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Krebsmedizin zukunftsfähig machen - Nationale Krebskonferenz in Berlin stellt Konzepte vor

23.06.2009
Am 23. Juni 2009 findet in Berlin die erste Nationale Krebskonferenz statt. Auf Einladung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe, der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sowie der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren (ADT) diskutieren Experten die Handlungsfelder des Nationalen Krebsplans.

Dabei stehen die Krebs-Früherkennung, die Onkologischen Versorgungsstrukturen sowie die Patientenorientierung im Vordergrund. Ziel ist es, Defizite zu benennen, notwendige Maßnahmen zu ergreifen, die Aktivitäten auf dem Gebiet der Krebsmedizin zu bündeln und zu verstetigen.

"Unser Ziel ist, eine optimale Versorgung der krebskranken Frauen, Männer und Kinder in unserem Land zu organisieren. Über 400.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an verschiedenen Tumoren, über 200.000 sterben. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer noch die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.

Wir haben im Bereich der Krebsbekämpfung in den letzten Jahren durch gute Vorsorge und Behandlung Fortschritte gemacht. Das reicht aber nicht. Es kommt nun darauf an, dass wir alle Kapazitäten und Qualifikationen bündeln. Zum Beispiel müssen die Spezialisten im ambulanten und stationären Bereich enger zusammen arbeiten. Eine gute Versorgung setzt voraus, dass Vorsorge, Behandlung und Nachsorge optimal gestaltet werden", so Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in Berlin.

Das erste Handlungsfeld des Nationalen Krebsplans thematisiert die Früherkennung von Krebserkrankungen. Hier besteht nach wie vor großer Bedarf, denn es fehlt an einer flächendeckenden Umsetzung von entsprechenden Informationen über den Nutzen und die Risiken von Krebs-Früherkennungsuntersuchungen.

"Darüber hinaus fehlt in Deutschland nach wie vor eine überregionale Krebsregistrierung", sagt Professor Dr. Ferdinand Hofstädter von der ADT. "Durch populationsbezogene Krebsregister müssen die Wirksamkeit und der Nutzen der Früherkennungsmaßnahmen belegt und gefördert werden."

Im Rahmen des zweiten Handlungsfeldes befassen sich die Experten mit der Verbesserung und Qualitätssicherung der Versorgungsstrukturen und -prozesse für Krebs-Patienten. "Wir setzen uns dafür ein, dass Krebskranke die beste, jeweils auf die persönliche Situation zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft bekommen. Mit der Förderung von Onkologischen Spitzenzentren trägt die Deutschen Krebshilfe mit dazu bei, die Situation und die Versorgung krebskranker Menschen nachhaltig zu verbessern", berichtet Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

"Als wichtige Säulen einer flächendeckend hochwertigen Versorgung haben sich in den letzten Jahren die klinisch relevanten Organkrebszentren und darauf aufbauend die Institutionalisierung Onkologischer Zentren etabliert", erklärt Professor Dr. Werner Hohenberger, Präsident der DKG. Inzwischen sind über 300 dieser Zentren von der DKG zertifiziert worden. Zu den Zertifizierungskriterien gehören verbindliche Standards für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Krebserkrankungen, die eine hohe Versorgungsqualität nach einheitlichen Leitlinien sicher stellen. "Bislang gibt es allerdings in der Onkologie noch zu wenige methodisch hochwertige, interdisziplinäre Leitlinien mit entsprechender wissenschaftlicher Evidenz, an denen sich die behandelnden Ärzte und die Patienten orientieren können", so Hohenberger. Daher haben DKG, Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) ein gemeinsames Leitlinienprogramm aufgelegt.

"Innovative Versorgungsstrukturen mit onkologischen Zentren, Leitlinien und klinische Krebsregister stehen in einem zwingenden Zusammenhang", so Hofstädter. "Leitlinien geben die Handlungsweise vor. Zentren verbessern Strukturen und Prozesse. Die versorgungsbegleitenden Register bewerten die Ergebnisqualität. Daher nimmt das Ziel einer flächendeckenden klinischen Krebsregistrierung eine zentrale Stellung im Nationalen Krebsplan ein."

Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht immer das Wohl der Patienten. Im Nationalen Krebsplan wurde daher der Patientenorienteriung ein eigenes Handlungsfeld zugewiesen. Zahlreiche Organisationen des Gesundheitswesens haben seit der Initiierung des Nationalen Krebsplans im Juni 2008 Konzepte erarbeitet, um alle drei genannten Handlungsfelder voran zu bringen. "Nun gilt es, die formulierten Ziele konsequent und zeitnah umzusetzen", so Nettekoven.

| Deutsche Krebshilfe e. V.
Weitere Informationen:
http://www.tumorzentren.de
http://www.krebsgesellschaft.de
http://www.krebshilfe.de

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