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Kosmisches Werden und Vergehen

21.09.2010
Astrophysiker der Universität Jena laden vom 27.9. bis 1.10. zu deutsch-japanischer Tagung ein

Wenn Astronomen ihre Teleskope ins All richten, dann gibt es meist spektakuläre Aufnahmen zu bestaunen: explodierende Sterne, schwarze Löcher oder Galaxien. Doch Prof. Dr. Alexander Krivov von der Friedrich-Schiller-Universität Jena interessiert sich für diese Objekte nur am Rande.

Weitaus faszinierender ist für den Astrophysiker, was andere Forscher lediglich als störend empfinden, weil es die Sicht auf so manches Himmelsobjekt stören kann: kosmischer Staub. „Staubteilchen sind überall im Universum zu finden und spielen eine entscheidende Rolle im kosmischen Materiekreislauf“, weiß Prof. Krivov. Sterne ballen sich unter hohem Druck aus Staub- und Gaswolken zusammen und auch Planeten, wie die Erde, sind einst aus winzigen Staubteilchen von weniger als einem Mikrometer Durchmesser entstanden.

Um kosmischen Staub wird es auch während der deutsch-japanischen Tagung vom 27. September bis 1. Oktober an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehen. Prof. Krivov und seine Kollegen vom Astrophysikalischen Institut haben die Tagung „Staub in Planetensystemen“ gemeinsam mit japanischen Partnern organisiert. „Die Tagung bringt ausgewiesene Experten sowohl aus Deutschland als auch aus Japan zusammen”, so Organisator Krivov. Er und seine Institutskollegen arbeiten bereits seit Jahren eng mit verschiedenen Forschungseinrichtungen in Japan zusammen. „Diese guten Kontakte haben wir jetzt genutzt, um Experten aus beiden Ländern nach Jena zu holen.“ Zu den Vorträgen der englischsprachigen Tagung werden rund 50 Teilnehmer erwartet.

Neben protoplanetaren Staubscheiben – den Kinderstuben von Planeten – wird es auch um Staub gehen, der übrig bleibt, nachdem die Planetenentstehung abgeschlossen ist. „In diesen sogenannten Trümmerscheiben entsteht wiederum neuer Staub, weil kleinere Materiebrocken – die es nicht zum Planeten geschafft haben – kollidieren“, weiß Krivov. Er und sein Team werden während der Tagung ein Computermodell vorstellen, mit dessen Hilfe sich solche Kollisionen simulieren und untersuchen lassen. Neben weiteren theoretischen Arbeiten wollen die Forscher während der fünftägigen Veranstaltung auch experimentelle Beiträge und Beobachtungsdaten diskutieren.

Weitere Informationen sowie das Tagungsprogramm sind zu finden unter: http://www.astro.uni-jena.de/Theory/DIPS.

Kontakt:
Prof. Dr. Alexander Krivov
Astrophysikalisches Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Schillergäßchen 2
07745 Jena
Tel.: 03641 / 947530
E-Mail: krivov[at]astro.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.astro.uni-jena.de/Theory/DIPS

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