesunden Ernährung bevorzugt werden. So sagen es Experten, so liest, hört und sieht man es täglich in den Medien.

Doch durch Berufstätigkeit beider Elternteile, Anstieg von Single-Haushalten und verstärkte berufliche Mobilität erfreuen sich Convenience-Produkte zunehmender Beliebtheit. Regionale Produkte sollten bevorzugt verwendet werden, um Energie und Transportkosten zu sparen, aber der Wunsch nach neuen Geschmackseindrücken, die exotisches Obst und Gemüse liefern, steht dem entgegen.

Für die Lebensmittelchemische Gesellschaft sind daher Trends in der Herstellung pflanzlicher Lebensmittel ein ganz heißes Thema, die sie beim Deutschen Lebensmittelchemikertag vom 20. bis 22. September an der Universität Hohenheim diskutiert.

Erhitzen, Tiefgefrieren und Trocken sind Beispiele für Verarbeitungsschritte bei der industriellen Herstellung von Obst- und Gemüseprodukten. Sie sollen dazu dienen, die Haltbarkeit zu verlängern, bringen aber auch die vitalen Funktionen der Pflanze zum Erliegen. Der Frischeaspekt geht verloren, und die thermischen Verfahrensschritte erfordern einen erheblichen Energieaufwand. Auch Lebensmittelhersteller müssen sich daher verstärkt mit Fragen einer nachhaltigen Produktion auseinandersetzen, die neben energiesparenden Herstellprozessen auch die Transportlogistik umfasst. Gerade bei exotischen Obst- und Gemüsearten steht der Transport auf der Soll-Seite der CO2- und Energiebilanzierung.

... mehr zu:
»Hohenheim

Die umfassende Frage nach einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion können Lebensmittelchemiker nicht allein beantworten. Aber sie wissen auf detaillierte Fragestellungen Antworten, weil sie sich mit der Chemie der Lebensmittel auskennen. So können sie gängige Verfahren bei der Lebensmittelherstellung weiterentwickeln und optimieren. Das gilt auch hinsichtlich der Optimierung von Zusatznutzen, der aus industriell gefertigten Produkten gezogen werden kann; denn Verbraucher erwarten nicht nur die Befriedigung von Hunger und Durst, sondern wollen auch gesunde Lebensmittel. So avanciert z.Zt. sogar die Schokolade vom Dickmacher und Kariesverursacher zu einem gesunden Lebensmittel.

Nach einem Plenarvortrag von Professor Dr. Reinhold Carle von der Universität Hohenheim über Trends in der Herstellung pflanzlicher Lebensmittel befassen sich weitere Vorträge sowie zahlreiche Poster mit Vorschlägen für eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion. Von allen zu beachtenden Aspekten – das gilt auch für das übrige Tagungsprogramm – stehen der Verbraucherschutz und eine gesündere Ernährung immer an erster Stelle. Ganz hoch im Kurs steht die wissenschaftliche Bewertung der gesundheitsfördernden Eigenschaften von phenolischen Verbindungen und mit ihr die Frage nach deren Gewinnung und selektiven Anreicherung in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit annähernd 30.000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält 26 Fachgruppen und Sektionen. Mit über 2.800 Mitgliedern ist die Lebensmittelchemische Gesellschaft die größte Fachgruppe in der GDCh. Sie veranstaltet mit dem Deutschen Lebensmittelchemikertag die zentrale Jahrestagung der Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker in Deutschland. Mehr als 500 Wissenschaftler aus der Wirtschaft sowie aus Behörden, Handelslaboratorien, Hochschulen oder anderen Forschungseinrichtungen treffen sich hier, um die Weiterentwicklung ihrer Wissenschaft in Vorträgen und Postern vorzustellen und zu diskutieren. Pünktlich zum diesjährigen Lebensmittelchemikertag erschien die Broschüre “HighChem hautnah – Aktuelles aus der Lebensmittelchemie”. Sie wendet sich an eine interessierte Öffentlichkeit und kann über die GDCh-Geschäftsstelle kostenlos bezogen werden (pr@gdch.de oder Tel.: 069/7917-330).

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de

Weitere Berichte zu: Hohenheim

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen
24.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

nachricht Lebenswichtige Lebensmittelchemie
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise