Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der kranke Mensch als Kunde: Medizin zwischen Biotechnologie und Ökonomie

24.02.2010
Am Freitag, 5. März 2010, veranstaltet die Universität Wien gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien und der Wirtschaftsuniversität Wien die Tagung "Homo patiens - der kranke Mensch im Spannungsfeld zwischen Biotechnologie und Gesundheitsökonomie". Im Zuge der Konferenz wird nach Lösungsansätzen gesucht, wie moderne Medizin technisch effektiv und ökonomisch effizient sein kann, ohne dabei den von der Krankheit betroffenen Menschen aus den Augen zu verlieren.

Die ökonomische Sicht im Gesundheitswesen verändert zunehmend das Verhältnis zwischen ÄrztInnen und PatientInnen. Der kranke Mensch gilt immer mehr als Kunde, ÄrztInnen hingegen als LeistungserbringerInnen, die von PatientInnen als Erlösquelle und von den Sozialversicherungen als Kostenfaktor gesehen werden. Diese Sichtweise von Angebot und Nachfrage mag zwar im Wellness-Bereich gelten, kann jedoch nicht auf die Akutmedizin umgelegt werden.

Die rein biotechnologische Sicht hingegen sieht den Menschen als Organsystem. Seine Funktionsweise beruht auf biomolekularen Mechanismen. ÄrztInnen werden damit zu BioingenieurInnen und BiotechnologInnen, die durch chirurgische oder medikamentöse Methoden einzelne Funktionsstörungen zu beseitigen versuchen.

Die einseitigen Sichtweisen von Ökonomie und Biotechnologie blenden dabei wesentliche Felder aus. Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Philosophie haben andere Menschenbilder und ergänzen die Betrachtung der "Patient-Arzt-Problematik". Das subjektive Erleben der PatientInnen wird in der Medizin oft vernachlässigt. Der kranke Mensch als "Homo patiens" ist mit der Krankheit als persönliche Funktionsstörung konfrontiert und in seinem Selbstverständnis erschüttert. PatientInnen fühlen sich in einem zunehmend industrialisierten Medizinbetrieb verlassen und unverstanden, wovon Frauen laut Gender-Forschung besonders betroffen sind. Andere vertrauen den technologischen Möglichkeiten der Medizin und werden im schlimmsten Fall enttäuscht. Nicht alle PatientInnen wollen sich zudem als gesamte Person der Medizin darbieten, sondern nur bezüglich der Störung, die sie "repariert" haben wollen.

Der Dialog der unterschiedlichen Disziplinen ermöglicht eine ganzheitliche Sicht auf den kranken Menschen. Ziel der Tagung ist es, Lösungsperspektiven für wirtschaftliche, technische und psychologische Probleme beim Zusammentreffen von ÄrztInnen und PatientInnen zu finden.

Tagung: Homo patiens - der kranke Mensch im Spannungsfeld zwischen Biotechnologie und Gesundheitsökonomie
Medizin im Diskurs mit Ökonomik, Verhaltensbiologie, Sozialwissenschaften, Anthropologie und Philosophie
Zeit: Freitag, 5. März 2010, 9 bis 17 Uhr Kurzvorträge, 17.30 Uhr Plenardiskussion "Der Mensch als Patient"

Ort: Hotel Imperial Wien, Hallensalon, Kärntner Ring 16, 1010 Wien

Anmeldung und Programm: http://vcc.univie.ac.at

Kontakt
O. Univ.-Prof. Dr. John Dittami
Leiter des Departments für Verhaltensbiologie
Universität Wien
1090 Wien, Althanstraße 14 (UZA 1)
T +43-1- 4277-544 60
M +43-664-602 77-544 60
john.dittami@univie.ac.at
Rückfragehinweis
Lisa Hellmann, Bakk.
Öffentlichkeitsarbeit
Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 35
lisa.hellmann@univie.ac.at

Veronika Schallhart | idw
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at/175
http://vcc.univie.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht »Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht MES-Special für Controller und Produktionsmanager in Hoffenheim sehr gut gebucht
04.09.2017 | gbo datacomp GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie