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Wie die Landschaft in die Karte kommt

10.06.2010
In Kooperation mit der zur Universität Erfurt gehörenden Forschungsbibliothek Gotha und dem Institut für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik (Ernst-Haeckel-Haus) der Friedrich-Schiller-Universität Jena veranstaltet des Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung der Friedrich-Schiller-Universität am 17. und 18. Juni im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek Gotha auf Schloss Friedenstein eine interdisziplinäre Tagung zu Prozessen kartografischer Visualisierung. Ihr Titel: Kartografieren. Materialien und Praktiken visueller Welterzeugung.

Karten sind eigenständige, visuelle Medien, die dem Betrachter die Möglichkeit geben, sich im Raum zu orientieren. Zugleich aber sind sie machtvolle Instrumente der Welterzeugung, deren Wirkung erst umfassend nachzuvollziehen ist, wenn die vielfältigen Akte der Konzeption und Produktion von Karten, also der Entstehung und Entwicklung kartografischer Medien, in die Betrachtung einbezogen werden. Hinter jeder Karte als fertigem „Kartenbild“ stehen komplexe Entwurfsprozesse.

„Diese Entwurfsprozesse in ihrer Vielgestaltigkeit von narrativen, mathematischen und visuellen Operationen zu beschreiben, ist das Ziel der Tagung“, erläutert Professor Dr. Steffen Siegel, der als Inhaber der Juniorprofessur für Ästhetik des Wissens am Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Konzept entwickelt hat und für das Forschungszentrum Veranstalter der Tagung ist.

Als ein besonderer Glücksfall für das Konzept der Tagung erwies es sich, dass sie in unmittelbarer räumlicher wie ideeller Nähe zur Sammlung Perthes stattfinden kann, die 2003 mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder vom Freistaat Thüringen erworben und von der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt betreut wird. Die Sammlung Perthes überliefert als Arbeitsinstrument des Gothaer kartografisch-geografischen Verlages Justus Perthes mit 185.000 Karten, 120.000 Bänden einer Spezialbibliothek und 800 laufenden Metern Archivalien einmalige und bisher kaum gehobene Zeugnisse der Kartenproduktion des 19. und 20. Jahrhunderts. Sie reichen von den Aufzeichnungen und Vermessungen der Forschungsreisenden über den Entwurf und die Arbeitstagebücher Gothaer Kartografen und zahlreichen Kupferstichplatten bis hin zur gedruckten Karte und deren wissenschaftlichen Kommentar.

Anlässlich der Tagung wird die seltene Gelegenheit bestehen, das in den wissenschaftlichen Vorträgen Vorgestellte im Tagungssaal selbst anhand von Originalen der untersuchten Materialen nachzuvollziehen und zu überprüfen. „Diese vielfältigen Materialien im gemeinsamen Gespräch von Kunst- und Bildwissenschaftlern, Wissenschaftshistorikern, Geografen, Kartografen, Literaturwissenschaftlern und Philologen für das Thema der Tagung produktiv zu machen, ist einer der leitenden Ideen des Tagungskonzepts“, sagt Dr. Petra Weigel, die als wissenschaftliche Referentin der Forschungsbibliothek für die Sammlung Perthes Mitveranstalterin der Tagung ist.

Einer der Höhepunkte der zweitägigen Tagung, die im Rahmen der „Gothaer Kartenwochen“ stattfindet, wird am Donnerstag, 17. Juni, um 20.15 Uhr im Spiegelsaal von Schloss Friedenstein die öffentliche Aufführung eines 1928 im Perthes-Verlag entstandenen Films sein, in dem der Weg der Landschaft in die Karte minutiös beschrieben wird.

Nähere Informationen / Kontakt:
Dr. Petra Weigel
Tel.: 0361/737-5583
E-Mail: petra.weigel@uni-erfurt.de

Carmen Voigt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erfurt.de

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