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Langzeitgedächtnis im Gehirn: „Functional Architecture of Memory"

15.05.2012
Diskussion über Langzeitgedächtnis im Gehirn
„Functional Architecture of Memory“-Konferenz
Internationale Spitzenforscher treffen sich an der RUB

An der Ruhr-Universität Bochum findet vom 23. bis 25. Mai die erste internationale „Functional Architecture of Memory”-Konferenz statt. Experten aus den USA, Japan, Großbritannien, Norwegen und Deutschland diskutieren, wie eine bestimmte Gehirnstruktur, der mediale Temporallappen, zum Gedächtnis beiträgt – eine andauernde Debatte in der Neurowissenschaft.

„Wir haben sehr viel Zeit zum Diskutieren eingeplant; wir wollen Fortschritte machen“, sagt Organisatorin Prof. Dr. Magdalena Sauvage von der RUB. In „student-speaker only sessions“ haben Studierende die einzigartige Möglichkeit allein, ohne weitere Professoren, mit den Experten zu diskutieren. „Das gibt es sonst auf keiner Konferenz“, so die Bochumer Gedächtnisforscherin. Das Programm startet um 9 Uhr im Veranstaltungszentrum (Mensagebäude, Ebene 04). Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Die Debatte: Langzeitgedächtnis im medialen Temporallappen

Der mediale Temporallappen, kurz MTL, ist entscheidend für das Langzeitgedächtnis. Schäden in dieser Struktur können zu massiven Erinnerungsverlusten führen. Früher gingen die Forscher davon aus, dass unterschiedliche Areale des MTL auf gleiche Weise zum Langzeitgedächtnis beitragen. Neuere Ergebnisse legen jedoch nahe, dass die verschiedenen MTL-Regionen auch unterschiedliche Aufgaben ausführen. „Wenn wir die Funktion jeder MTL-Region kennen, könnte das ganz neue Therapiemöglichkeiten für Patienten mit Schäden in dieser Hirnstruktur ermöglichen“, sagt Sauvage.

International, interdisziplinär und speziesübergreifend

Auf der Konferenz treffen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen und beleuchten das Thema aus Sicht von Tier- und Humanforschern. Einige der 18 eingeladenen Sprecher haben nicht nur Pionierarbeit auf dem Gebiet der Gedächtnisforschung geleistet, sondern auch dazu beigetragen, bedeutende neue Technologien zu entwickeln – etwa bestimmte Mutagenese-Verfahren oder Methoden, die sich sowohl in der Tier- als auch in der Humanforschung anwenden lassen und so die Brücke zwischen den Disziplinen schlagen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Stiftung Mercator und das RUB Research Department of Neuroscience finanzieren die Tagung. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 begrenzt, daher müssen sich Interessierte vorab registrieren (http://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/famconference/).

Was Studierende die Experten schon immer fragen wollten

Speziell für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus aller Welt haben die Bochumer Gastgeber „student-speaker only sessions“ organisiert. Die Studierenden treffen sich in kleinen Gruppen mit einem Vortragenden ihrer Wahl und dürfen bei einer gemütlichen Tasse Kaffee all die Fragen loswerden, die sie zum Thema Gedächtnis schon immer stellen wollten. „Dafür haben wir einen extra Raum gemietet“, erklärt Magdalena Sauvage. „Professoren und Projektleiter dürfen an den Sessions nicht teilnehmen. Die Studierenden sollen ganz in Ruhe diskutieren können und mit den Experten in Kontakt kommen.“

Weitere Informationen

Raya Schindler, Sekretariat Mercator Research Group „Structure of Memory“, Abteilung „Functional Architecture of Memory”, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-26739

raya.schindler@rub.de

Angeklickt

Konferenz-Webseite
http://www.ruhr-uni-bochum.de/philosophy/famconference/
Mercator Research Groups an der RUB
http://www.ruhr-uni-bochum.de/mrg/
Research Department Neuroscience
http://www.rd.ruhr-uni-bochum.de/neuro/index.html
Redaktion: Dr. Julia Weiler

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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