Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kunststoffe gestalten den Automobilbau von morgen

14.03.2013
Experten von VDI, KraussMaffei, GK Concept und der RWTH Aachen diskutieren den vielseitigen Einsatz von hybriden Bauteilen im Fahrzeugbau

Hybride Bauteile können wesentlich zu einer fortschrittlichen Leichtbautechnik im Automobilbau beitragen. Darin waren sich die Experten einig, die sich heute auf der VDI-Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“ zu diesem Thema austauschten.

„Kunststoffe unterstützen heute nachhaltig den technischen Leichtbau bei Kraftfahrzeugen – im Exterieur und im Aggregatbereich vor allem durch neuartige Bauweisen für Karosseriestrukturen und Anbauteile“, sagte Tagungsleiter Prof. Dr. Rudolf C. Stauber von der Universität Erlangen, Vorsitzender des VDI-Fachausschusses Kunststoffe im Automobilbau. „Kunststoffe und kunststoffbasierte Verbundbauweisen ermöglichen darüber hinaus in vielen Fällen wirtschaftliche und designtechnische Formgebungen, die durch andere Werkstoffe nur aufwändig oder überhaupt nicht realisierbar sind.“ Die Innovationen in der Kunststofftechnik beeinflussen direkt die fahrzeugtechnischen Konzepte von morgen, betonte Stauber.

Faserverbundstrukturen im Automobil

Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann von der RWTH Aachen erklärte, dass die Entwicklung moderner Automobile von einer Vielzahl konkurrierender wirtschaftlicher und technischer Anforderungen geprägt sei. „Die zunehmenden Ansprüche an die Sicherheit und den Komfort lassen das Fahrzeug schwerer werden, jedoch erfordert die Fahrdynamik weniger Gewicht.“ Die zukünftige Herausforderung sei es, die Kosten beherrschbar zu halten: „Polyurethane sind äußerst variable Werkstoffe, die ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil zu akzeptablen Kosten bieten“. Vor allem Organobleche, in-situ-Verfahren oder auch das thermoplastische Faserspritzen seien vielversprechende Technologien, um thermoplastische Faserverbundstrukturen im Automobil darzustellen.

Nachhaltige Maschinen- und Produktionstechniken

Aus Sicht von KraussMaffei profitiere die Automobil- und Kunststoffbranche von den weit entwickelten Kunststoffverarbeitungsmaschinen und insbesondere Spritzgießmaschinen. „Dennoch ist Raum für Verbesserungen an den Maschinen vorhanden – an denen wir auch weiterhin aktiv arbeiten“, erklärte Dr. Karlheinz Bourdon, Vice President Technologies im Segment Spritzgießtechnik der KraussMaffei Gruppe. Als wichtigstes Verarbeitungsverfahren machte das Spritzgießen in den vergangenen Jahrzehnten die meisten Fortschritte.

„Aus den Urformen thermoplastischer Kunststoffe entwickelte sich eine produktbezogene Verfahrenstechnik, deren Ziel die Herstellung komplexer Bauteile mittels Kombination verschiedenster Einzelverfahren ist.“ Die passende Kombination aus Maschine, Werkzeug und Verfahren biete den notwendigen Rahmen für eine wirtschaftliche Produktion. „Großes Potenzial bieten auch die Kombination von Technologien. Oft verschieben sich die Grenzen zwischen Spritzgieß- und Reaktionstechnik.“ Bourdon beteuerte, dass KraussMaffei nur mittel- bis langfristig mit nachhaltigen Lösungen eine Führungsposition im Markt erhalten könnten.

Moderner Werkzeugbau

Als Trendsetter in Sachen Kunststoffanwendungen nehme die Automobilindustrie schon lange eine führende Rolle ein, sagte Roger Kaufmann, Geschäftsführer von GK Concept. Die Bauteile und Baugruppen werden zunehmend komplexer und dies wirke sich auf die Wertschöpfungskette des Werkzeugbaus aus. „Moderner, zeitgemäßer Werkzeugbau ist heute innovativer Fullservice“, betonte Kaufmann. „Als Entwicklungspartner begleiten wir unsere Kunden von der ersten Idee über die Vor- und Prozessentwicklung sowie den originären Werkzeugbau bis zum Start der Serienproduktion.“ Mithilfe der Prozessintegration im Werkzeugbau sei eine möglichst hohe Wertschöpfung bei zugleich reduzierten Prozesskosten möglich. Ebenso sei der Leichtbau mit Organoblechen in Zukunft ein wichtiges Thema, wenn es um besonders leichte und stabile Bauteile gehe.

Der VDI unterstütze mit der Tagung die nachhaltige Vernetzung aller Beteiligten in der Kunststoff-Prozesskette, erklärte Tagungsleiter Stauber, und biete eine wirksame gemeinsame Plattform für Innovationen aus der Kunststoffindustrie.

Zur diesjährigen Tagung sind 1.300 Teilnehmer nach Mannheim gekommen. 90 Aussteller begleiten die Veranstaltung und zeigen neue Trends und Entwicklungen. Im Autosalon sind 19 aktuelle Fahrzeuge ausgestellt.

Die nächste Tagung „Kunststoffe im Automobilbau“ findet am 2. und 3. April 2014 in Mannheim statt.

Mehr Informationen erhalten Sie über das VDI Wissensforum Kundenzentrum, Postfach 10 11 39, 40002 Düsseldorf, E-Mail: wissensforum@vdi.de, Telefon: +49 211 62 14-201, Telefax: -154.

Über das VDI Wissensforum
Das VDI Wissensforum mit Sitz in Düsseldorf gehört zur Unternehmensgruppe des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und ist seit mehr als 50 Jahren der führende Weiterbildungsspezialist für Ingenieure, für Fach- und Führungskräfte im technischen Umfeld. Es vermittelt das Wissen aus allen automobilrelevanten Technikdisziplinen und bietet eine umfassende Themenvielfalt rund um die Fahrzeugindustrie. Fragen zu aktuellen Antriebsaggregaten, zur Fahrzeugelektronik und Fahrerassistenzsystemen stehen im Fokus neben Themen wie Anforderungen zur Fahrzeugsicherheit, Komfortoptimierung oder auch Lösungen zur CO2-Reduktion und Nachhaltigkeit des Automobils. Das Unternehmen bietet eines der größten Automobilindustrie-Netzwerke mit weltmarktführenden Herstellern, Zulieferern und Dienstleistern sowie international renommierten Wissenschaftlern. Die Veranstaltungen des VDI Wissensforums sind unverzichtbar für die Automobilindustrie.

Jennifer Rittermeier | VDI Wissensforum GmbH
Weitere Informationen:
http://www.vdi.de
http://www.vdi-wissensforum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von festen Körpern und Philosophen
23.02.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Spannungsfeld Elektromobilität
23.02.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics